Michael Haydn
Completorium
für gem. Chor, 2 Trompeten, 2 Violinen und Bc.
Michael Haydn
Completorium
für gem. Chor, 2 Trompeten, 2 Violinen und Bc.
- Besetzung Gemischter Chor, 2 Trompeten, 2 Violinen und Basso Continuo
- Komponist Michael Haydn
- Ausgabe Partitur
- Verlag Edition Kunzelmann
- Bestell-Nr. KU-OCT10119
Beschreibung:
Das Klafsky Verzeichnis (DTÖ XXXII) registriert aus dem reichen kirchenmusikalischen Schaffen von Johann Michael Haydn (1737-1806) insgesamt nur zwei Completorien (IV. Gruppe, Vespern, Nr. 7a: C-Dur und 7b: A-Dur). Das Completorium in C-Dur komponierte M. Haydn im Sommer des Jahres 1802 in Salzburg, auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn. Das Werk bildet im Rahmen der Liturgie den Abschluss des Tagesoffiziums und besteht aus vier, deutlich voneinander getrennten, doch zugleich unmittelbar aneinander angepassten Teilen: aus drei Psalmen und einer Hymne. (Cum invocarem = 4. Psalm; 4/4, Allegro moderato, C-Dur; Qui habitat in adjutorio = 90. Psalm; 3/4 Allegretto, a-Moll; Ecce nunc benedicite = 133. Psalm; 4/4, Allegro non troppo, F-Dur; - Te lucis ante terminum = Hymne; 3/4, Un poco allegro, C-Dur). Das Vortragsensemble besteht aus vier Singstimmen, zwei Trompeten, zwei Geigenstimmen und der Orgel. (Der Streicherbass kann natürlich auch mit der Stimme der letzteren mitspielen). Unsere Publikation basiert auf der handgeschriebenen Originalpartitur, die einst im Besitz der Esterhßzy Musikaliensammlung war und gegenwärtig in der Musiksammlung der Budapester Nationalbibliothek Szechenyi vorliegt. Die Seiten 1-40 des Manuskriptes enthalten die drei Psalmen, wogegen die Hymne (Seiten 41-47) eine andere Signatur trägt (Ms.mus.II.53, bzw. 35), obwohl die Zusammengehörigkeit durch fortlaufende Numerierung der Seiten und das identische Format des Notenpapiers (23,5x33 cm) bewiesen ist. Die Titelinschrift auf der ersten Seite lautet: Completorium a 4 Voci in pieno, 2 Violini, 2 Clarini e l'Organo. Di Giov: [anni] Michele Haydn mpia. Die Ergänzung des Titels lautet (mit der Schrift einer fremden Hand): zum Schluss einer Vesper. Auf der 41. Seite trägt der abschliessende Teil der Komposition eine eigene Titelinschrift: Hymnus; vermutlich diese Betitelung war der Grund für die Trennung der beiden Teile des Manuskriptes. Die Ergänzung dieser letzteren Titelinschrift ist: Graduale (ebenfalls von fremder Hand). Der Komponist hatte am Ende des Werkes das Manuskript auch mit einer Datierung versehen: S. [alisburgi] 23 Julii 802. (47. Seite). Ebenfalls in der Musiksammlung der Nationalbibliothek Széchényi ist auch eine zweite, handgeschriebene Partitur kleinen Formats (11,5x21,5 cm) des Hymnus aufbewahrt, die wahrscheinlich (mindestens im Notenteil) eine Abschrift ist, obwohl die Titelinschrift bis zum Verwechseln der Handschrift M. Haydns ähnlich ist und neben dem Namen sogar die Bezeichnung mpia [manu propria] steht. Der Titel lautet: Hymnus ad Completorium. Numerierung der Seiten: 41-48. Das Datum stimmt mit dem des vollständigen Manuskriptes überein. Die Signatur ist: Ms.mus.II36. Die im Autograph stehenden dynamischen und Artikulationszeichen wurden an allen Stellen unverändert übernommen; unsere eigenen Ergänzungen, die natürlich nur eine Version unter mehrerlei Vortragsmöglichkeiten bedeuten wurden in Klammern, im Falle von Ligaturen als gestrichelte Bindebögen angegeben. Die Schreibweise des betonten kurzen Vorschlags wurde vereinheitlicht, ebenso wurden Staccatos einheitlich verzeichnet die ja in der Mehrzahl keine ausgesprochen Staccatos sind, sondern lediglich eine non legato Spielweise vorschreiben. Aus der Organo-Stimme wurden die ziemlich inkonsequent angewendeten Bezeichnungen T.[utti] bzw. S.[olo] weggelassen, da sie aus der Partitur sowieso eindeutig zu ersehen sind. Mßria P. Eckhardt