Konzert a-moll für Oboe und Orchester
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Johann Friedrich Fasch
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Beschreibung:

  • Tonart: a-Moll
  • Genre: Klassik
Hugo Riemann hat um die Jahrhundertwende als erster wieder auf den Komponisten Johann Friedrich Fasch aufmerksam gemacht: 'Man wird nicht umhin können, fürderhin j. Fr. Fasch zu den hervorragendsten Zeitgenossen Bachs zu rechnen, aber nicht nur zu den besten Vertretern des Stils, den Bach auf die Höhe der Vollendung führte, sondern zugleich zu den wichtigsten Bahnbrechern der neuen Schreibweise, welche seit Haydn und Mozart die ältere gänzlich verdrängte.' Die Bedeutung, die damit Fasch für die Entwicklung der Musik im 18. Jahrhundert zugesprochen wird, ist zwar von neueren Forschungen bestätigt worden, aber die anschliessende Mahnung 'Es ist Ehrenpflicht, Johann Friedrich Fasch der Vergessenheit zu entreissen' ist bisher kaum ernst genommen worden. Bis heute ist Fasch ein weitgehend unbekannter Komponist geblieben. 1688 in Thüringen geboren, verlebte Fasch eine ärmliche Jugend, wurde früh Waise und kam schliesslich auf die Thomasschule in Leipzig. Geregelten Musikunterricht konnte er aus finanziellen Gründen nicht nehmen, und so wuchs er weitgehend als musikalischer Autodidakt auf. Sein Vorbild war Telemann, und wie dieser gründete er ein studentisches Collegium Musicum, als er 1708 selbst die Universität bezog. Obwohl er als Komponist schnell bekannt wurde, unternahm er im Jahre 1713 eine Studienreise, die ihn über verschiedene Fürstenhöfe und Kunststädte nach Darmstadt führte. Hier blieb er 14 Wochen und erhielt in dieser Zeit Kompositionsunterricht bei dem Darmstädter Kapellmeister Christoph Graupner, den er von dessen Studienzeit in Leipzig her kannte. Die Verbindung nach Darmstadt blieb während seines ganzen Lebens bestehen. Viele seiner Kompositionen sandte Fasch später nach Darmstadt, so dass die Hessische Landes- und Hochschulbibliothek heute ein wichtiger Fundort für die Werke Faschs ist. Auch die Vorlage für diese Ausgabe entstammt der Darmstädter Bibliothek. Nach Wanderjahren und Anstellungen an verschiedenen Orten, zum Teil nicht als Musi ker, wurde Johann Friedrich Fasch 1722 Hofkapellmeister in Zerbst in der Nähe von Magdeburg. Hier wirkte er bis zu seinem Tode im Jahre 1758, und von hier aus verbreitete sich sein Ruhm als Komponist weit über den Umkreis seiner Wirkungsstätte hinaus. In den 18 überlieferten Solokonzerten von Fasch nimmt die Oboe neben der Violine eine bevorzugte Stellung als Soloinstrument ein - beide werden jeweils siebenmal eingesetzt. Das vorliegende Werk in a-moll ist ein frühes Werk Faschs. Satztechnisch ist es eher kammermusikalisch - bemerkenswert die weitgehende Unisonoführung der beiden Violinen -, und seine viersätzige Anlage weist noch in den Bereich der alten Sonata da chiesa. Indem es so einen der Ausgangspunkte von Faschs Entwicklung markiert, zeigt es doch schon in der Gesamtgestaltung die Meisterschaft in der Themenverarbeitung seines Komponisten.