Braun, W., Duo op. 20 für Violine und Viola
Braun, W., Duo op. 20 für Violine und Viola
- Besetzung Streichduett (Violine und Viola)
- Ausgabe Noten
- Verlag Verlag Walter Wollenweber
- Bestell-Nr. KU-WW85
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Beschreibung:
Die Musikerfamilie Braun besteht aus nicht weniger als vier Generationen, die sich zu ihrer Zeit als Instrumentalisten und Komponisten eines berechtigten Ansehens erfreuten. Ihre heutige Vergessenheit teilen sie mit zahlreichen Komponisten der Vergangenheit, die teils von bedeutenderen Begabungen, teils von einer neuen Idealen zustrebenden Zeit verdrängt worden sind. Der Vater dieser Familie heisst Anton Braun (1729-1790). Er wie auch seine Nachkommen pflegten vor allem die Violine und Oboe als Hauptinstrumente. Als Stammort der Familie gilt Kassel, obwohl deren Mitglieder in späteren Jahren viel von der Welt zu sehen bekommen haben. Anton Braun betätigte sich anfänglich als Oboist im Regiment Prinz von Anhalt. Im Jahre 1760 wurde er in die erste Geige der Hofkapelle aufgenommen mit der Verpflichtung, unentgeltlich Noten zu kopieren. Vor allem aber galt seine Fürsorge seinen Kindern, deren musikalischer Erzieher und Förderer er wurde. Unter seinen Söhnen sei hier besonders Johann Friedrichs (1759-1824) gedacht, der 1777 als Oboist und Geiger an die mecklenburgische Hofkapelle in Ludwigslust verpflichtet wurde. Häufige Konzertreisen führten ihn u. a. nach Berlin, Breslau, Hamburg und Kopenhagen. Von seinen heute in Vergessenheit geratenen Kompositionen ist im Jahre 1976 ein Duo für Viola und Cello wieder im Druck erschienen. Sein Sohn Wilhelm Theodor Johann wurde der Tradition gemäss vom Vater ausgebildet. Wieder werden Oboe und Violine die bevorzugten Instrumente. Dank seinem frühreifen Oboenspiel wurde der erst 13jährige Virtuose im Jahre 1809 an die Königliche Kapelle in Berlin berufen. Von dort aus unternahm er zahlreiche Konzertreisen, die ihn 1831 bis nach Stockholm führten. Im Jahre 1824 heiratete er seine Cousine Katharina Maria (genannt Kathinka) Braun, die Tochter seines Onkels Moritz, die sich als Sängerin bereits einen geachteten Namen gemacht hatte. Im gleichen Jahre wurden die beiden Ehegatten nach einem erfolgreich absolvierten Probespiel an den mecklenburgischen Hof in Ludwigslust engagiert. Dort trat Wilhelm Braun die Nachfolge seines Vaters an. Im Jahre 1837 wurde er nach Schwerin versetzt, 1856 pensioniert und verblieb dort bis zu seinem Ableben im Jahre 1867. Unter den zahlreichen Kompositionen Wilhelm Brauns finden sich 6 Ouvertüren, Konzerte für Oboe bzw. Klarinette sowie eine bedeutende Anzahl kammermusikalischer Werke verschiedener Besetzungen. Auch bearbeitete er 6 Fugen von Johann Sebastian Bach für Streichquartett und veröffentlichte 16 Streichquartette 'nach Mozarts unsterblichen Klavierstücken'. Der musikalische Stil Wilhelm Brauns ist in der sogenannten Periode der Empfindsamkeit beheimatet, einer vom Barock zu den Meistern der Wienklassik überleitenden Epoche. Doch finden sich dort auch bereits Vorahnungen der kommenden Romantik, wobei das Vorbild des Kasseler Meisters Louis Spohr deutlich zu erkennen ist. In der vorliegenden Neuausgabe des Duos für Violine und Viola wurde eine Anzahl von Druckfehlern der Vorlage stillschweigend verbessert. Auch wurden Vortragszeichen und Bindebögen der heutigen Spielweise angepasst. HeinzFreudenthal