Ungarns Kinder
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Emil Toft
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Beschreibung:

  • Dauer: 3:39
  • Genre: Marsch
Als wir vor wenigen Jahren den Marsch 'Ungarns Kinder' bei der Bürgerkapelle Lana in Südtirol entdeckten, war einerseits klar, dass es sich hier um ein kleines Juwel handelt, andererseits waren wir trotz intensiver Nachforschungen auch noch bei der später erfolgten Aufnahme der CD 'Ins Land hinaus' mit der Militärmusik Salzburg nicht in der Lage, Daten über den Komponisten, sein Leben und Wirken in Erfahrung zu bringen. Diese Lage blieb bis vor kurzem, wiederum trotz gründlicher Recherche, unverändert. Erst die Hilfe durch die Musikkapelle Feldthurns in Südtirol gab aufgrund dort vorliegender Noten den entscheidenden Hinweis. Die 'Spur' führte nicht nach Ungarn, wie lange Zeit vermutet, sondern nach Komotau in die Tschechische Republik. Mit Hilfe tschechischer Freunde konnten schliesslich die lange gesuchten Daten über den Komponisten gefunden werden. Emil Toft wuchs in Komotau in musikalischer Umgebung auf, denn sein Vater Anton wirkte dort seit 1879 als Musiker. Emil wurde von seinem Vater gründlich ausgebildet und erlangte bald als Musiker, Musiklehrer und Komponist Bekanntheit. In der Umgebung seiner Heimatstadt erlebten seine Stücke eine beachtliche Verbreitung und waren ausserordentlich beliebt. Besonders seitdem Toft die Musikkapelle des örtlichen Militär-Veteranenvereins Erzherzog Albrecht I. leitete, war seine Musik bei vielen Feiern, an Feiertagen, bei Konzerten und Umzügen zu hören. Zum Wesen der Musik Emil Tofts schrieb Franz Neuber: 'Seine Kompositionen waren gewiss nicht tiefschürfend, doch melodiös, ansprechend... wie selten einer konnte er die Herzen warm machen.' Im Komponistenhandbuch 1910 (Verlag Bruno Volger, Leipzig-Gohlis) ist Toft mit 300 Kompositionen vertreten, von denen immerhin 200 im Druck erschienen. Von Emil Toft stammen Ouvertüren, (einfachere) Streichquintette, Lieder, Walzer, die Musik zu einem Singspiel und 'verschiedene Märsche'. Die Umstände zum Ende des verlorenen Weltkriegs sowie familiäre Probleme veranlassten Emil Toft als Cellist in das knapp 80 km entfernte Leitmeritz zu ziehen, wo er 1918 verstarb. Wie bei manch anderem Komponisten dieser Zeit sind es die Märsche, die den Namen Toft nicht in Vergessenheit geraten lassen.