Sakura
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Siegmund Andraschek
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Beschreibung:

  • Genre: Konzertante Musik
Auftragswerk des "Steirischen Blasmusikverbandes". Uraufführung am 6. Jänner 2016 durch das" LJBO Steiermark", Dirigent: Wolfgang Jud, "Grazer Stefaniensaal"

Cross-Over - mit einem Hauch von "Wiener Musik - d"iese Minimal-Anforderung des Auftraggebers sollte das gedankliche Grundgerüst vorliegenden Werkes werden und schließlich entstand das Werk "Sakura, variations on a japanese folk song." Das Konzept beinhaltet mehrere, subjektive Zugänge zum Wort "cross-over", und schließt demnach nicht nur musikalische sondern auch außermusikalische Aspekte in die Komposition mit ein.

Die kulturell bedeutsame japanische Kirschblüte (Sakura) beginnt in Japan Mitte März in Kyūshū und "wandert" dann nach Nordosten, bis sie etwa Anfang Mai in Hokkaidō ankommt. Sie steht für Schönheit (1), Aufbruch (2) und Vergänglichkeit (3). In dieser Komposition tritt die Kirschblüte in Form des gleichnamigen japanischen Volksliedes allerdings ihre Reise in Richtung Westen an.


(1) Auf der Reise werden u.a. religiös zugeordnete musikalische Ausdrucksformen wie das buddhistische "Ohm" mühelos mit gregorianischen Klängen zu einer harmonischen Einheit geführt.

(2) In einer Art "Bestäubungszeremonie" unterstützt von zwei Cajons (die unbedingt rechts und links vom Dirigenten positioniert werden MÜSSEN!) vermischt sich die Melodie nach und nach mit lateinamerikanischen Klängen. Nach einer kurzen unerwarteten Unterbrechung in der eine Vereinigung mit typischen Merkmalen der Wiener Musik vollbracht wird, verschmilzt das Volksliedthema mehr und mehr mit lateinamerikanischen Rhythmen zu einer Einheit, ehe diese

(3) von einer unglaublichen Gewalt, grausam, wie sie nur von Menschenhand ausgeübt werden kann, und durch Musik niemals beschrieben werden kann, gestoppt und scheinbar vernichtet wird.



Aber Zerstörung und Gewalt hindern die Kirschblüte nicht, ihren Weg erneut anzutreten und alles beginnt wieder von vorne.

Trotz aller Ernsthaftigkeit, die jede Thematik bieten kann, ist es dem Komponisten stets ein Anliegen, auch Momente in seine Werke einzufügen, die durchaus mit einem gewissen "Augenzwinkern" gesehen werden können. Sie wollen aber erst entdeckt werden und zeigen sich nicht von selbst. Aber sie sind da ;).

Die Erleuchtung ist - wie im Leben - bei diesem Stück demnach nicht zu finden, wenn man alles zu ernst nimmt, es ist die Mischung - ein cross-over von Ernst und Spaß - bei Wahrung des Respekts, die den richtigen Zugang zum Stück schaffen kann.

Achtung: 2 Cajons rechts und links vom/von der Dirigenten/Dirigentin positioniert.