Kaleidoskop
Suite für Orgel
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Jürg Baur
Kaleidoskop
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Jürg Baur
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Beschreibung:

  • Seiten: 20
  • Erschienen: 01.09.2020
  • Dauer: 7:00
  • Maße: 280 x 375 mm
  • Gewicht: 143 g
  • Genre: Klassik, Klassische Musik der Moderne
  • ISMN: 9790004179468
Uraufführung: Darmstadt, 7. April 1990

Ein ganz anderer (neuer?) Baur keine Bindung an einen cantus firmus, keine barocke Form stattdessen vier suitenartig, in lockerer Form aneinander gereihte Sätze. Schon die Überschriften deuten auf Neues; der Gesamt-Titel: Kaleidoskop die einzelnen Teile: Sisyphus, Spiegelung, Artisten, Marionetten; spielerisch frei entworfene Stücke, heiter, besinnlich, humorvoll. 1. Satz: Zwei thematische Bewegungen charakterisieren den Ablauf des Sisyphus eine durch Pausen unterbrochene einstimmige Rollfigur wechselt ständig mit einem stereotypen Fünfton-Ostinato einem Motiv, das in vielfacher Veränderung wiederkehrt und schließlich girlandenförmig in die Tiefe fällt, symbolisch für das vergebliche Bemühen der altgriechischen Sagengestalt. Das zweite Stück, Spiegelungen, wird ein- und ausgeleitet durch einen melancholischen Gedanken; dieser mündet in einer Gruppe von statischen, streng imitierten, ineinander geschobenen Spiegelklängen. Eine bewegte Figur führt zu einer 5/8-Periode, bei der die Oberstimme um fünf Töne kreist; am Ende steht wieder die Spiegelklang-Episode, auf einem Einzelton verlöschend: das Ganze ein ruhiges, fast aleatorisch wirkendes Intermezzo. 3. Satz: Eine virtuose Studie mit kreisenden Rastelli-Tongruppen, dodekaphonisch geordneten Quintolen, begleitet von rhythmisch gegenläufigen Klangimpulsen, immer wieder unterbrochen von rezitativischen Pedal-Bass-Soli. Zum Ende, kraftvolle Zusammenballung aller thematischen Elemente eine artistische Toccata, gipfelnd in dissonanten Klangtürmen. Das Finale: Marionetten, eine fünfteilige Brückenform ABCBA. Der Satz fügt sich aus drei thematischen Abschnitten zusammen; der erste: eine abwärts gerichtete Zwölfton-Melodie, in ein Klangfeld mündend, das sich zum vielschichtigen Akkord weitet; der zweite: ein verhülltes Menuett mit fünftonigem Bass-Ostinato und marionettenhaft gezirkelten Bewegungen in Melodie und Begleitung; der dritte: ein in streng serieller Manier durchgeführter Abschnitt mit spiegel- und krebsförmigen Entsprechungen. Formteil B und A schließen sich als variierte Reprise an. Die Coda wird gebildet von dreifach geschichtetem Trillerfeld, der Zwölfton-Melodie des Anfangs und einer Kadenz mit drei Akkorden in tiefer Lage: ein stiller Ausklang des Kaleidoskops. (Jürg Baur) (Jürg Baur) Bibliografie: Richter, Reinhold: Zwischen Tradition und Avantgarde zwischen Zweifel und Hoffnung. Einige Notizen zur Chor- und Orgelmusik von Jürg Baur anlässlich des 85. Geburtstages im vergangenen November, in: Forum Kirchenmusik 54 (2003), Heft 6, S. 23-31.