Kadenzurlaub
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Mathias Rüegg
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Beschreibung:

  • Seiten: 17
  • Erschienen: 09.05.2012
  • ISMN: 9790012200987
1900 und 1901 tourte John Philip Sousas amerikanische Ragtimeband mit einem gewissen Arthur Pryor durch Europa. Dieser Ventilposaunist gilt als der Erfinder des Glissandos, das u.a. die zeitgenössischen Komponisten von Ravel, über Strawinksy, Debussy bis zu Schönberg und Zemlinksy schwer beeindruckt haben dürfte. Bereits 1902 kam dieser Effekt in Schönbergs Pelleas und Melisande vor und wurde dann 1908 im Finale von Ravels Rapsodie espagnole exemplarisch weitergeführt. Jedenfalls trat der Jazz seinen Siegeszug vor allem mit diesen ganz spezifischen Sounds der Bläser, kombiniert mit einer neuartigen Rhythmik und Phrasierung, an. Die Improvisation war zu der Zeit noch nicht sehrentwickelt und bewegte sich hauptsächlich im Umspielen und Begleiten der Themen. Aber das 'Heulen' der Kornette, Klarinetten und Posauen hatte die Welt so noch nicht gehört und das hinterließ einen bleibenden Eindruck. Womit wir wieder mal bei einem großen Unterschied zwischen Klassik und Jazz wären: Während es in der Klassik (der Zeit unterliegende) Klangideale gibt, die man zu erreichen versucht, sucht jeder im Jazz nach seinem individuellen Sound. Am besten man erkennt den Musiker schon an der ersten Note. Und so haben alle großen Meister im Jazz ihre gewaltigen Klangspuren hinterlassen. Und Sie lieber Interpret, können/sollen dieses Stück mit welchem Sound auch immer spielen. Hauptsache, Sie h a b e n einen..:-) (M. Rüegg)