Carl Maria von Weber
Andante e Rondo Ungarese
für Viola oder Fagott und Orchester (Ausgabe der 2 Versionen von Weber)
Carl Maria von Weber
Andante e Rondo Ungarese
für Viola oder Fagott und Orchester (Ausgabe der 2 Versionen von Weber)
- Besetzung Viola und Orchester
- Opt. Besetzung Fagott und Orchester
- Komponist Carl Maria von Weber
- Herausgeber Hans-Hubert Schönzeler
- Ausgabe Partitur
- Verlag Edition Kunzelmann
- Bestell-Nr. KU-OCT10167
Beschreibung:
Als Weber 1826 in London starb, war sein Name bereits in ganz Europa bekannt, jedoch beruhte sein Ruhm für etwa ein Jahrhundert nach seinem Tode beinahe gänzlich auf seiner Oper Der Freischütz. Im Konzertsaal kamen die Ouvertüren von Freischütz, Euryanthe und Oberon hinzu, vielleicht ist auch das Konzertstück für Klavier und Orchester J.282 (op. 79) zu nennen sowie die allzeit überaus beliebte Aufforderung zum Tanz J.260 (op. 65), letztere jedoch weit häufiger in Instrumentierungen von Berlioz und anderen als in der ursprünglichen Fassung für Klavier. Webers Universalgenie ist erst nach und nach anerkannt worden, vielleicht in den 1930er Jahren und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg. Dr. Kurt Eulenburg, der Webers Musik hoch schätzte, gebührt ein großes Verdienst an dieser Renaissance, denn in seinen Taschenpartituren veröffentlichte er erstmalig gedruckte Ausgaben von Webers zwei Klavierkonzerten, seinen Klarinettenkonzerten, seinem Fagottkonzert und manch andere Werke. Wir können uns glücklich schätzen, dass heute Webers zwei Symphonien und ein Reichtum an konzertanten Kompositionen einen integralen Teil unseres Konzertrepertoires ausmachen. Weber hat seine einzigen beiden Symphonien (beide in C-Dur) während seines Aufenthaltes bei Herzog Eugen Friedrich Heinrich von Württemberg-Öls in Carlsruhe (Oberschlesien) komponiert. Erst 1808 (wenn man von zwei unwichtigen früheren Werken absieht) wandte er sich während seiner Stuttgarter Jahre mit dem Grand Pot-Pourri für Cello J.64 (op.20) dem konzertanten Stil zu. Darauf folgte das Andante e Rondo Ungarese J.79 für Bratsche und Orchester, das eine etwas eigenartige Geschichte hat. Wir wissen nicht, warum er dieses Werk schrieb, und die Partitur, die er in seinen Hinterlassenen Schriften, Bd. III, erwähnt, tauchte erst Jahre später durch Bemühungen von F.W. Jähns in etwa 1864 wieder auf. Er schrieb das Werk für seinen Bruder Fritz, aber wir wissen nicht, wann und ob es seinerzeit je zur Aufführung gekommen ist. In Stuttgart hatte Weber sich stark verschuldet und wurde im Februar 1810 des Landes Württemberg verwiesen. Drei Jahre wanderte er durch die Lande, trat als Klaviervirtuose in den verschiedensten Städten Deutschlands auf, und 1811 wählte er München als seinen hauptsächlichen Wohnsitz. Dort freundete er sich mit dem erstklassigen Klarinettisten der Münchner Hofkapelle, Heinrich Bärmann, an und schrieb für ihn das Klarinetten-Concertino J. 109 sowie die beiden Klarinettenkonzerte J.114 & 118, die alle in München uraufgeführt wurden. Schon das Concertino hatte ein derartiges Aufsehen erregt, dass viele Bläser der Hofkapelle Weber mit Bitten überschütteten, er solle auch ein konzertantes Werk für ihr Instrument schreiben. Unter ihnen war der Fagottist Georg Friedrich Brandt. Ein Gerücht machte die Runde, dass Brandt ihn um zwei Konzerte gebeten hätte. Dies mag vielleicht erklären, warum die erste gedruckte Ausgabe des Werkes als Prirno Concerto bezeichnet ist, obwohl ihm nie ein zweites Konzert folgte. Doch als Brandt nach Prag kam (wo Weber inzwischen im Februar 1813 Leiter der Oper geworden war), wandte er sich dem Andante e Rondo Ungarese in Version I wieder zu und hat es - in seinen eigenen Worten - 'gänzlich umgeschmolzen für Fagott', und dies innerhalb von drei Tagen. Lt. Webers Tagebuch-Eintragung nach der Erstaufführung am 19. Februar 1813: 'Abends Brandt's Concert, - er blies das neue Ungarese recht brav und mit großem Beyfall, es gierig alles gut und machte Effekt'. Erstmals verlegt wurde das Werk 1870 bei Schlesinger (Berlin) in Orchesterstimmen und einem Klavierauszug. Soviel ich weiss, erscheint die Partitur hiermit zum ersten Mal im Druck. Hans-Hubert Schönzeler