Paul Hindemith
Nobilissima Visione
Suite nach der Musik der Tanzlegende
Paul Hindemith
Nobilissima Visione
Suite nach der Musik der Tanzlegende
- Besetzung Orgel
- Ausgabe Noten
-
Schwierigkeit
- Komponist Paul Hindemith
- Verlag Schott Musik
- Herausgeber Pier Damiano Peretti
- Bestell-Nr. ED24075
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Beschreibung:
Paul Hindemiths Orchesterwerk Nobilissima Visione entstand - als "Tanzlegende in sechs Bildern" - in Zusammenarbeit mit dem russisch-französischen Choreographen Léonide Massine. Gemeinsam hatten sie im Mai 1937 den Freskenzyklus Storie di San Francesco von Giotto di Bondone (1267-1337) in Florenz (Kirche S. Croce) besichtigt. Unter dessen Eindruck entwickelten sie die Idee eines tänzerischen Mysterienspiels, welches Massine später als "dramatische und choreographische Darstellung vom Leben des heiligen Franziskus" beschrieb, die "durchweg eine Stimmung mystischer Erhebung zu schaffen und zu bewahren" versuchte. Der Schlusssatz, eine Passacaglia, versinnbildlicht den nur textlich überlieferten "Sonnengesang" des Heiligen.
Das fünfzigminütige Ballett wurde im Juli 1938 in London präsentiert; im gleichen Jahr stellte Hindemith aus den ursprünglichen elf eine Auswahl von fünf Sätzen zusammen, welche im September 1938 als Orchestersuite in Venedig uraufgeführt wurde. In dieser Fassung hat das Werk Eingang in das Orchesterrepertoire gefunden; sie liegt auch der vorliegenden Bearbeitung zugrunde.
Die Idee einer Orgeltranskription wurde nicht nur von der Programmatik des im weitesten Sinne als "geistlich" zu verstehenden Werks angeregt. Es sind vor allem die ihm eigenen, für Hindemiths Neoklassizismus typischen Stilmerkmale (barocke Formmodelle, lineare Schreibweise, kirchentonale Melodik), die es für eine solche Übertragung prädestinieren; diese prägen ebenso die zeitgleich entstandenen Orgelsonaten I und II. Der lineare Orchestersatz der Nobilissima Visione entspricht zudem jenem aus dem Generalbasszeitalter herkommenden, mehrstimmigen Ideal, welches der Komponist zeitgleich in der Unterweisung im Tonsatz schildert:
"In beiden Setzweisen, in den kontrapunktischen wie in der akkordischen, spielt sich das an die melodische Bewegung geknüpfte harmonische Geschehen innerhalb eines äußeren räumlichen Rahmens ab, eines Gerüstes, das den Klängen den benötigten Umriß aufprägt. Dieser Rahmen wird gebildet von der Baßstimme und von dem nächstwichtigsten höherliegenden Melodiebogen. […] Soll ein mehrstimmiger Satz klar und verständlich klingen, so müssen die Aussenlinien seiner übergeordneten Zweistimmigkeit sauber gesetzt und deutlich gegliedert sein."
An diesem Leitgedanken orientierte sich das Bearbeitungsverfahren. Angestrebt wurde ein weitgehend idiomatischer, von Hindemiths "Aussenlinien" ausgehender Orgelsatz. Neben der Orchesterpartitur wurde der 1938 vom Komponisten hergestellte Klavierauszug zu Rate gezogen. Die angegebenen Orgelregistrierungen beziehen sich auf ein ideelles, dreimanualiges Instrument mittlerer Größe (I. Hauptwerk, II. Positiv, III. Schwellwerk); die der originalen Instrumentierung nachempfundene Farbwahl dient lediglich als Orientierung.
- Pier Damiano Peretti
Das fünfzigminütige Ballett wurde im Juli 1938 in London präsentiert; im gleichen Jahr stellte Hindemith aus den ursprünglichen elf eine Auswahl von fünf Sätzen zusammen, welche im September 1938 als Orchestersuite in Venedig uraufgeführt wurde. In dieser Fassung hat das Werk Eingang in das Orchesterrepertoire gefunden; sie liegt auch der vorliegenden Bearbeitung zugrunde.
Die Idee einer Orgeltranskription wurde nicht nur von der Programmatik des im weitesten Sinne als "geistlich" zu verstehenden Werks angeregt. Es sind vor allem die ihm eigenen, für Hindemiths Neoklassizismus typischen Stilmerkmale (barocke Formmodelle, lineare Schreibweise, kirchentonale Melodik), die es für eine solche Übertragung prädestinieren; diese prägen ebenso die zeitgleich entstandenen Orgelsonaten I und II. Der lineare Orchestersatz der Nobilissima Visione entspricht zudem jenem aus dem Generalbasszeitalter herkommenden, mehrstimmigen Ideal, welches der Komponist zeitgleich in der Unterweisung im Tonsatz schildert:
"In beiden Setzweisen, in den kontrapunktischen wie in der akkordischen, spielt sich das an die melodische Bewegung geknüpfte harmonische Geschehen innerhalb eines äußeren räumlichen Rahmens ab, eines Gerüstes, das den Klängen den benötigten Umriß aufprägt. Dieser Rahmen wird gebildet von der Baßstimme und von dem nächstwichtigsten höherliegenden Melodiebogen. […] Soll ein mehrstimmiger Satz klar und verständlich klingen, so müssen die Aussenlinien seiner übergeordneten Zweistimmigkeit sauber gesetzt und deutlich gegliedert sein."
An diesem Leitgedanken orientierte sich das Bearbeitungsverfahren. Angestrebt wurde ein weitgehend idiomatischer, von Hindemiths "Aussenlinien" ausgehender Orgelsatz. Neben der Orchesterpartitur wurde der 1938 vom Komponisten hergestellte Klavierauszug zu Rate gezogen. Die angegebenen Orgelregistrierungen beziehen sich auf ein ideelles, dreimanualiges Instrument mittlerer Größe (I. Hauptwerk, II. Positiv, III. Schwellwerk); die der originalen Instrumentierung nachempfundene Farbwahl dient lediglich als Orientierung.
- Pier Damiano Peretti
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