Sagesse
monodies tirées du recueil de Verlaine
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Reynaldo Hahn
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Beschreibung:

  • Seiten: 24
  • Erschienen: 27.01.2025
  • Maße: 210 x 297 mm
  • Gewicht: 140 g
  • Genre: Klassik, Klassische Musik (Romantik)
  • Begleitung: Klavier
  • ISBN: 9782364852952
Der kürzlich entdeckte Sagesse-Zyklus von Reynaldo Hahn, der von Verlaines Sammlung inspiriert ist, gehört zu den Werken, die er während seiner Liebesbeziehung mit Marcel Proust zwischen 1894 und 1896 komponierte. Die Idee dazu hatte er im Frühjahr 1895, als er in einer melancholischen Episode versank, deren Ursache wir nicht kennen. Proust hatte offenbar nichts damit zu tun, denn Hahn - der sich im Juli in Saint-Germain-en-Laye aufhielt, wohin er gekommen war, um "seine großen moralischen Sorgen in der belebenden und reinen Luft zu ertränken" - schreibt an seinen Freund, den Pianisten Édouard Risler: "Die einzige Ablenkung hier sind die häufigen Besuche dieses lieben Jungen, dessen Sanftmut und Intelligenz wirklich erholsam sind."
Der Komponist versuchte dennoch, die laufenden Partituren voranzutreiben, indem er sowohl an musikalischen Bildern für Orchester arbeitete, die von Maurice Barrès' Roman Le Jardin de Bérénice inspiriert waren, als auch an "Monodien aus Verlaines Sammlung", die dann als "eine sehr lange Reihe von Melodien über Sagesse" betrachtet werden, eine Reihe von gewaltigen Ausmaßen, in denen "das ganze Buch [...] enthalten gewesen wäre". Von diesem Werk - in dem der Dichter nach seiner dramatischen Auseinandersetzung mit Rimbaud seine Reue und seine Rückkehr zum katholischen Glauben bekräftigt - werden schließlich nur vier Gedichte vertont. Die daraus resultierenden Melodien, die unveröffentlicht geblieben sind, entstanden zunächst im Sommer und Herbst 1895 in Saint-Germain und in der Bretagne, als Hahn und Proust vom 8. September bis zum 27. Oktober in Beg-Meil weilten, und dann im folgenden Sommer, als der Komponist bei seiner Schwester in Hamburg weilte. Eine zweite, später entstandene Fassung der ersten Melodie und mehrere Korrekturen deuten darauf hin, dass der Komponist diese Stücke später überarbeitet hat.
Warum wurden diese Vokalgedichte, die er sorgfältig bewahrte und sogar überarbeitete, so belassen, wie sie waren? Wahrscheinlich, weil sie zu eng mit Marcel Proust verbunden waren, zu sehr an eine alte Liebe und eine vergangene Zeit erinnerten, die er auf Distanz halten wollte. Das Gleiche gilt für alle Partituren, die zum Zeitpunkt der Trennung von dem Schriftsteller im August 1896 in Arbeit waren: Le Jardin de Bérénice und das Trio für Violine, Cello und Klavier. Es handelt sich um vergessene Seiten, die in Sagesse einen düsteren Verlaine zeigen, weit entfernt von dem umhüllenden Stil der Chansons grises oder vieler Melodien in Premier recueil. Die erste "Monodie" des Zyklus, "... Sagesse humaine...", verwendet die letzten vier Strophen von "Qu'en dis-tu, voyageur, des pays et des gares" (Was sagst du, Reisender, über Länder und Stationen), in denen der Dichter das "Böse" eingesteht, das er getan hat, und auf "Gottes Gnade" hofft. Es handelt sich um ein "gemessenes Rezitativ" in F-Dur mit religiösem Charakter, das den recto tono oder eine gemeinsame Gesangslinie und eine friedliche Harmonie umfasst; diese Meditation wird von der großen Vokalpause durchbrochen, mit der der Vers "Bien de n'être pas dupe en ce monde d'une heure" beginnt, gefolgt von einer tonalen Verdunkelung. Das zweite, "Les chers mains qui étaient miennes...", in kurzen Achtsilbern, folgt der Morphologie eines dreitaktigen Tanzes, mit schneller stimmlicher Diktion, begleitet von kurzen Akkorden in beweglicher Harmonie. Die Hände, sowohl Instrumente der Sünde als auch Vermittler der Kreuzesfigur im Segen, erscheinen hier in ihrer Vielseitigkeit. Im Gegenteil, es ist eine völlig marmorne Unbeweglichkeit (ausgedrückt durch einen ersten Akkord in Appoggiatura und einen zweiten, der über den tiefen Tönen der Klaviatur schwebt), die sich in "Un grand sommeil noir..." ausbreitet. Ausgesprochen "wie in einem Traum - mit halbgeschlossenen Augen", bringt Verlaines Text jenseits der menschlichen Zeitlichkeit die "Wiege" und das "Gewölbe" zusammen. Das letzte Stück, "La tristesse, la langueur du corps humain", das unvollendet bleibt, ist das schmerzlichste und zugleich das lyrischste. Seine chromatischen Harmonien, Modulationen und verminderten Septakkorde verleihen ihm einen pathetischen Charakter, wie der "traurige Körper", den der Dichter beschreibt.

(Übersetzung Hjördis Romain)

Details: Mezzosopran oder Bariton und Klavier