Niccolò Jommelli
Messa D-Dur für Soli, Chor, Orchester und Orgel
Niccolò Jommelli
Messa D-Dur für Soli, Chor, Orchester und Orgel
- Besetzung Soli, Chor, Orgel und Orchester
- Komponist Niccolò Jommelli
- Bearbeiter Wolfgang Hochstein
- Ausgabe Partitur
- Verlag Edition Kunzelmann
- Bestell-Nr. KU-OCT10168
Beschreibung:
INHALT Kyrie Gloria Sinfonia Credo Sanctus Agnus Dei BESETZUNG Soli und Chor SATB 2 Oboen 2 Hörner in D 2 Violinen Viola Generalbass (Violoncello, Fagott, Kontrabass, Orgel) Nachdem er für gut drei Jahre als Vizekapellmeister am römischen Petersdom gewirkt und in päpstlichen Diensten ein beachtenswertes kirchenmusikalisches Oeuvre geschaffen hatte, wurde Niccolò Jommelli im Sommer 1753 zum Musikdirektor des Württembergischen Hofes in Stuttgart berufen. Das Musikleben am Hof von Herzog Karl Eugen galt damals als eines der führenden in Europa, und dem entsprach auch - vor allem auf dem Gebiet der Oper - Jommellis Ruf als Komponist. Ausgezeichnete Sänger und Instrumentalisten bildeten seinerzeit das Stuttgarter Ensemble, darunter die Sopranisten Giuseppe Aprile und Pasquale Potenza oder die Violinisten Pietro Nardini und Antonio Lolli. Zwar schrieb Jommelli in dieser bis 1769 währenden Lebensperiode nur noch wenige Kirchenkompositionen, doch gehören gerade das Requiem Es-Durvon 1756 und die D-Dur-Messe von 1766 zu seinen bekanntesten Werken überhaupt? Im Gegensatz zum erwähnten Requiem sind die Entstehungsumstände der hier veröffentlichten Messe D-Dur weniger gut dokumentiert. Lediglich Giuseppe Sigismondo, der zuverlässige Gewährsmann, teilt auf seiner Partiturabschrift mit, die Messe sei 'zur Einweihung der neuen Herzoglichen Kapelle im Jahre 1766' komponiert worden. Dasselbe schreiben auch andere, vermutlich auf Sigismondo basierende Exemplare. Ob es sich bei der besagten Einweihung jedoch um die Kapelle im Schloss Solitüde handelte - dieses befand sich zu jener Zeit im Bau -, liegt als Vermutung zwar nahe, ist bislang aber nicht bewiesen. Anders als seine der Sakralmusik verpflichteten Zeitgenossen hat Jommelli nur wenige Messvertonungen hinterlassen - sieht man jedenfalls davon ab, dass unter seinem Namen zahlreiche fragwürdige und untergeschobene Werke anzutreffen sind. So ist die vorliegende Komposition auch das einzig vollständige, fast ohne Rückgriffe auf ältere Werke geschriebene Messordinarium Jommellis (für eine spätere D-Dur-Messe hat er Credo, Sanctus und Agnus Dei aus dieser Komposition lediglich überarbeitet). Noch heute lassen sich ca. 40 handschriftliche Exemplare sowie mehrere ältere Druckausgaben unserer Messe nachweisen, was deutlich für ihre einstmalige Beliebtheit spricht. Gelegentlich hat man die Besetzung des Werkes durch Hinzuziehung von Trompeten und Pauken erweitert, wobei die Trompeten aber zumeist colla parte mit den Hörnern gehen und die Pauken in gewohnter Weise zum Einsatz kommen. In der musikwissenschaftlichen Literatur ist wiederholt auf diese Komposition als Beispiel einer relativ frühen 'Credo-Messe' hingewiesen worden; die Ton für Ton ansteigenden Wiederholungen des einleitenden Dreitakters stellen einen ganz besonderen Kunstgriff dar und verhelfen dem Credo zu harmonischer Vielfalt ebenso wie zu starker formaler Geschlossenheit. Durch die Anlage des ersten Gloria-Satzes mit seiner überlegten Disposition chorischer und solistischer Passagen einschliesslich der Reprise bei Quoniam erscheint die Komposition in diesem Messenteil wie ein direkter Vorläufer von Mozarts 'Krönungsmesse' KV 317. Die thematischen Bezüge zwischen Dur-Sanctus und Moll-Benedictus sind schliesslich nicht weniger bemerkenswert als das Vorhandensein der Sinfonia zwischen Gloria und Credo: Dieser Satz wird durch instrumental geprägte Kontrapunktik sowie durch seine langen Sequenzketten charakterisiert; er wurde zwar anscheinend nur von wenigen Abschriften und keiner der Druckausgaben überliefert, hat aber doch als ursprünglicher Bestandteil der Komposition zu gelten und ist offenbar anstelle des Graduale in Funktion einer 'Epistelsonate' erklungen. Gegebenenfalls kann auf die Aufführung der Sinfonia verzichtet werden. Geschmeidig-kantable Melodiebildungen, viele Verzierungen und dynamische Kontraste kennzeichnen den Stil eines Werkes, das als typisches Beispiel vorklassischer Kirchenmusik gelten kann. Zur Ausführung der Fuge