ARKA - 3 Rituale
für Oboe, Pipa und Orchester
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Bernd Franke
ARKA - 3 Rituale
für Oboe, Pipa und Orchester

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Beschreibung:

  • ISMN: 9790014135041
ARKA stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie Strahl, Blitz, Sonne, Licht, aber auch Lied, Feuer und Hymnus, und entwickelt in meiner Vorstellung sehr viele unterschiedliche Assoziationsfelder. In ARKA stecken auch die Wörter arc (beten) und ka (Wasser), und es kann auch übersetzt werden mit: "Das Wasser strömt aus dem heraus, der mehr weiß. "Mein neues Werk für Pipa, Oboe, Pauke, Schlagzeug und Orchester entstand im Auftrag der Kammerakademie Neuss und auf Anregung des Oboisten Christian Wetzel. Es entstanden drei Rituale mit zum Teil szenischen Elementen für die Solisten und das Orchester. Inspirationsquelle in der Vorbeschäftigung waren zwei Quellen und Bücher. Das Daodejing von Laozi in der hervorragenden Neuübersetzung von Viktor Kalinke, eine der wichtigsten Quellen chinesischen Denkens und der Philosophie dieser großen Kulturtradition und die chinesische Tradition der 5-Elementelehre und der Wandlungsphasen. Als zweites Buch hat mich "Die Glut" von Roberto Calasso inspiriert, ein Buch über die indischen Veden in Verbindung mit den Ursprüngen des Buddhismus und den damit verbunden Ritualen. In den letzten 20 Jahren habe ich mich intensiv mit ostasiatischer Musik, Kunst und Philosophie beschäftigt und habe das auch durch längere Studienreisen und kompositorische Projekte vertiefen können. U. a. wurde 2012 mein Chorwerk PRAN in Kolkata in Indien uraufgeführt (Goethe-Institut), ebenfalls 2012 "in between VI" für Sho und Sheng in Tokyo und 2013 "Mirror and Circle" für Pipa, Cello und chinesisches Orchester in Taipeh/Taiwan (Auftragswerk der taiwanesischen Regierung). Mit der chinesischen Pipa-Virtuosin Ya Dong arbeite ich seit 2000 zusammen und habe für sie mehrfach komponiert (Uraufführungen u. a. in Hannover/EXPO 2000, Rottweil 2001, Taipeh 2013, Magdeburg 2016). Auch mit Christian Wetzel arbeite ich seit über 20 Jahren zusammen und habe ebenfalls häufig für ihn komponiert (UA u. a. in Bonn 1999, Hannover/EXPO 2000, Rottweil 2001, Darmstadt 2004 und etliche weitere Projekte). Jedes dieser drei Rituale hat eine Länge von ca. 6-7 Minuten und stellt unterschiedliche Qualitäten und Besonderheiten der beiden Soloinstrumente heraus, immer in Verbindung mit der Interaktion zwischen Soli und Orchester. Die Besetzung war für mich äußerst reizvoll, da beide Instrumente in dieser Kombination noch nie so erklungen sind. Die Pipa ist ein ungemein modernes und ungewöhnliches Instrument, reich an Farben und vor allem an perkussiven Effekten. Das Tonmaterial wurde zum größten Teil aus den Namen der beiden Solisten gewonnen und ergibt interessanter zwei gespiegelte Viertonmotive. In der asiatischen Kultur spielen der Spiegel und der Kreis eine wichtige Rolle, und so werden die Töne, Rhythmen und Formen eingewoben in diese drei Rituale, welche am Ende des dritten Satzes wieder kreisförmig an den Anfang des ersten Rituals anknüpfen. Ein von den Streichern und der Pauke erzeugtes Geräusch, verbunden mit dem Rhythmus der großen Trommel, welcher einen Herzschlag symbolisieren soll. Die drei Untertitel der Rituale Himmel, Erde und (atmosphärischer) Raum spielen im vedischen und chinesischen Denken eine große Rolle und war für mich beim Komponieren ebenfalls eine sehr starke Inspirationsquelle. In vielen meiner Kompositionen gibt es Raumeffekte, Annäherungen an das Publikum, das Verschieben von Perspektiven, die Dekonstruktion und das Hinterfragen der üblichen Konzertsituation, so u. a in meinem Beuys-Zyklus oder in den Zyklen "CUT" und "in between". In ARKA geht es mir besonders um die Interaktion zwischen westlichem und östlichem Denken, um das gegenseitige Durchdringen dieser auf den ersten Blick so unterschiedlichen Denk- und Lebensweisen, um eine Verschmelzung scheinbarer Gegensätze - um Annäherung!Bernd Franke. Leipzig, 11. 10. 2019