Polzelli, A., Trio op. 4 f. Klarinette, Viola u. Violoncello
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Beschreibung:

  • Opus: 4
Alois Anton Nikolaus Polzelli wurde am 22.4.1783 zu Esterhazy geboren. Seine Mutter war die italienische Sängerin Luigia Polzelli, geh. Moreschi, die 1779 zusammen mit ihrem wesentlich älteren Mann, dem Geiger Antonio Polzelli, für die Fürstlich Esterhazysche Kapelle engagiert worden war. Obwohl die Leistungen beider offensichtlich den Ansprüchen des Fürsten nicht entsprachen und sie vor Ablaufzweier Jahre gekündigt wurden, wurde diese zurückgenommen und sie blieben bis zur Auflösung der Kapelle im Jahre 1790 deren Mitglieder. Dies geschah zweifellos auf Fürsprache des Kapellmeisters Joseph Haydn, der sich - bekanntlich unglücklich verheiratet - in die junge Sängerin verliebt und ein Verhältnis mit ihr hatte. So ist es kein Wunder, dass man in dem kleinen Anton (so sein Rufname) einen natürlichen Sohn Haydns sah und diese Vermutung hat manches für sich, wenngleich sich keine direkten Beweise hierfür beibringen lassen. Auf jeden Fall sorgte Haydn rührend für den Jungen, unterrichtete ihn und unterstützte ihn auch späterhin finanziell, wofür sich dieser stets dankbar zeigte. Anton Polzelli erwies sich als talentierter Musiker. 1801 wurde er am neu eröffneten Theater an der Wies als Geiger engagiert, 1803 ging er in gleicher Eigenschaft in die Fürstlich Esterhazysche Kapelle nach Eisenstadt, wo sein Mentor - Lind vermutlicher Vater - Joseph Haydn allerdings schon so gebrechlich war, dass er seinen Kapellmeister-Pflichten nicht mehr nachkommen konnte; 1804 wurde Johann Nepomuk Hummel als Konzertmeister engagiert, um diese mit zu übernehmen. Anton Polzelli wurde in Eisenstadt auch Gesangslehrer der Kapellknaben Lind Korrepetitor der Hofsängerinnen. Als er 1807 in Abwesenheit des Konzertmeisters diesen in seiner Funktion als Musikdirektor vertrat, zog er sich Hummels Zorn zu, der ihn kurzerhand entliess, jedoch wurde dieser Schritt vom Fürsten wieder rückgängig gemacht. Mit Hummel gab es allgemein immer wieder Schwierigkeiten, und als dieser schliesslich 1 811 endgültig entlassen wurde, übernahm Anton Polzelli seinen Posten als Musikdirektor. Jedoch schon 1813, als die Eisenstadter Kapelle teilweise aufgelöst wurde, quittierte Polzelli seinen Dienst und wandte sich sogar ganz von der Musik ab. Er stürzte sich in wirtschaftliche Unternehmungen und finanzielle Transaktionen, wurde Güterdirektor, Wirtschaftsrat und Sekretär bei mehreren ungarischen Adligen und 1826 sogar selbst in den Adelsstand erhoben. Dieses Glück hielt jedoch nicht vor. Er wurde betrogen, in Prozesse verwickelt und verlor sein gesamtes Vermögen. Derart verarmt, musste er sogar wieder Musikunterricht erteilen, um sein Leben fristen zu können. Am 18.2.1855 starb er an Pest. Alle bekannten Kompositionen Polzellis entstammen seinem zehnjährigen Aufenthalt in Eisenstadt. Er schrieb vor allem Vokalwerke (einen Operetten-Einakter, geistliche Musik, Lieder, u. a. eine 'Nänie' auf Haydns Tod), aber auch Kammermusik. Einiges davon erschien in Wien und Leipzig im Druck, so auch das nun neu vorgelegte Trio op. 4 (1810), für die nicht alltägliche Besetzung Klarinette, Viola und Violoncello. Das viersätzige Werk beweist das liebenswürdige Talent und die solide Schulung des Komponisten. Der österreichischen Nationalbibliothek Wien sei für die Überlassung einer Kopie des Erstdrucks und die Publikationserlaubnis herzlich gedankt. Prof. Dr. W. Sawodny