Johann Balthasar Christian Freislich
Passio Domini nostri Jesu Christi - Matthäus-Passion (FreisWV C 2)
für Soli, Chor, zwei Violinen, Viola und Basso continuo
Johann Balthasar Christian Freislich
Passio Domini nostri Jesu Christi - Matthäus-Passion (FreisWV C 2)
für Soli, Chor, zwei Violinen, Viola und Basso continuo
- Besetzung Soli, gemischter Chor (SATB), Streicher und Basso continuo
- Ausgabe Orgelpartitur
- Komponist Johann Balthasar Christian Freislich
- Verlag Ortus Musikverlag
- Herausgeber Siegfried Mangold
- Bestell-Nr. ORT351-4
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Beschreibung:
Reihe Musik zwischen Elbe und Oder Bd. 45
Die Partitur ORT351-1 ist ein Festeinband mit 94 Seiten.
Der Stimmensatz ORT351-2 besteht aus: Streicher einfach, Bc doppelt.
Die Chorpartitur ORT351-3 enthält auch alle Rezitative.
Zusätzlich ist eine ausgesetzte Orgelstimme ORT351-4 erhältlich
Die thüringische Residenzstadt Sondershausen kann auf eine reiche musikgeschichtliche Tradition zurückblicken. Als Glücksfall für Forschungen zur Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts erwies sich insbesondere, dass mit dem 1870 wiederentdeckten ehemaligen Kapellarchiv eine zentrale Periode der Geschichte der Sondershäuser Hofkapelle gut dokumentiert ist. Das Archiv beinhaltet u.a. Musikhandschriften zu Werken von Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749), Agostino Steffani (1654-1728), Reinhard Keiser (1674-1739), Georg Philipp Telemann (1681-1764), Christoph Förster (1693-1745), Melchior Hoffmann (1697c-1715) und Johann Balthasar Christoph Freislich (1687-1764). Letzterer war Kapellmeister der Hofkapelle ab etwa 1716 bis 1731. In dieser Funktion oblag ihm die Verantwortung für die gesamte weltliche und geistliche Musik am Hof, dazu zählte auch die musikalische Gestaltung der Gottesdienste in der Schlosskapelle und in der Stadtkirche St. Trinitatis, für die er eigene Kompositionen beisteuerte, aber auch auf Kompositionen berühmter Kollegen (Stölzel, Keiser, Telemann u.a.) zurückgriff.
Zwei Passionen sind von Freislich überliefert. Neben einer Passion auf den wirkmächtigen Text des Hamburger Barthold H. Brockes (FreisWV C 4) vertonte Freislich ein Libretto zur Matthäus-Passsion(FreisWV C 2), das bereits sein Kapellkollege Johann Christoph Rothe (1653-1700) zur Grundlage einer Passion für den Hofgottesdienst an Karfreitag 1697 gemacht hatte. Zu Freislichs Matthäus-Passion ist ein Librettodruck überliefert, der es nahelegt, dass die Aufführung des Werkes 1720 in der Stadtkirche St. Trinitatis stattfand und dass das Werk dort an Stelle der über viele Jahrzehnte jährlich musizierten Matthäus-Passion von Melchior Vulpius (um 1570-1615) erklang, einer Choralpassion aus dem Jahr 1613.
Womöglich um diesen Traditionsumbruch für die Gemeinde nachvollziehbar zu halten, gestaltete Freislich die hinzutretenden Arien auf bibelfremde Texte als schlichte vierstimmige Chor-Arien, die damals von den Solisten gemeinsam vorgetragen wurden. Neben diesen Arien, die in ihrer Form singulär in der Geschichte der Oratorischen Passion sind, zeichnet sich das Werk durch ausdrucksstarke Rezitative, kurze und prägnante Turbae-Chöre und einfühlsam-kommentierende Choräle aus und ist somit auch für kleinere Kantoreien gut zu bewältigen. Das Stück lag Freislich wohl am Herzen, denn die Partitur und das Stimmenmaterial nahm er 1731 in sein Amt als Kapellmeister an St. Marien nach Danzig mit, wo es in veränderter Gestalt ebenfalls mehrfach aufgeführt wurde.
Die Partitur ORT351-1 ist ein Festeinband mit 94 Seiten.
Der Stimmensatz ORT351-2 besteht aus: Streicher einfach, Bc doppelt.
Die Chorpartitur ORT351-3 enthält auch alle Rezitative.
Zusätzlich ist eine ausgesetzte Orgelstimme ORT351-4 erhältlich
Die thüringische Residenzstadt Sondershausen kann auf eine reiche musikgeschichtliche Tradition zurückblicken. Als Glücksfall für Forschungen zur Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts erwies sich insbesondere, dass mit dem 1870 wiederentdeckten ehemaligen Kapellarchiv eine zentrale Periode der Geschichte der Sondershäuser Hofkapelle gut dokumentiert ist. Das Archiv beinhaltet u.a. Musikhandschriften zu Werken von Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749), Agostino Steffani (1654-1728), Reinhard Keiser (1674-1739), Georg Philipp Telemann (1681-1764), Christoph Förster (1693-1745), Melchior Hoffmann (1697c-1715) und Johann Balthasar Christoph Freislich (1687-1764). Letzterer war Kapellmeister der Hofkapelle ab etwa 1716 bis 1731. In dieser Funktion oblag ihm die Verantwortung für die gesamte weltliche und geistliche Musik am Hof, dazu zählte auch die musikalische Gestaltung der Gottesdienste in der Schlosskapelle und in der Stadtkirche St. Trinitatis, für die er eigene Kompositionen beisteuerte, aber auch auf Kompositionen berühmter Kollegen (Stölzel, Keiser, Telemann u.a.) zurückgriff.
Zwei Passionen sind von Freislich überliefert. Neben einer Passion auf den wirkmächtigen Text des Hamburger Barthold H. Brockes (FreisWV C 4) vertonte Freislich ein Libretto zur Matthäus-Passsion(FreisWV C 2), das bereits sein Kapellkollege Johann Christoph Rothe (1653-1700) zur Grundlage einer Passion für den Hofgottesdienst an Karfreitag 1697 gemacht hatte. Zu Freislichs Matthäus-Passion ist ein Librettodruck überliefert, der es nahelegt, dass die Aufführung des Werkes 1720 in der Stadtkirche St. Trinitatis stattfand und dass das Werk dort an Stelle der über viele Jahrzehnte jährlich musizierten Matthäus-Passion von Melchior Vulpius (um 1570-1615) erklang, einer Choralpassion aus dem Jahr 1613.
Womöglich um diesen Traditionsumbruch für die Gemeinde nachvollziehbar zu halten, gestaltete Freislich die hinzutretenden Arien auf bibelfremde Texte als schlichte vierstimmige Chor-Arien, die damals von den Solisten gemeinsam vorgetragen wurden. Neben diesen Arien, die in ihrer Form singulär in der Geschichte der Oratorischen Passion sind, zeichnet sich das Werk durch ausdrucksstarke Rezitative, kurze und prägnante Turbae-Chöre und einfühlsam-kommentierende Choräle aus und ist somit auch für kleinere Kantoreien gut zu bewältigen. Das Stück lag Freislich wohl am Herzen, denn die Partitur und das Stimmenmaterial nahm er 1731 in sein Amt als Kapellmeister an St. Marien nach Danzig mit, wo es in veränderter Gestalt ebenfalls mehrfach aufgeführt wurde.
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