William Byrd
Salve Regina
für 5-stimmigen gemischten Chor
William Byrd
Salve Regina
für 5-stimmigen gemischten Chor
- Besetzung Gemischter Chor (5-stimmig)
- Komponist William Byrd
- Ausgabe Chorpartitur
- Verlag Edition Kunzelmann
- Bestell-Nr. KU-OCT10107
Beschreibung:
William Byrd (1543-1623), einer der grössten Meister seiner Zeit ist vor allem durch seine Instrumentalwerke und innerhalb dieses Gebietes durch die Tokkatenstücke in 'Fitzwilliams Virginal Book' sowie 'My Lady Nevells Booke' bekannt. Der Schwerpunkt seiner kompositorischen Tätigkeit liegt aber doch in seinen Vokalwerken. Seine erste Motettensammlung ist 1575 erschienen. Ihr folgten 1589 und 1591 neuere Bände. Das vorliegende Stück ist der 1591-er Sammlung entnommen, wo es als Nr. VI und VII bezeichnet ist, da der erste und der zweite Teil (prima pars, secunda pars) einzeln numeriert sind. Die hier veröffentlichte, mit den Worten 'Salve Regina mater misericordiae' beginnende Maria Antiphone zeichnet sich vor allem durch die meisterhafte Schlichtheit der Vertonung aus. Der in den späteren Byrd-Werken oft vorkommende Chromatismus, oder gerade die Echotechnik der aus Venedig stammenden mehrchörigen Bauweise kommt hier ebenso wenig zu Wort, wie sich auch die vollständige Serie der 'Cantiones sacrae' auch nur ausnahmsweise derartiger besonderer Lösungen bedient. Das Stück ist vom Geist der bis ins letzte ausgereiften und reinen Vokalpolyphonie durchdrungen: Sorgfältig vorbereitete und aufgelöste Dissonanzen, breitgeschwungene, in der Natur der menschlichen Singstimme wurzelnde Melodik, durchsichtige Faktur und eine Reihe von Madrigalismen bzw. Klangsymbolen kennzeichnen die Komposition. So bildet der beim Wort 'salve' einsetzende fröhliche Jubel im Takt 15, oder die im Takt 30 beginnende grössere Formenfläche, die in tiefen Lagen das Bild des 'irdischen Jammertals' schildert, je ein schönes Beispiel für den Ausdrucksreichtum von Byrd. Das musikalische Gewebe dieser und ähnlicher Stellen löst automatisch die gewünschte Wirkung aus, ohne dass der Interpret ein Crescendo, oder irgendein anderes, in der modernen Vortragskunst übliches Vorgehen verwenden müsste. Eigenartig ist, ohne Zweifel, der für das ganze Werk bezeichnende dunkle Klang, das Vermeiden der Sopranstimme. Dadurch gewinnt das Werk einen intimen und mystischen Charakter. Ebendeshalb wurde in unserer Ausgabe die ursprüngliche Lage der einzelnen Stimmen beibehalten. Infolge des großen Tonumfangs gibt es wenig Möglichkeiten der Transponierung. Nötigenfalls kann das Werk um eine Kleinterze höher transponiert, und in diesem Fall von drei Frauenstimmen (Sopran I-II, Alt) bzw. zwei Männerstimmen (Tenor, Bass) vorgetragen werden. Bei der Transposition kann jedoch die Altstimme infolge der tiefen Lage Schwierigkeiten bereiten, und wegen der Verschiebung der Gesamtlage das Werk etwas von der obenerwähnten dunklen Klangfarbung verlieren. Der Notentext unserer Ausgabe basiert auf zwei Quellen, deren Material wir mit der Urausgabes verglichen haben. Einige offensichtliche Fehler der ersteren wurden aufgrund der letzteren stillschweigend verbessert. Die Verwendung moderner Vortragszeichen hielten wir für überflüssig. Bei der Veröffentlichung des lateinischen Textes sind wir im Sinne der Vatikanischen Orthographie vorgegangen. András Pernye