L'Été
sur un poème de Victor Hugo
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Max d' Ollone
L'Été
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Beschreibung:

  • Erschienen: 01.02.2015
  • Dauer: 6:00
  • Maße: 210 x 297 mm
  • Genre: Klassik, Klassische Musik (Romantik)
  • ISMN: 9790231806311
L'Été (Sommer) ist kein isoliertes Werk in der Inszenierung von Max d'Ollone, sondern gehört zusammen mit Hymne, Dans la tempête und Sous-Bois zu einer Reihe von vier Chören, die im Zusammenhang mit dem Wettbewerb um den Prix de Rome entstanden sind. Dieser Preis wurde 1803 ins Leben gerufen und nach den Ereignissen vom Mai 1968 aufgehoben. Er war mehr als anderthalb Jahrhunderte lang die begehrteste französische Auszeichnung für Musikkomposition gewesen. Er wurde vom Institut de France organisiert und sicherte seinen Preisträgern, wenn nicht die Sicherheit einer einfachen zukünftigen Karriere, so doch zumindest einen wichtigen Zugang zur Welt der Kunst und einen mehrjährigen Aufenthalt in Italien in der prestigeträchtigen Villa Medici. Tatsächlich widerstanden nur wenige der Anziehungskraft dieses Preises, der die Krönung eines langjährigen Studiums sein könnte. Selbst die fortschrittlichsten Vertreter der französischen Kunst wie Berlioz, Debussy oder Ravel waren bestrebt, die eher konservativen Erwartungen der Académie des beaux-arts zu erfüllen. Ab 1894 nahm d'Ollone an dem Wettbewerb teil. Die erste Runde war eine Ausscheidungsrunde, in der die Kandidaten innerhalb einer Woche eine Fuge und einen Chor mit Orchesterbegleitung über ein vorgegebenes Gedicht komponieren sollten. Die zweite Runde bestand in der Komposition einer großen Kantate für drei Solostimmen, wie Frédégonde, mit der d'Ollone den bedeutenden Ersten Großen Preis gewann.
Das im Mai 1894 für seine erste Teilnahme am Prix de Rome vollendete L'Été zählt nicht zu d'Ollones repräsentativsten Werken. Es handelt sich um ein frühes Werk, das für einen Wettbewerb geschrieben wurde, der mehrere Anforderungen an den Musiker erfüllen sollte. Zwischen dem Respekt vor einer gewissen akademischen Tradition der Eleganz und Klarheit und der reinen technischen Darstellung findet sich jedoch der Ausdruck einer echten Sensibilität. Wie könnte man nicht den jugendlichen Schwung dieser fein geschriebenen Seiten bewundern, oder diesen zarten Schluss mit kühnen Harmonien? Durch die große Reinheit des Chorgesangs und die meisterhafte Begleitung, die ihn unterstreicht, ist es dem Komponisten gelungen, die eigentümliche, fast lyrische Atmosphäre der vier Verse von Victor Hugo zu verstärken. Das Stück ist um zwei verschiedene Themen herum aufgebaut und zeichnet sich durch seine raffinierte Dreiteilung aus, wobei das zentrale Thema einen Kontrast bildet, der sich nach und nach bis zur erwarteten Wiederholung des ersten Teils zurückzieht. Abgesehen von einigen leicht zu verzeihenden Merkwürdigkeiten für einen so jungen Mann ist L'Été tief im Erbe des Jahrhunderts von Jules Massenet verwurzelt und zeigt die besondere Ästhetik, die so typisch für die Werke des Prix de Rome ist. Lange Zeit als bloße, zutiefst überholte Stilübungen kritisiert, bergen sie dennoch Schönheiten, die man wiederentdecken sollte.

(Übersetzung Philippe Do)

Details: 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 1 Trompete, 3 Posaunen, Pauken, 1 Harfe, Streicher