Giovanni Battista Sammartini
Magnificat für Soli, gemischten Chor und Orchester
Giovanni Battista Sammartini
Magnificat für Soli, gemischten Chor und Orchester
- Besetzung Soli, Gemischter Chor (SATB) und Orchester
- Komponist Giovanni Battista Sammartini
- Ausgabe Partitur
- Verlag Edition Kunzelmann
- Bestell-Nr. KU-OCT10028
Beschreibung:
Giovanni Battista Sammartini hat, wie sein älterer Bruder Giuseppe, eine führende Rolle im Musikleben von Mailand gespielt, wo er 1700 geboren wurde und 1776 starb. Er hat, wie es scheint, seine Vaterstadt niemals für längere Zeit verlassen. Dass trotzdem 1744 seine Sechs Sonaten für 2 Violinen und Bass bei dem Londoner Verleger J. Simpson erschienen, geht sicher auf die Vermittlung von Giuseppe zurück, von dem dieser Verleger eine große Anzahl von Kompositionen herausgebracht hatte. Giovanni Battista war ein sehr fruchtbarer Komponist; er hinterliess Vokal- und Instrumentalwerke geistlichen und weltlichen Charakters in großer Zahl. Der englische Musikologe Ch. Burney, der auf einer Studienreise nach Italien Mailand besuchte und sehr wahrscheinlich mit ihm zusammenkam, berichtet, er sei Maestro di cappella bei mehr als der Hälfte der Kirchen der Stadt gewesen. Für diese schrieb er Messen und zahlreiche andere Werke. Hierzu gehört das vorliegende Magnificat, das sicher vor 1770 komponiert wurde. Das Verdienst, dieses Werk der Vergessenheit entrissen zu haben, gebührt Padre Marianus Müller, einem Mönch des Stifts Einsiedeln in der Schweiz, der zu Musikstudien nach Mailand gegangen und vermutlich Schüler Sammartinis war. Er fand geschriebene Stimmen des Werkes vor, liess sie abschreiben und brachte sie nach Einsiedeln, wo sie aufbewahrt werden, zusammen mit zahlreichen anderen Kompositionen Sammartinis, die Müller später, als er Fürstbischof geworden war, hatte abschreiben lassen. Dass es keine Partitur gab, ist nicht auffallend, sondern entspricht durchaus der klassischen Musikerpraxis, wonach selbst bei den grössten Standardwerken eine Partitur erst nach Jahrzehnten gedruckt wurde. Erst im Jahre 1880 wurde im Auftrag der Gesellschaft für Musikforschung in Berlin eine solche ausgeschrieben, gelangte aber nicht nach Berlin, sondern aus bisher unbekannten Umständen an die Library of Congress in Washington, wo sie sich noch befindet. Dieses Exemplar hat für unsere Ausgabe als Vorlage gedient. Eine andere Ausgabe ist nie bekannt geworden; und es dürfte kaum eine existieren. Trotz dieses empfindlichen Mangels liegen Anzeichen dafür vor, dass das Werk im Stift Einsiedeln bis gegen die Mitte des 19. Jahrhunderts regelmässig bei der Vesper des Passions-Sonntags aufgeführt wurde, wobei die sehr gut ausgesetzte Orgelstimme die fehlende Partitur ersetzte. Max Alberti