Max d' Ollone
Hymne
sur un poème de Jean Racine
Max d' Ollone
Hymne
sur un poème de Jean Racine
- Besetzung Gemischter Chor (SATB) und Orchester
- Komponist Max d' Ollone
- Bearbeiter Cyril Bongers
- Texter Jean Racine
- Ausgabe Klavierauszug und Stimme(n)
- Verlag Symétrie
- Bestell-Nr. 9790231806335
Beschreibung:
In der Inszenierung von Max d'Ollone ist die Hymne kein isoliertes Werk, sondern gehört zusammen mit L'Été, Sous-Bois und Pendant la tempête zu einer Reihe von vier Chören, die im Zusammenhang mit dem Wettbewerb um den Prix de Rome entstanden. Er wurde 1803 ins Leben gerufen und nach den Ereignissen im Mai 1968 aufgehoben. Er war mehr als anderthalb Jahrhunderte lang die begehrteste französische Auszeichnung für Musikkomposition gewesen. Er wurde vom Institut de France organisiert und sicherte seinen Preisträgern, wenn nicht die Gewissheit einer einfachen zukünftigen Karriere, so doch zumindest einen wichtigen Zugang zur künstlerischen Welt und einen mehrjährigen Aufenthalt in Italien in der prestigeträchtigen Villa Medici. Tatsächlich widerstanden nur wenige der Anziehungskraft dieses Preises, der die Krönung eines langjährigen Studiums sein könnte. Selbst die fortschrittlichsten Vertreter der französischen Kunst wie Berlioz, Debussy oder Ravel bemühten sich, die eher konservativen Erwartungen der Académie des Beaux-Arts zu erfüllen. Ab 1894 nahm d'Ollone an dem Wettbewerb teil. Die erste Runde war eine Ausscheidungsrunde, in der die Kandidaten innerhalb einer Woche eine Fuge und einen Chor mit Orchesterbegleitung zu einem vorgegebenen Gedicht komponieren sollten. Die zweite Runde bestand in der Komposition einer großen Kantate für drei Solostimmen, wie z.B. Frédégonde, mit der er den angesehenen Ersten Großen Preis gewann.
Ausnahmsweise musste d'Ollone bei seiner zweiten Teilnahme im Mai 1895 an einem Text liturgischen Ursprungs arbeiten. Das den Kandidaten angebotene Gedicht von Jean Racine gehört zu den Hymnes traduits du bréviaire romain (aus dem Breviarum romanum übersetzte Hymnen), einem frühen Werk, das Fauré zu seiner berühmten Cantique de Jean Racine (1865) inspiriert haben soll. Doch während das erste Werk ein Meisterwerk der Ehrfurcht und der meditativen Innerlichkeit darstellt, ist das zweite Werk kraftvoller und demonstrativer, mit fast lyrischen Akzenten, die der Bühne näher sind als der Tribüne. So lässt sich über eine offensichtliche Verwandtschaft der beiden 20-jährigen Komponisten hinaus auch die Kluft zwischen den beiden wichtigsten Ausbildungsstätten, der Niedermeyer-Schule und dem Konservatorium, messen. Allerdings gibt es hier kaum einen Bruch oder eine Revolution: d'Ollone zeigt in seiner Hymne in erster Linie das Bemühen, den Anforderungen des Wettbewerbs gerecht zu werden; er achtet die große akademische Tradition und liefert ein ebenso elegantes wie ausgewogenes Werk. Sicherlich gehört dieses Werk nicht zu den kühnsten des Komponisten, aber es besticht durch seine Einfachheit und die Flexibilität seiner Vokalmusik, insbesondere in seinem zentralen Teil, der den Solostimmen gewidmet ist, unterstrichen durch eine Begleitung mit verschiedenen Farben und gefestigt durch ein dynamisches Thema, das schon in den ersten Takten zu hören ist. Zweifellos können so viele Raffinessen nur für dieses unbekannte Repertoire sprechen...
(Übersetzung Philippe Do)
Details: gemischter Chor (SATB), 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken, 2 Harfen, Streicher
Ausnahmsweise musste d'Ollone bei seiner zweiten Teilnahme im Mai 1895 an einem Text liturgischen Ursprungs arbeiten. Das den Kandidaten angebotene Gedicht von Jean Racine gehört zu den Hymnes traduits du bréviaire romain (aus dem Breviarum romanum übersetzte Hymnen), einem frühen Werk, das Fauré zu seiner berühmten Cantique de Jean Racine (1865) inspiriert haben soll. Doch während das erste Werk ein Meisterwerk der Ehrfurcht und der meditativen Innerlichkeit darstellt, ist das zweite Werk kraftvoller und demonstrativer, mit fast lyrischen Akzenten, die der Bühne näher sind als der Tribüne. So lässt sich über eine offensichtliche Verwandtschaft der beiden 20-jährigen Komponisten hinaus auch die Kluft zwischen den beiden wichtigsten Ausbildungsstätten, der Niedermeyer-Schule und dem Konservatorium, messen. Allerdings gibt es hier kaum einen Bruch oder eine Revolution: d'Ollone zeigt in seiner Hymne in erster Linie das Bemühen, den Anforderungen des Wettbewerbs gerecht zu werden; er achtet die große akademische Tradition und liefert ein ebenso elegantes wie ausgewogenes Werk. Sicherlich gehört dieses Werk nicht zu den kühnsten des Komponisten, aber es besticht durch seine Einfachheit und die Flexibilität seiner Vokalmusik, insbesondere in seinem zentralen Teil, der den Solostimmen gewidmet ist, unterstrichen durch eine Begleitung mit verschiedenen Farben und gefestigt durch ein dynamisches Thema, das schon in den ersten Takten zu hören ist. Zweifellos können so viele Raffinessen nur für dieses unbekannte Repertoire sprechen...
(Übersetzung Philippe Do)
Details: gemischter Chor (SATB), 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken, 2 Harfen, Streicher