Orlando di Lasso
Stabat Mater
für Doppelchor (Homolya)
Orlando di Lasso
Stabat Mater
für Doppelchor (Homolya)
- Besetzung 2 Chöre
- Komponist Orlando di Lasso
- Bearbeiter Istvan Homolya
- Ausgabe Chorpartitur
- Verlag Edition Kunzelmann
- Bestell-Nr. KU-OCT10097
Beschreibung:
Die für Doppelchor geschriebene Komposition Stabat Mater von Orlando di Lasso (1532-1594) ist eine der späteren Lasso-Motetten und dürfte am Anfang der achtziger Jahre des 16. Jahrhunderts entstanden sein. Im Druck ist das Werk zum erstenmal 1585 in München erschienen (Orlandi Lassi... sacrae cantiones: antehac nunquam nec visae, nec typis uspiam [sic] excusae. Quatuor vocum. München, Adam Berg). Die Ausgabe enthält in vier Stimmbüchern 31 vierstimmige Motetten. Die abschliessende zweiunddreissigste ist die achtstimmige Komposition StabatMater. Die Aufteilung der acht Stimmen auf vier Bände erfolgte derart, dass jedes Stimmbuch je zwei Stimmen enthält; Discantus und Altus bilden den ersten Chor, Tenor und Bassur den zweiten. Die Komposition ist zwei Jahre später auch in einer Pariser Sammlung erschienen (Sacrarum cantionum moduli quatuor vocibus contexti auctore Orlando Lassusio. Paris, A. le Roy & R. Ballard, 1587). Die einzige neuzeitliche Ausgabe des Werkes wurde um die Mitte des vorigen Jahrhunderts von Franz Commer veröffentlicht (Collectio operum musicorum Batavorum saeculi XVL Bd. 12, p. 68ff). Die Commersche Sammlung ist teils infolge ihrer Unzugänglichkeit und teils ihrer UnverläLilichkeit heutzutage weder für wissenschaftliche Zwecke noch für die Vortragspraxis geeignet. Das Gedicht von Jacopone da Todi [?] wurde in Form eines zehnteiligen Motettenzyklus vertont. In den Strophen 1-9 singen die beiden Chöre abwechselnd: die ungeraden werden vom ersten, die geraden vom zweiten Chor vorgetragen. In der abschliessenden Motette vereinigen sich die beiden Chöre zu einem achtstimmigen Dialog. Lasso behielt demnach in neun Teilen seines Werkes die für seinen späteren Stil charakteristische vierstimmige Bauweise und verwendete nur in einem Teil die von den venezianischen Meistern entwickelte, sogenannte polychorale Technik. Im Stil des Werkes kommen übrigens die wichtigsten Charakterzüge des späteren Lasso-Stils zur Geltung: Ausgeglichenkeit, Konzentriertheit und Vereinfachung der Ausdrucksmittel. Charakteristisch ist vor allem das Gleichmass der einzelnen Motetten. Das aus zehn Sätzen bestehende Werk ist ein Musterbeispiel für die zyklische Bauweise. Die Dramaturgie der Motettenabschnitte folgt genau dem Gedankeninhalt des Textes. Innerhalb des ersten Teiles des Zyklus, der mit der fünften Strophe schliesst, bilden die dritte und fünfte Motette den Schwerpunkt. Der zweite Teil - das Gebet an Maria - beginnt mit dem sechsten Satz von zentraler Bedeutung und hervortretender Ausdruckskraft. Von den übrigen vier Abschnitten spielen die Sätze VIII und X die Rolle der Pfeiler. Unsere Ausgabe basiert auf der Erstausgabe vom Jahre 1585; ein Exemplar der Motettensammlung wurde uns von der Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz, Berlin zur Verfügung gestellt. Die Ausgabe Adam Bergs wurde mit großer Sorgfalt und Genauigkeit sowie sicherlich unter der persönlichen Aufsicht des Komponisten verfertigt; ein Beweis hierfür ist der fehlerlose Musiktext der Komposition Stabat Mater. Die Pariser Ausgabe vom Jahre 1587 wurde nicht berücksichtigt, da sie ohne Mitwirkung des Komponisten und aufgrund der Bergschen Ausgabe hergestellt wurde. Eine handschriftliche Quelle des Werkes ist heutzutage nicht bekannt. Die ursprünglichen Rhythmuswerte wurden im Verhältnis 2:1 diminuiert. Um den gleichmässigeren Tonumfang der Stimmen zu sichern, wurde Tenor II und Bass I im achten Abschnitt, Discantus I und II sowie Tenor II und Bassus I im zehnten Abschnitt getauscht. Die vom Herausgeber vorgeschlagenen Versetzungen sind oberhalb der betreffenden Note vermerkt. Jedes Versetzungszeichen bezieht sich nur auf den Ton, vor, bzw, über welchem es steht. Die Ligaturen sind mittels eckigen, die Tongruppe verbindenden Klammern angegeben. Die Kolorierung (schwarze Noten) ist durch Taktwechsel, bzw. Triolenzeichen aufgelöst. Die Textvariante der Quelle wurde durchweg beibehalten, nur in der Ortographie einzelner Worte und in der Interpunktion wurde die Schreibart