Francesco Cavalli, Jean Baptiste Lully
Il Xerse
Dramma per musica
Francesco Cavalli, Jean Baptiste Lully
Il Xerse
Dramma per musica
- Besetzung Soli, Chor, 2 Violinen und Basso Continuo
- Komponist Francesco Cavalli Jean Baptiste Lully
- Serie Francesco Cavalli. Opere
- Herausgeber Barbara Nestola Michael Klaper
- Texter Nicolò Minato
- Ausgabe Partitur
- Verlag Bärenreiter Verlag
- Bestell-Nr. BA8914-01
inkl. MwSt.,
zzgl. Versand
Nicht in allen Ländern verfügbar. Mehr erfahren
Beschreibung:
Francesco Cavallis "Xerse" (Venedig 1655) war eine der erfolgreichsten Opern des 17. Jahrhunderts. Unter ihren zahlreichen Wiederaufnahmen sticht jene für den Pariser Hof anlässlich der Hochzeitsfeierlichkeiten für Ludwig XIV. 1660 hervor, wobei die hier aufgeführte Fassung, abgesehen von einem gedruckten Szenar, durch eine Abschrift der Partitur dokumentiert ist. Damit werden umfangreiche dramaturgische Änderungen einsichtig, die sich mit einer französischen Rezeptionssituation in Verbindung bringen lassen, etwa eine Gliederung in fünf (statt in drei) Akte, denen ebenso wie dem Prolog Ballette folgen, die von dem französischen Komponisten Jean-Baptiste Lully komponiert wurden. Damit in Zusammenhang stehend, wurde die Oper stark gekürzt und außerdem die Rolle des Titelhelden, ursprünglich für einen Altkastraten geschrieben, ins Bassbariton-Register transponiert, um zeitgenössischen französischen Vorstellungen von einer angemessenen Bühnenrepräsentation zu entsprechen.
Die Handlung von "Xerse" ist, nach dem antiken Geschichtsschreiber Herodot, dem Perser-könig des 5. Jahrhunderts vor Christus gewidmet, der versuchte, Griechenland zu erobern. Verbunden ist dies in der Oper mit einer Intrigenstruktur, die einem Theaterstück des spanischen Dichters Lope de Vega (1562–1635) entlehnt ist. Xerse, obgleich mit der ihm standesgemäßen Prinzessin Amastre verlobt, verliebt sich in die gesellschaftlich unter ihm stehende Romilda, die wiederum in wechselseitiger Liebe mit Xerses Bruder Arsamene verbunden ist. Der Perserkönig verhält sich in seinem Liebeswerben, seiner Eifersucht und seinem tyrannischen Gebaren so unbotmäßig, wie es nur geht - um erst ganz am Ende in seine Heirat mit Amastre einzuwilligen und das Happy End herbeizuführen. Während dies in der Stadtrepublik Venedig als kritische und schmunzelnde Auseinandersetzung mit der Staatsform der Monar-chie gesehen werden konnte, wurde es in Paris wohl eher als eine Ermahnung an den französi-schen König zu standesgemäßem Verhalten aufgefasst.
Ein Libretto ist nicht überliefert, so dass es aus der Partitur rekonstruiert werden musste – eine Herausforderung für die Edition der Pariser Fassung. Zugleich galt es, aus dieser keineswegs fehlerfreien Quelle das für die Pariser Einrichtung Charakteristische herauszuschälen: beschleunigte Rezitative etwa und die Kürzung von Koloraturen. Im Vergleich mit dem Szenar zeigt sich, dass die aufgeführte Fassung noch weitaus mehr Streichungen ganzer Szenen aufwies, als dies die Partitur allein vermuten lässt. Damit besteht nun die Möglichkeit, die authentische Pariser Version von "Xerse" wieder auf die Bühne zu bringen.
Die Handlung von "Xerse" ist, nach dem antiken Geschichtsschreiber Herodot, dem Perser-könig des 5. Jahrhunderts vor Christus gewidmet, der versuchte, Griechenland zu erobern. Verbunden ist dies in der Oper mit einer Intrigenstruktur, die einem Theaterstück des spanischen Dichters Lope de Vega (1562–1635) entlehnt ist. Xerse, obgleich mit der ihm standesgemäßen Prinzessin Amastre verlobt, verliebt sich in die gesellschaftlich unter ihm stehende Romilda, die wiederum in wechselseitiger Liebe mit Xerses Bruder Arsamene verbunden ist. Der Perserkönig verhält sich in seinem Liebeswerben, seiner Eifersucht und seinem tyrannischen Gebaren so unbotmäßig, wie es nur geht - um erst ganz am Ende in seine Heirat mit Amastre einzuwilligen und das Happy End herbeizuführen. Während dies in der Stadtrepublik Venedig als kritische und schmunzelnde Auseinandersetzung mit der Staatsform der Monar-chie gesehen werden konnte, wurde es in Paris wohl eher als eine Ermahnung an den französi-schen König zu standesgemäßem Verhalten aufgefasst.
Ein Libretto ist nicht überliefert, so dass es aus der Partitur rekonstruiert werden musste – eine Herausforderung für die Edition der Pariser Fassung. Zugleich galt es, aus dieser keineswegs fehlerfreien Quelle das für die Pariser Einrichtung Charakteristische herauszuschälen: beschleunigte Rezitative etwa und die Kürzung von Koloraturen. Im Vergleich mit dem Szenar zeigt sich, dass die aufgeführte Fassung noch weitaus mehr Streichungen ganzer Szenen aufwies, als dies die Partitur allein vermuten lässt. Damit besteht nun die Möglichkeit, die authentische Pariser Version von "Xerse" wieder auf die Bühne zu bringen.