Jules Massenet
Werther
drame lyrique en quatre actes (full opera score with French libretto)
Jules Massenet
Werther
drame lyrique en quatre actes (full opera score with French libretto)
- Besetzung Gesang und Orchester
- Komponist Jules Massenet
- Ausgabe Noten
- Verlag Musikproduktion Höflich
- Bestell-Nr. MPH2167
Beschreibung:
Basierend auf: "Die Leiden des jungen Werther". (Die Leiden des jungen Werther)
Roman von Johann Wolfgang von Goethe (1774)
Libretto: Édouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann
Komposition 1886/87, Uraufführung 1892 an der Wiener Hofoper in der deutschen Übersetzung von Max Kalbeck
Vorwort
Der Vorwurf der so genannten "kulturellen Aneignung" wird heute häufig erhoben und beherrscht die ästhetischen und politischen Diskussionen in teilweise stark polarisierender Weise. Allerdings gab es auch in früheren Zeiten schon frühere Formen der "kulturellen Aneignung", die zwar sehr unterschiedliche Aspekte aufweisen, aber letztlich vergleichbar sind. So war es im 19. und 20. Jahrhundert in Deutschland nicht überall gern gesehen, wenn sich französische oder italienische Komponisten der heimischen Literaturproduktion zuwandten; vermeintliche Pietät oder aus heutiger Sicht nationalistische Empfindsamkeit war der Hauptgrund dafür, dass Gounods Oper "Faust" im deutschsprachigen Raum lange Zeit als "Margarethe" aufgeführt wurde, als sei sie ihres ursprünglichen Titels nicht würdig.
Wenn Eduard Hanslick, der damals führende Wiener Musikkritiker, berühmt für seine Auseinandersetzungen mit den Wagnerianern und Autor der bis heute einflussreichen musikästhetischen Abhandlung "Vom Musikalisch-Schönen" (1854), solche Engstirnigkeit erwähnt, dann tut er das beschreibend und damit ohne Wertung; wenn er Sympathie zeigt, dann nicht auf der Seite der Nationalisten. Hanslick beginnt seine Rezension der Uraufführung von Jules Massenets "Werther" mit dem Bedauern, dass Robert Schumann das Thema nie aufgegriffen hat, und konstatiert dann die überraschende Tatsache, dass bisher "kein einziger deutscher Komponist [...] trotz der verlockenden Popularität des Stoffes" die Vertonung des Briefromans von 1774 gewagt hat.1 Hanslick findet es bezeichnend, dass Rodolphe Kreutzer - der Komponist und Geiger, dem Beethovens Violinsonate Nr. 9 in A-Dur, op. 47, die so genannte "Kreutzer-Sonate", gewidmet ist - ein Franzose war, der 1792 die erste "Werther"-Oper vorlegte, ein Werk, das wie spätere Versuche einiger "zweit- und drittklassiger Italiener" (Benvenuti, Pucitta, Coccia, Gentili und Aspa) im Laufe des 19.
Roman von Johann Wolfgang von Goethe (1774)
Libretto: Édouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann
Komposition 1886/87, Uraufführung 1892 an der Wiener Hofoper in der deutschen Übersetzung von Max Kalbeck
Vorwort
Der Vorwurf der so genannten "kulturellen Aneignung" wird heute häufig erhoben und beherrscht die ästhetischen und politischen Diskussionen in teilweise stark polarisierender Weise. Allerdings gab es auch in früheren Zeiten schon frühere Formen der "kulturellen Aneignung", die zwar sehr unterschiedliche Aspekte aufweisen, aber letztlich vergleichbar sind. So war es im 19. und 20. Jahrhundert in Deutschland nicht überall gern gesehen, wenn sich französische oder italienische Komponisten der heimischen Literaturproduktion zuwandten; vermeintliche Pietät oder aus heutiger Sicht nationalistische Empfindsamkeit war der Hauptgrund dafür, dass Gounods Oper "Faust" im deutschsprachigen Raum lange Zeit als "Margarethe" aufgeführt wurde, als sei sie ihres ursprünglichen Titels nicht würdig.
Wenn Eduard Hanslick, der damals führende Wiener Musikkritiker, berühmt für seine Auseinandersetzungen mit den Wagnerianern und Autor der bis heute einflussreichen musikästhetischen Abhandlung "Vom Musikalisch-Schönen" (1854), solche Engstirnigkeit erwähnt, dann tut er das beschreibend und damit ohne Wertung; wenn er Sympathie zeigt, dann nicht auf der Seite der Nationalisten. Hanslick beginnt seine Rezension der Uraufführung von Jules Massenets "Werther" mit dem Bedauern, dass Robert Schumann das Thema nie aufgegriffen hat, und konstatiert dann die überraschende Tatsache, dass bisher "kein einziger deutscher Komponist [...] trotz der verlockenden Popularität des Stoffes" die Vertonung des Briefromans von 1774 gewagt hat.1 Hanslick findet es bezeichnend, dass Rodolphe Kreutzer - der Komponist und Geiger, dem Beethovens Violinsonate Nr. 9 in A-Dur, op. 47, die so genannte "Kreutzer-Sonate", gewidmet ist - ein Franzose war, der 1792 die erste "Werther"-Oper vorlegte, ein Werk, das wie spätere Versuche einiger "zweit- und drittklassiger Italiener" (Benvenuti, Pucitta, Coccia, Gentili und Aspa) im Laufe des 19.