Cristobal de Morales
Magnificat du premier ton
du manuscrit 5 de Valladolid
Cristobal de Morales
Magnificat du premier ton
du manuscrit 5 de Valladolid
- Besetzung Gemischter Chor (SATB)
- Komponist Cristobal de Morales
- Bearbeiter Cristina Diego Pacheco
- Ausgabe Noten
- Verlag Symétrie
- Bestell-Nr. 9790231808063
Beschreibung:
Dieses Cristóbal de Morales zugeschriebene Magnificat primi toni stammt aus dem Manuskript 5 der Kathedrale von Valladolid und wurde bis heute in keiner gedruckten Ausgabe aufgeführt. Die Magnificats von Morales waren seine berühmtesten Werke, von denen einige vor 1600 nicht weniger als fünfzehn Ausgaben erlebten. Sie wurden oft kopiert und waren in Europa und in der Neuen Welt im Umlauf. Im Jahr 1592, fast vierzig Jahre nach dem Tod von Morales, schrieb Zacconi, dass seine Magnificats immer noch "in hundert Kirchen" gesungen wurden. Im 18. Jahrhundert betrachtete Girolamo Chiti, der Chorleiter von St. Johannes im Lateran, die Magnificats von Morales als "die besten Werke des päpstlichen Chores" und verdiente seiner Meinung nach ein "allgemeines Lob". Das Magnificat primi toni wurde für vier Stimmen geschrieben (SATB mit einer eher tiefen Altstimme) und ist in seiner Struktur vollkommen konsistent, soweit die Verwendung des gleichen Modus für alle Abschnitte damals nicht die vorherrschende Regel war. Das Werk fällt in den Stil der kontinuierlichen Imitation, mit vielen Themen(neu)formulierungen, deren Dichte den zutiefst kantablen Charakter des Stücks nicht unterdrückt. Der eigentliche Wert des Magnificat hängt vor allem von dem Talent des Komponisten ab, den Prinzipien des cantus firmus migrans im Klagelied zu folgen und gleichzeitig eine Reihe zusätzlicher Melodien zu entwickeln, die manchmal neben und manchmal unter der ursprünglichen gregorianischen Melodie liegen. Die gregorianische Melodie wird jedoch nie vollständig wörtlich oder explizit dargestellt, schon gar nicht in langen, leicht erkennbaren Werten. Morales genießt es, sie zu verkürzen, umzuschreiben und sogar anzudeuten. Außerdem wird die schöpferische Fähigkeit des Komponisten durch die Wiederholungen dieser zusätzlichen Melodien nicht geschmälert, sondern im Gegenteil durch die harte Arbeit der Konstruktion und der ständigen Rekonstruktion von Themen gesteigert. Trotz dieser scheinbaren Komplexität spielen sich die melodischen Bewegungen die meiste Zeit in zusammenhängenden Intervallen ab, einschließlich der Verwendung von zusammenhängenden aufsteigenden Bewegungen in Halbminimen, insbesondere für die "Bassus"-Stimme (eine für den Komponisten typische Technik). Die von Morales geschaffenen Melodien erlauben eine leichte und sehr angenehme gesangliche Interpretation, bei der Dissonanzen fast nicht vorkommen. Es ist höchstwahrscheinlich der Sänger Morales, der uns hier ein vokales Meisterwerk schenkt.
(Übersetzung Philippe Do)
(Übersetzung Philippe Do)