4 frühe Quartettsätze
(1863/64)
4 frühe Quartettsätze
(1863/64)
- Besetzung Streichquartett
- Ausgabe Noten
- Verlag Verlag Walter Wollenweber
- Bestell-Nr. KU-WW142
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Beschreibung:
Die hier als Stimmenausgabe erstmals veröffentlichten Streichquartettsätze zählen zu den frühesten Arbeiten des jungen Komponisten. Er schrieb sie 1863/64 während seiner Studienzeit am Petersburger Konservatorium, kurz nachdem er sich endgültig entschlossen hatte, seinen Beamtenberuf aufzugeben und Musiker zu werden. Über diese Entscheidung hatte er Ende 1862 an seine Schwester Alexandra geschrieben: ,,... und jetzt bin ich ganz entschieden zu der Überzeugung gekommen, dass ichfrüher oder später den Dienst gegen die Musik vertauschen werde. Denke nicht, dass ich mir einbilde, ein großer Künstler zu werden; ich muss einfach nur das tun, wozu meine Neigung mich drängt, ob ich nun ein berühmter Komponist oder ein armer Lehrer werde ...' Während bis zur Mitte unseres Jahrhunderts der Streichquartettsatz B-Dur von 1865 als das erste Kammermusikwerk Tschaikowskys galt, wurden 1967 innerhalb der Tschaikowsky-Gesamtausgabe erstmalig neun kurze Kammermusikstücke in verschiedenen Besetzungen zugänglich, die aus dieser ersten Schaffensperiode erhalten geblieben sind. In den Partituren dieser Studienarbeiten finden sich bereits charakteristische Einzelheiten der Verarbeitung, die später den typischen Tschaikowsky-Stil prägen, wenn auch die noch vorhandene Abhängigkeit von Schumann und Mendelssohn durchaus hörbar ist. Das erste Stück Allegro erinnert durch seinen melodischen Fluss zunächst an ein Chant sans paroles, im weiteren Verlauf erscheint das Thema dann mit einer für den späteren Tschaikowsky so charakteristischen Akzentverschiebung, die es zum Zweiviertelmotiv im Dreivierteltakt verkürzt. Auch das zweite Stück Allegretto nimmt durch seine weiche, elegante Linienführung manches vom Stil des späteren Meisters vorweg. Bei dem folgenden Andante ma non troppo wurde auf den vorgesehenen Kontrabass, der das Violoncello lediglich an den forte-Stellen in der Unteroktave verstärkte, im Interesse einer einheitlichen Aufführungsmöglichkeit verzichtet; dadurch gibt das nun solistisch beginnende Violoncello diesem Stück den Ausdruck eines dramatischen Rezitativs. Schliesslich lässt auch der intensive Klangeindruck der oktavierten Terzenparallelen im letzten Stück Andante molto an die späteren weitschwingenden Kantilenen des großen Symphonikers denken. (Hier empfahl sich an einer Stelle ein Stimmentausch zwischen der ersten und zweiten Violine). Ob die Stücke zu Lebzeiten des Komponisten jemals aufgeführt worden sind, ist nicht überliefert. Erst in unserer Zeit wurden sie durch eine Schallplattenaufnahme des Schostakowitsch-Quartetts, Moskau, einem grösseren Publikum bekannt. Zur Edition der vorliegenden Ausgabe: Dynamische Zeichen sind von Tschaikowsky nur unregelmässig gesetzt oder fehlen ganz; notwendige Ergänzungen wurden durch Klammern gekennzeichnet. Fehlende Bindebögen wurden analog nachgetragen, bzw. Phrasierungsbögen in Strichbögen abgeändert, sowie Strichbezeichnungen im Interesse einer angemessenen Aufführungspraxis hinzugefügt. Der Verlag dankt Herrn Heinz Freudenthal, München, für entsprechende Editionshinweise. Der Verlag