Carlo Pässler
Konzert für Oboe, Klarinette und Orchester
Carlo Pässler
Konzert für Oboe, Klarinette und Orchester
- Besetzung Oboe, Klarinette und Orchester
- Komponist Carlo Pässler
- Ausgabe Partitur
- Verlag Edition Kunzelmann
- Bestell-Nr. KU-OCT10299
Beschreibung:
Carlo Pässler besass als Oboist einen hervorragenden Ruf. Gleichzeitig war er aber auch ein großer Kenner der Klarinette, einerseits weil es sich dabei um ein verwandtes Instrument handelt, andererseits in Verbundenheit mit der Tradition des 18. Jahrhunderts, als es einfach Mode war, mehrere Instrumente zu beherrschen. Die Solostimmen in ihrer ursprünglichen Fassung verdienen besondere Beachtung: sie sind deshalb beim Neudruck sowohl in der Orchesterpartitur wie auch im Auszug für Oboe, Klarinette und Klavier vollständig wiedergegeben. Was die Solostimmen anbetrifft, hielten sich die Herausgeber bei den vorgenommenen Änderungen an folgende Kriterien: - Erläuterung der Ausschmückungen, wie sie der Gepflogenheiten der damaligen Zeit entsprechen. - Vorschläge zur Gestaltungs- und Ausdrucksweise. - Schaffung neuer Kadenzen (sie wurden kleiner ausgedruckt) für die zwei Soloinstrumente, um die virtuosen Aspekte des Konzertes hervorzuheben. In den beiden Solostimmen ermöglichte Carlo Pässler den jeweiligen Interpreten die Entfaltung ihres ganzen technischen und musikalischen Könnens. Was die Instrumentalbegleitung anbetrifft, so stellen sich verschiedene, ziemlich schwierige Probleme. Aus einigen offensichtlichen Widersprüchen bei der Verwendung von Phrasierungen in den Schlusstakten der einzelnen Sätze oder auch bei der direkten Gegenüberstellung gleichrhythmischer Akkorde wird ganz augenscheinlich, dass eine eigentliche Partitur (die hier keine Lösungen anbietet) im Grunde gar nie existiert hat. Die Orchesterbegleitung wurde wohl jeweils direkt umgesetzt, richtete sich nach der Solostimme und höchstwahrscheinlich nach einigen bloss entwurfartigen Angaben des Komponisten. Einmal abgesehen von einigen glücklichen Einfällen und dazu zählt ganz sicher die liebenswürdige Einleitung mit den 'aus der Ferne' tönenden Bläserstimmen, hat sich der Komponist um die in der Widmung herausgestrichene 'Orchesterbegleitung' aus was für Gründen auch immer nicht gross gekümmert. Carlo Pässler war zweifelsohne mit der Niederschrift einer Orchesterpartitur auch weit weniger vertraut als mit der Abfassung der Solostimmen. Bei der Wiederherstellung der Instrumentalbegleitung hielten wir uns an folgende Grundsätze: - Beibehaltung der ursprünglichen Orchesterstimmen. - Beibehaltung der wichtigen musikalischen Motive innerhalb der Begleitung. - Respektierung des ursprünglichen Aufbaus ohne Einfügung oder Weglassung einzelner Takte. Unter Beachtung dieser Voraussetzungen wurde der Schluss, d.h. die letzten 15 Takte in ihrer ursprünglichen Form beibehalten. Als Alternative schlagen indessen die Bearbeiter einen bestrickenderen Schluss vor, der die virtuosen Charakteristiken des Werkes besser betont. Die Herausgeber möchten an dieser Stelle der Familie Ricardi di Netro ihren besonderen Dank dafür auszusprechen, dass sie die Zugänglichkeit zu diesem Manuskript - ein Bestandteil des Musikarchivs der Familie - ermöglicht hat. Daniela Zanettovich und Nicola Bulfone Carlo Pässler wurde am 27. März 1774 in Neapel geboren. Sein Vater - er stammte ursprünglich aus Dresden - war Hauptmann der Schweizergarde am königlichen Hof. Mit zehn Jahren begann Carlo seine Ausbildung am Konservatorium 'Pietà dei Turchini', der Musikschule der neapolitanischen Hauptstadt. 1796 schloss er seine Ausbildung in Oboe und Englischhorn ab und begann eine lange Wanderschaft zu den wichtigsten Theatern der italienischen Halbinsel. Die ersten Etappen sind Faenza und Senigallia. Dann begibt er sich nach Treviso in die Dienste des Grafen Pola. Zwei Jahre später ist er in Rom, kehrt aber dann kurz nach Neapel zurück. Darauf spielt er in Florenz und Venedig und landet schliesslich 1801 als Oboist am eben neueröffneten Theater in Triest. Er tritt aber auch in Wien auf, wo er für ein einziges Konzert 2000 Gulden erhält. Im Dezember 1809 zieht Carlo Pässler von Triest nach Venedig. Während der Theatersaison spielt er aber auch in Udine und Treviso. In Mailand gibt er ein Konzert am Hofe des Vizekön