Mesure composée
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Anton Reicha
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Beschreibung:

  • Seiten: 13
  • Erschienen: 16.02.2016
  • Dauer: 9:00
  • Maße: 210 x 297 mm
  • Gewicht: 65 g
  • Genre: Klassik, Klassische Musik (Epoche Klassik)
  • ISMN: 9790231808162
Die vorliegende Ausgabe des vermutlich Mitte der 1790er Jahre entstandenen Werks mit dem Titel Mesure composée [Kombiniertes Metrum] basiert auf den Manuskripten Ms 12079 und 2496 der Bibliothèque nationale de France. Bei letzterem handelt es sich um eine Sammlung von 24 Klavierstücken mit erläuterndem Text unter dem Titel Practische Beispiele, von denen Mesure composée Nr. 3 ist.
Dieses Werk entstand zu einer Zeit, als Reicha mit neuen kompositorischen Ideen experimentierte. Die Praktischen Beispiele enthalten beispielsweise eine Fantasie, in der nur die drei Töne des E-Dur-Dreiklangs verwendet werden, ein weiteres Stück, das auf drei Notensystemen mit jeweils unterschiedlichen Taktarten geschrieben ist, sowie zwei Stücke, Nr. 6 und 12, in denen 12 der schwarzen Tasten einen Halbton tiefer gestimmt werden sollen, was eine neue Methode der Wiederholung oder Überlagerung derselben Note ermöglicht. In Nr. 12 ist das untere Notensystem in F-Dur geschrieben und das obere Notensystem, das die veränderten Noten enthält, mit einer Tonartvorzeichnung von fünf Halbtönen, genau wie bei B-Dur oder gis-Moll, was aber in Wirklichkeit nur die Noten der C-Dur-Tonleiter ergibt.
Mesure composée gehört zu diesen Experimenten. Das Werk ist ganz im 5/8-Takt geschrieben, ein Metrum, für das es bei anderen Komponisten dieser Zeit nur wenige Beispiele gibt. Reicha verwendet ihn jedoch zum Beispiel auch in der dritten Fantaisie der Harmonie für Klavier, im Finale des Streichquartetts mit dem Titel Quatuor scientifique und in Nr. 20 seiner 36 Fugen. In seinem Vorwort zu diesem Werk erklärt Reicha, dass eine metrische Basis von fünf in der Volksmusik durchaus üblich ist. In dem Bewusstsein, dass die meisten Pianisten mit diesem Rhythmus nicht vertraut sind, fügt er in Ms 12079 eine erläuternde Seite hinzu, auf der er die ersten vier Takte der Mesure composée als acht Takte in Paaren von 3/8 + 2/8 umschreibt. In seinem Kommentar zu diesem Werk verteidigt Reicha leidenschaftlich das neue Metrum. Er schreibt:
"Das Fünffach-Metrum, das genauer als eine komplexe Taktart wie 3/8 + 2/8 bezeichnet werden kann, hat den gleichen Anspruch auf unser Gefühl wie die Metren 2/4, 3/4 oder 6/8. Es ist ebenso wie diese in der Lage, jene Affekte zu beschreiben und darzustellen, die nur Musik ausdrücken kann. Es wird aber selten verwendet, und deshalb ist es uns fremd. Wir müssen uns also an sie gewöhnen. Wer sie schätzen will, muss sie kennenlernen und darf ihr ihre Fremdheit nicht übel nehmen."
Er fährt fort:
"Es soll auch niemand denken, dass das Komponieren im 5/8-Takt von mir eine größere Anstrengung erfordert hat als bei den herkömmlichen Metren. In der Tat habe ich mich sehr schnell daran gewöhnt, und meine täglichen Übungen mit ihm haben mich ebenfalls davon überzeugt, dass seine Verwendung leicht weit verbreitet werden könnte, wenn das Gewicht der Vorurteile gegen ihn nicht mehr da wäre."