Bastien David
Chlorophyll Synthesis
for large ensemble, chorus and metallophone
Bastien David
Chlorophyll Synthesis
for large ensemble, chorus and metallophone
- Besetzung Chor, Ensemble und Glockenspiel
- Komponist Bastien David
- Ausgabe Noten
- Verlag Editions Henry Lemoine
- Bestell-Nr. LEMO29730
Beschreibung:
Hier wurde jede existierende Natur von der räuberischen Energie der sich ausdehnenden städtischen Welten verschlungen. Das war der Ausdruck zum Zittern - zum Zittern, Klappern, Wackeln, Erschüttern, Wellen, Knittern... - von Bastien David, um Urban Song zu umarmen, das im Februar 2020 beim Festival Présences uraufgeführt wurde. Zwei Jahre nach dem Stillstand der Welt haben der Trubel der Stadt und die Entgleisung unseres Systems Platz für Chlorophyll synthesis und seine Schöpferische Natur gemacht. Es ist eine Entfernung, ein Rückzug, ein Sich-Zurückziehen in die tellurischen Tiefen, ein stilles Eintauchen in den Augenblick: mikroskopisch, unermesslich pflanzlich. Dann liegt das Ideal des Stücks vielleicht irgendwo an der Kreuzung der Lebewesen; an ihrer Begegnung. Symbiose und Syntropie eines Kinderchors, in dem jede und jeder ein Solist, aber niemals ein Einzelgänger ist, die neue und primitive Technologie des Metallophons mit seinen sechs mal zehn Fingern, die kommunikative Organizität des Instrumentalensembles: Diese drei Einheiten sind wie drei Organe, die ihrerseits aus so vielen Körpern bestehen, die voneinander abhängig sind, funktionieren und leben. Der Klang entdeckt einen Raum, in dem die "Zeit der Pflanzen" läuft und unaufhörlich von der utopischen und geduldigen Prozession der Insekten durchlaufen wird. Diese können sie in ihrer eigenen Existenz nicht umrunden, aber ihr breites, immanentes Bewusstsein wacht über ihre endlose Parade. Chlorophyll synthesis, der zweite Satz einer noch unvollendeten Reise, verkörpert einen radikalen und freiwilligen Paradigmenwechsel; eine andere Art zu existieren, kühn poetisch und unendlich sensibel, in der die menschliche und nichtmenschliche Komplizenschaft zur Grundlage eines Imaginären wird, einer anderen Welt, die wir mit und für zukünftige Generationen zusammenstellen können. Weit entfernt, im Halbschatten eines vergessenen Unterholzes, vertraut uns die Flora ihr Omen durch den Gedanken an. Léonard Pauly