Paul Hindemith
Langsames Stück und Rondo
Fassung für Orgel
Paul Hindemith
Langsames Stück und Rondo
Fassung für Orgel
- Besetzung Orgel
- Komponist Paul Hindemith
- Bearbeiter Pier Damiano Peretti
-
Schwierigkeit
- Ausgabe Noten Download
- Verlag Schott Musik
- Bestell-Nr. ED23977-DL
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Beschreibung:
Langsames Stück und Rondo entstand 1935 als letzte von drei Arbeiten, die Paul Hindemith für das von Friedrich Trautwein erfundene elektronische Trautonium schuf. 1930 hatte Hindemith bereits die Sieben Stücke für drei Trautonien (Des kleinen Elektromusikers Lieblinge) komponiert; in jener frühen Produktionsphase konnte das Instrument ausschließlich einstimmig bedient werden. 1935 lag hingegen eine von Oskar Sala vorgenommene Weiterentwicklung vor, über die Hindemith im eigenhändigen Werkverzeichnis selbst berichtet: Anfang August. Langsames Stück und Rondo für Trautonium. Für Sala geschrieben. Interessante Aufgabe, da das Trautonium neuerdings vierstimmig behandelt werden kann, jedoch nur so, dass je zwei Stimmen gekoppelt werden mit den Tönen 2, 3, 4 oder 5 der Untertonreihe (Oktav, Duodezime, zweite Oktav und Terz unter dieser) wodurch zwar starke Beschränkungen fürs Setzen, aber durch das Durcheinanderlaufen beider Kopplungsreihen (die unabhängig und verschieden voneinander laufen können) seltsame Möglichkeiten sich ergeben. Salas Modell (eine Vorform des Mixturtrautoniums) war nun um ein zweites Manual erweitert worden; die an die Aliquotregister der Orgel angelehnten subharmonischen Zusatztöne ermöglichten ein breiteres harmonisches Spektrum, welches Hindemith gekonnt nutzte. Während des Spiels erlaubten zudem zwei Pedale – Schwelltritten vergleichbar – direkte Kontrolle über die Veränderung der Klangfarbe. Eine Orgeladaption des Langsamen Stücks und Rondos erscheint daher mehr als gerechtfertigt. Auch stilistisch steht das Werk Hindemiths ersten zwei Orgelsonaten (1937) durchaus nahe: Bereits in den ersten Takten kündigt sich das Anfangsmotto von Sonate I an, insgesamt wirkt das Diptychon wie ein Vorgriff auf Sonate II. Das Werk ist klanglich durch zwei Trautonium-Aufnahmen Oskar Salas3 dokumentiert, die Partitur gilt hingegen als Kriegsverlust. Die vorliegende Rekonstruktion entstand anhand der von Heinz-Jürgen Winkler transkribierten Skizzen Paul Hindemiths, einer Niederschrift Oskar Salas der Anfangstakte des Rondos sowie Salas Tonaufnahme von 1985. Als weitere Referenz diente der III. Satz aus der 2. Sonate für Klavier von Paul Hindemith (1936), in den das Langsame Stück eingeflossen ist. Mein Dank für Unterstützung und Beratung gilt der Direktorin des Hindemith-Instituts Frankfurt, Dr. Susanne Schaal-Gotthardt, der Kuratorin des Sala-Fonds im Deutschen Museum München, Dr. Silke Berdux, und dem Trautonium-Spieler Peter Pichler, München. - Pier Damiano Peretti