Anton Reicha
Capriccio
Anton Reicha
Capriccio
- Besetzung Klavier
- Komponist Anton Reicha
- Bearbeiter Michael Bulley
- Ausgabe Noten
- Verlag Symétrie
- Bestell-Nr. 9790231807820
Beschreibung:
Die vorliegende Ausgabe des um 1800 entstandenen Werks mit dem Titel Capriccio basiert auf den Manuskripten Ms 12077 und 2496 der Bibliothèque nationale de France. Bei letzterem handelt es sich um eine Sammlung von 24 Klavierstücken mit erläuterndem Text unter dem Titel Praktische Beispiele, von denen Capriccio die Nr. 7 ist.
Dieses Werk entstand zu einer Zeit, als Reicha mit neuen kompositorischen Ideen experimentierte. Die Praktischen Beispiele enthalten beispielsweise eine Fantasie, in der nur die drei Töne des E-Dur-Dreiklangs verwendet werden, sowie zwei Stücke, Nr. 6 und Nr. 12, in denen 12 der schwarzen Tasten einen Halbton tiefer gestimmt werden sollen, was eine neue Methode der Wiederholung oder Überlagerung derselben Note ermöglicht. In Nr. 12 ist das untere Notensystem in F-Dur geschrieben und das obere Notensystem, das die veränderten Noten enthält, mit einer Tonartvorzeichnung von fünf Halbtönen, genau wie bei B-Dur oder gis-Moll, die aber in Wirklichkeit nur die Noten der C-Dur-Tonleiter ergeben.
Capriccio gehört zu diesen Experimenten. Besonders bemerkenswert und für die damalige Zeit ungewöhnlich ist der häufige metrische Wechsel zwischen ungeraden und geraden Takten (33/4 und 4/4), und Reicha fordert uns auf, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, zwei solche aufeinanderfolgende Takte so zu betrachten, als wären sie ein einziger zusammengesetzter Takt. Ein Beispiel dafür findet sich in der Tat in der Nr. 3 der Praktischen Beispiele, genannt Mesure composée, wo alle Takte im 5/8-Takt stehen und jeweils aus 3/8 + 2/8 bestehen.
Ein weiteres auffälliges Merkmal von Capriccio ist die besonders kühne Harmonik mit ihrer häufigen Verwendung von Modulationen, die zu Auflösungen in entfernten Tonarten führen. Um seine diesbezüglichen Absichten zu verdeutlichen, schreibt Reicha in seinem Kommentar zu dem Stück: "Die Kadenz auf der Dominante, und zwar ausnahmslos auf der Dominante, ist bereits so vertraut, dass man den Weg, der zu ihr führen wird, fast immer im Voraus erahnen kann." Zur ersten Kadenz von Capriccio, wo eine in d-Moll beginnende Passage in Fis-Dur aufgelöst wird, sagt Reicha: "Dieses Verfahren ist ungewohnt, aber nicht unnatürlich."
Dieses Werk entstand zu einer Zeit, als Reicha mit neuen kompositorischen Ideen experimentierte. Die Praktischen Beispiele enthalten beispielsweise eine Fantasie, in der nur die drei Töne des E-Dur-Dreiklangs verwendet werden, sowie zwei Stücke, Nr. 6 und Nr. 12, in denen 12 der schwarzen Tasten einen Halbton tiefer gestimmt werden sollen, was eine neue Methode der Wiederholung oder Überlagerung derselben Note ermöglicht. In Nr. 12 ist das untere Notensystem in F-Dur geschrieben und das obere Notensystem, das die veränderten Noten enthält, mit einer Tonartvorzeichnung von fünf Halbtönen, genau wie bei B-Dur oder gis-Moll, die aber in Wirklichkeit nur die Noten der C-Dur-Tonleiter ergeben.
Capriccio gehört zu diesen Experimenten. Besonders bemerkenswert und für die damalige Zeit ungewöhnlich ist der häufige metrische Wechsel zwischen ungeraden und geraden Takten (33/4 und 4/4), und Reicha fordert uns auf, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, zwei solche aufeinanderfolgende Takte so zu betrachten, als wären sie ein einziger zusammengesetzter Takt. Ein Beispiel dafür findet sich in der Tat in der Nr. 3 der Praktischen Beispiele, genannt Mesure composée, wo alle Takte im 5/8-Takt stehen und jeweils aus 3/8 + 2/8 bestehen.
Ein weiteres auffälliges Merkmal von Capriccio ist die besonders kühne Harmonik mit ihrer häufigen Verwendung von Modulationen, die zu Auflösungen in entfernten Tonarten führen. Um seine diesbezüglichen Absichten zu verdeutlichen, schreibt Reicha in seinem Kommentar zu dem Stück: "Die Kadenz auf der Dominante, und zwar ausnahmslos auf der Dominante, ist bereits so vertraut, dass man den Weg, der zu ihr führen wird, fast immer im Voraus erahnen kann." Zur ersten Kadenz von Capriccio, wo eine in d-Moll beginnende Passage in Fis-Dur aufgelöst wird, sagt Reicha: "Dieses Verfahren ist ungewohnt, aber nicht unnatürlich."