Jean-Philippe Rameau
Les Boréades RCT 31
Tragédie in 5 Akten
Jean-Philippe Rameau
Les Boréades RCT 31
Tragédie in 5 Akten
- Besetzung Soli, gemischter Chor (SATB) und Orchester
- Komponist Jean-Philippe Rameau
- Bearbeiter François Saint-Yves
- Herausgeber Sylvie Bouissou
- Texter Louis de Cahusac
- Ausgabe Noten
- Verlag Bärenreiter Verlag
- Bestell-Nr. BA8865-90
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Beschreibung:
Eigentlich sollten "Les Boréades" 1763 am Pariser Théâtre de Choisy nach Ende des Siebenjährigen Kriegs anlässlich der Feierlichkeiten zum Friedensschluss aufgeführt werden. Doch nach zwei Proben mit den größten Stars der Zeit in Versailles und Paris wurde das Werk abgesetzt – möglicherweise aufgrund einer Zensur des Librettos, das die Erbfolgetradition königlicher Macht infragestellt und die Selbstbestimmtheit einer Frau zum Thema macht. Vergiftete Sujets, die für den Hof und den nach dem Attentat auf Ludwig XV. 1757 sensibilisierten König unzumutbar gewesen sein dürften.
So will in der Oper der Gott des Nordwindes Boreas einen seiner Söhne, Borilée oder Calisis, mit Alphise, der Königin von Baktrien, vermählen. Doch diese verschmäht beide und bevorzugt einen anderen, Abaris, sehr zum Ärger des Windgottes. Das Subversive des Librettos und seine libertäre Moral werden in der Personencharakterisierung überdeutlich: Abaris, der von Selbstzweifeln geplagt wird, ist ein Antiheld, die Götter erscheinen selbstherrlich und dumm, während Alphise die tyrannischen Fürsten des Machtmissbrauchs anprangert und für sich das Recht einfordert, frei zu entscheiden – und dafür öffentlich gefoltert wird.
Die Zensur, aber auch Intrigen und ein Feuer: "Les Boréades" hatten mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen, bevor das Werk nun endlich mit dieser Edition ungehindert aufgeführt werden kann. Auf der positiven Seite bewirkten diese Umstände freilich, dass uns jetzt ein "reines" Werk vorliegt, frei von nachträglichen Kompromissen oder aufgezwungenen Umarbeitungen.
Dieser Klavierauszug basiert auf der kritischen Neuausgabe, wie in Band IV.29 der "Opera omnia Rameau" erschienen. Als Hauptquelle liegen hier die Produktionspartitur, kopiert in der Académie royale de musique de Paris und versehen mit Korrekturen und Anmerkungen Rameaus, sowie die originalen Stimmen zugrunde.
So will in der Oper der Gott des Nordwindes Boreas einen seiner Söhne, Borilée oder Calisis, mit Alphise, der Königin von Baktrien, vermählen. Doch diese verschmäht beide und bevorzugt einen anderen, Abaris, sehr zum Ärger des Windgottes. Das Subversive des Librettos und seine libertäre Moral werden in der Personencharakterisierung überdeutlich: Abaris, der von Selbstzweifeln geplagt wird, ist ein Antiheld, die Götter erscheinen selbstherrlich und dumm, während Alphise die tyrannischen Fürsten des Machtmissbrauchs anprangert und für sich das Recht einfordert, frei zu entscheiden – und dafür öffentlich gefoltert wird.
Die Zensur, aber auch Intrigen und ein Feuer: "Les Boréades" hatten mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen, bevor das Werk nun endlich mit dieser Edition ungehindert aufgeführt werden kann. Auf der positiven Seite bewirkten diese Umstände freilich, dass uns jetzt ein "reines" Werk vorliegt, frei von nachträglichen Kompromissen oder aufgezwungenen Umarbeitungen.
Dieser Klavierauszug basiert auf der kritischen Neuausgabe, wie in Band IV.29 der "Opera omnia Rameau" erschienen. Als Hauptquelle liegen hier die Produktionspartitur, kopiert in der Académie royale de musique de Paris und versehen mit Korrekturen und Anmerkungen Rameaus, sowie die originalen Stimmen zugrunde.