Niccolò Jommelli
7 kleine Kirchenkompositionen
für 1-5 Solostimmen und Generalbass (Erstdruck)
Niccolò Jommelli
7 kleine Kirchenkompositionen
für 1-5 Solostimmen und Generalbass (Erstdruck)
- Besetzung Chor
- Komponist Niccolò Jommelli
- Bearbeiter Wolfgang Hochstein
- Ausgabe Noten
- Verlag Edition Kunzelmann
- Bestell-Nr. KU-GM1223
Beschreibung:
Diffusa est gratia (Graduale) für 2 Soprane, Alt und Generalbass Diffusa est gratia (Offertorium) für Sopran, Alt, 2 Tenöre und Generalbass Im April 1749 wurde Niccolò Jommelli (17141774) zum Vizekapellmeister am römischen Petersdom ernannt; er sollte dem kränklichen Pietro Paolo Bencini, der seinen Kapellmeister-Pflichten nicht mehr nachkommen konnte, als 'Coadjutor' zur Seite stehen. Aus den folgenden Jahren, bis hin zu seiner Berufung an den Württembergischen Hof in Stuttgart (1753), datiert eine beträchtliche Zahl liturgischer Kompositionen: Der Opernkomponist Jommelli hat sich seinen Aufgaben als päpstlicher Kapellmeister also mit großem Engagement gewidmet. Das Spektrum der Werke aus dieser Schaffensphase reicht vom knappen motettischen Satz im stile antico bis hin zu ausgedehnten Psalmvertonungen mit konzertierenden Solostimmen und Orchester. Als Erstveröffentlichung bietet die vorliegende Edition eine Auswahl vom Kompositionen für Solostimmen und Generalbass - zumeist kürzere Werke, die allesamt für den liturgischen Gebrauch an St. Peter geschrieben wurden. Die Stücke lassen viele Merkmale erkennen, wie sie für Jommellis Stil - aber auch ganz generell für die 'vorklassische' Kirchenmusik - charakteristisch sind: Dazu gehören die häufigen Terzparallelen, der beliebte Gebrauch des Quartsextklanges als Vorhalts- oder Wechselakkord, verkürzte Septnonenakkorde in (doppel-) dominantischer Funktion oder die aus der Profanmusik bekannten Solokadenzen. In formaler Hinsicht sind die Stücke zumeist klar gegliedert; geradezu paradigmatisch für die zweiteilige Arienform sind die drei Sätze des Graduale Diffusa est gratia angelegt, und ausserdem arbeitet der Komponist gern mit dynamisch abgesetzten Wiederholungen von schlussbildenden Abschnitten. Durch vieltaktige Melismenketten, reiche Verzierungen und großen Ambitus werden an die Singstimmen oft recht hohe Anforderungen gestellt. Dabei bot es sich aus Gründen besserer praktischer Verwendbarkeit an, zwei Kompositionen dieser Ausgabe auch in tiefer transponierten Versionen wiederzugeben: In diesen Fällen wurde unter dem Generalbasssystem in der Originaltonart ein zweites System mit der transponierten Begleitung ergänzt. Im einzelnen sind zu den Stücken die folgenden Hinweise zu geben: Bene fundata est (D.I.2.): Es handelt sich um eine Vertonung der 4. Antiphon aus der Vesper am Kirchweihfest, datiert 1752. Das Fest 'In Dedicatione Ecclesiae' wird für den Petersdom am 18. November begangen, so dass der Termin der ersten Aufführung dieser Komposition klar zu bestimmen ist. Angesichts der hohen Lage des Originals wurde eine tiefer transponierte Version beigefügt. Besetzungsvariante: Sopran. Text: Festgegründet ist das Haus des Herrn auf starkem Fels. Juravit Dominus (D.I.7.): Das ebenfalls 1752 entstandene Stück gehört als 1. Antiphon in die Vesper an Apostel- und Evangelistenfesten ('De Apostolis et Evangelistis') Text: Der Herr hat geschworen, nie wird es ihn reuen: Du bist Priester auf ewig. Domus mea (D.I.4.): Diese Vertonung der 2. Antiphon für die Vesper am Kirchweihfest stammt aus dem Jahre 1750 (erste Aufführung in St. Peter wahrscheinlich am 18. November). Text: Mein Haus wird ein Haus des Gebets genannt. Haec est domus Domini (D.I.5.): Als gleichzeitig entstandenes Schwesterwerk von Domus mea bildet diese Komposition die 3. Antiphon der Vesper zu Kirchweih. Beide Stücke sind noch Anfang des 19. Jahrhunderts im Petersdom aufgeführt worden. Besetzungsvariante: Alt anstelle von Sopran Il. Text: Dieses ist ein standhaftes Haus des Herrn; festgegründet ist es auf starkem Fels. Diffusa est gratia (B.I.1.2.): Aus dem Jahre 1751 datiert diese Vertonung des Graduale mit Allelujavers für die Messe 'Nee Virgine nee Martyre (Messe von einer heiligen Frau, die nicht Märtyrin war). In der tiefer transponierten Fassung lässt sich die ganze Komposition mit den zwei Singstimmen Sopran und Alt aufführen. Der dritte Vers kann durch ein choraliter gesungenes Alleluja eingerahmt werden. Text: Dei