Mississippi Suite
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Ferde Grofé
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Beschreibung:

Die "Mississippi Suite - A Journey in Tones" (1925) von Ferde Grofé ist eine farbenreiche Orchestersuite, in der der Komponist eine musikalische Reise entlang des mächtigen Mississippi River schildert. Grofé (1892-1972) war ein vielseitiger amerikanischer Komponist und Arrangeur, der außerhalb der Vereinigten Staaten vor allem als Arrangeur der *Rhapsody in Blue* von George Gershwin bekannt wurde.
Sein größter eigener Erfolg war die *Grand Canyon Suite*, die ihm internationale Anerkennung einbrachte. Grofé bewegte sich mühelos zwischen klassischer Musik und Unterhaltungsmusik, darunter auch Jazz, und komponierte neben Orchestersuiten auch Filmmusik, Ballette, Kammermusik und ein Klavierkonzert.

Wil van der Beek schuf eine Bearbeitung dieses Werkes für Blasorchester, bei der die Stimmen von Kontrafagott, Celesta und Harfe bewusst auf andere Instrumente des Blasorchesters verteilt wurden, sodass auch Orchester ohne diese Instrumente das Werk aufführen können.

Die "Mississippi Suite" besteht aus vier Sätzen, die gemeinsam eine musikalische Reise von der Quelle in Minnesota bis ins lebendige New Orleans darstellen. Jeder Satz besitzt einen ausgeprägt bildhaften Charakter und zeigt Grofés Talent für Instrumentation und Stimmungszeichnung.

Satz 1: "Father of the Waters"
Dieser Eröffnungssatz beschreibt die Entstehung des Flusses, der von indigenen Völkern ehrfürchtig "Vater der Wasser" genannt wurde.
Die Musik beginnt breit und majestätisch mit würdevollen Blechbläsern und weiten Holzbläserpassagen, die die Größe der Landschaft heraufbeschwören.
Zugleich klingt eine gewisse Ruhe und Mystik an, als Verweis auf das Land der Chippewa-Indianer. Durch subtile Klangfarbenwechsel macht Grofé den Flusslauf musikalisch spürbar.

Satz 2: "Huckleberry Finn"
Hier bezieht sich Grofé auf den berühmten Roman *Adventures of Huckleberry Finn* von Mark Twain.
In diesem kurzen, lebhaften Satz steht eine schelmische und abenteuerliche Stimmung im Mittelpunkt. Die Musik ist verspielt, rhythmisch beweglich und voller überraschender Akzente.
Holzbläser und Schlagwerk verleihen dem Satz einen kecken Charakter, als würde der junge Huck seine Streiche am Flussufer treiben.

Satz 3: "Old Creole Days"
In diesem langsameren und nachdenklicheren Satz präsentiert Grofé seine Interpretation von Spirituals, wie sie von versklavten Menschen auf den Plantagen entlang des Flusses gesungen wurden. Kantable Melodien, warme Harmonien und eine wiegende Begleitung erzeugen eine Atmosphäre von Melancholie und Sehnsucht.
Gleichzeitig schwingen Widerstandskraft und innere Stärke mit.

Satz 4: "Mardi Gras"
Der Schlusssatz schildert den ausgelassenen Karneval in New Orleans mit dem Höhepunkt des Mardi Gras. Hier entfaltet das Blasorchester energiegeladene Tanzrhythmen, strahlende Blechpassagen und funkelndes Schlagwerk. Jazzanklänge und südliche Lebensfreude prägen die Musik.
Das Werk endet in einem festlichen, mitreißenden Finale.

Die Metronomangaben dieser Bearbeitung sind als Vorschläge des Arrangeurs zu verstehen. Dem Dirigenten steht es frei, eine eigene Tempointerpretation zu wählen.

Mit der "Mississippi Suite" erweist sich Grofé als Meister der musikalischen Klangmalerei. Das Werk ist nicht nur eine Reise entlang eines Flusses, sondern auch eine musikalische Erkundung der amerikanischen Identität.