Johann Ladislaus Dussek
Quartett Es-dur op. 56
für Violine, Viola, Violoncello und Klavier
Johann Ladislaus Dussek
Quartett Es-dur op. 56
für Violine, Viola, Violoncello und Klavier
- Besetzung Klavierquartett (Violine, Viola, Cello und Klavier)
- Komponist Johann Ladislaus Dussek
- Ausgabe Noten
- Verlag Verlag Walter Wollenweber
- Bestell-Nr. KU-WW174
Lieferzeit 1-3 Arbeitstage
inkl. MwSt.,
zzgl. Versand
Nicht in allen Ländern verfügbar. Mehr erfahren
Beschreibung:
Johann Ladislaus Dussek (Jan Ladislav Dussik), geboren am 12. Februar 1760 in Caslau (Bezirk Pardubitz), entstammte einer traditionsreichen Musikerfamilie. Bei seinem Vater erlernte er bereits als Fünfjähriger das Klavierspiel und mit neun Jahren das Orgelspiel so vollkommen, dass er bald seinen Vater, der Organist an St. Peter und Paul war, vertreten konnte. Seine weitere allgemeine und musikalische Bildung erhielt er am Jesuitengymnasium in Iglau, später am Neustädter Gymnasium in Prag, das er 1778 absolvierte. Er trat in die Dienste des österreichischen Grafen Maenner, mit dem er in die Niederlande reiste. Als Organist und Musiklehrer wirkte er in Bergen-op-Zoom (1780-1782), dann in Amsterdam und Den Haag (1783). Gleichzeitig entfaltete er eine reiche schöpferische Tätigkeit (u.a. drei Klavierkonzerte op.l). Konzerte in Berlin (1784), Mainz (1785) und vor allem in St. Petersburg (1786) begründeten Dusseks Ruhm als Pianist. Noch im gleichen Jahr trat er in Paris auf, wo er durch sein Spiel die Königin Marie Antoinette bezauberte. Als Folge der französischen Revolution ging er 1790 nach London, wo er zehn Jahre blieb. Hier verkehrte er mit Muzio Clementi und vor allem Joseph Haydn, der bei seinen Londoner Aufenthalten Dussek sehr lieb gewann. 1792 heiratete Dussek die Tochter des italienischen Komponisten und Musikverlegers Domenico Corri. Mit seinem Schwiegervater gründete er dann in London eine neue Verlagsfirma Corri & Dussek Comp., die jedoch bereits 1800 unter der entstandenen Schuldenlast zusammenbrach. Dussek flüchtete im Winter 1799/1800 unter Zurücklassung seiner Familie vor seinen Gläubigern nach Hamburg, wo er sich in den folgenden drei Jahren als Klaviervirtuose bekannt machte. Nach einem Besuch in seiner Heimat, wo er mit ausserordentlichem Erfolg im Konviktsaal in Prag konzertierte, trat er in Magdeburg in die Dienste des preussischen Prinzen Louis Ferdinand (1772-1806), dem er bis zu dessen Tod bei der Schlacht von Saalfeld die Treue bewahrte. 1808 veranstaltete er mit den Geigenvirtuosen Baillot und Rode Konzerte im Pariser Odeon, mit denen er sich von der Öffentlichkeit verabschiedete. In den folgenden Jahren fiel er mehr und mehr in Melancholie als Folge seines zerütteten gesundheitlichen und seelischen Zustandes. Bis zu seinem Tode, der ihn im Alter von 52 Jahren am 20.März 1812 ereilte, lebte er in St. Germain-en-Laye nahe bei Paris. Dusseks Erscheinung im Konzertsaal wirkte auf die Zeitgenossen durch sein virtuoses Spiel mit perlenden Läufen, Oktavengängen und vollgriffigen Akkorden, vor allem aber durch seine Anschlagskultur, die das Instrument unter seinen Händen singen liess. So sind denn auch seine Kompositionen gekennzeichnet durch ein von innen her erfülltes Pathos, dem das Notenbild mit vielen, vor allem dynamischen Vortragsbezeichnungen gerecht werden sollte. Die Entstehung des Klavierquartetts Es-Dur op.56 von J. L. Dussek fällt in die vom Schicksal so kurz bemessene Zeit der Freundschaft mit dem Prinzen Louis Ferdinand von Preussen, den er als Lehrer und Gefährte in aufrichtiger Liebe selbst in den Krieg bis zu dessen Tod 1806 in der Schlacht bei Saalfeld begleitete. In tiefer Erschütterung widmete er damals seinem Andenken die Klaviersonate Elegie op 61. Wenig später entstand das Konzert für zwei Klaviere und Orchester op. 63. Der Reifeprozess Dusseks innerhalb kurzer Zeit ist vor allem bei diesen Werken zu beobachten, weil in ihnen bereits musikalische Ideen vorweggenommen sind, die erst für nachfolgende Komponisten charakteristisch wurden. Eindrucksvoll ist vor allem Dusseks Bemühen, neue harmonische Klänge zu entdecken, wobei er fast bis zur chromatischen Harmoniefolge bei Liszt vorstösst. Im langsamen Mittelsatz des vorliegenden Klavierquartetts entfaltet sich die ganze Kraft seines Gefühlsreichtums, in dem bereits hochromantische Stilelemente Schumannscher Prägung zu erkennen sind: der Zauber eines Dialogs zwischen gedämpftem Streicherklang und zart getöntem Klavier. Das nachfolgende anmut