Louis Spohr
Doppelquartett Nr. 4 B-dur op. 136
Louis Spohr
Doppelquartett Nr. 4 B-dur op. 136
- Besetzung 4 Violinen, 2 Violen und 2 Celli
- Komponist Louis Spohr
- Ausgabe Noten
- Verlag Verlag Walter Wollenweber
- Bestell-Nr. KU-WW177
Beschreibung:
Louis Spohr, 1784 in Braunschweig geboren, 1859 in Kassel gestorben, war ohne Zweifel einer der einflussreichsten und geachtetsten Musiker seiner Zeit. Zunächst als Orchesterdirektor am Theater an der Wien in der damaligen Musikmetropole Europas tätig, übernahm er nach einigen lebhaften Wanderjahren in Deutschland, Italien, Holland, der Schweiz und schliesslich 1820 in England 1822 die Position des Hofkapellmeisters in Kassel, die er bis zum Erreichen seines Ruhestands innehatte. Spohr war ein fortschrittlich denkender, den zeitgenössischen Strömungen gegenüber aufgeschlossener Dirigent, der auch die Renaissance des Bachschen Werkes förderte; nicht zuletzt fand durch sein Beispiel der Gebrauch des neuzeitlichen Taktstocks rasche Verbreitung. Den Höhepunkt seines Erfolgs erreichte er in den Vierzigerjahren, auch wenn seine Musik im Vergleich mit den jüngeren Romantikern Berlioz, Liszt und Wagner zunehmend als konservativ empfunden wurde. Nur noch einige wenige wirklich inspirierte Werke fallen in diese Zeit, darunter das Streichsextett (1848) und das vierte Doppelquartett. Spohr ist Schöpfer der Gattung des Doppel-Streichquartetts, das sich trotz gleicher Besetzung vorn Oktett wesentlich unterscheidet: Während beim Oktett alle Stimmen selbstständig geführt sind, bilden sie im Doppelquartett zwei Quartettgruppen, von denen die eine in der Regel die Stimmführung übernimmt, die andere vor allem Begleitaufgaben erfüllt. In seiner Selbstbiographie schreibt Spohr: ...eine Idee, mit der ich mich schon lange getragen und von der mir, wenn ich nicht irre, Andreas Romberg, als wir das letztemal vor seinem Tode Quartett spielten, zuerst gesprochen hatte, nämlich die, mich in einem Doppelquartette zu versuchen. Der Umstand, dass Romberg sich jahrelang mit dem Gedanken beschäftigt hatte, ohne zu einem Versuch gekommen zu sein, reizte mich besonders, und ich stellte mir die Aufgabe, wie auch er sie aufgefasst hatte, zwei Quartette, nebeneinander sitzend, e i n Musikstück ausführen zulassen und das Achtstimmige nur für die Hauptstellen der Komposition aufzusparen. Spohrs Doppelquartette entstanden über einen weiten Zeitraum, sein erstes im Jahre 1822, das vierte und letzte 1849. Hier erreicht Spohrs Streichersatz wohl seinen absoluten Höhepunkt: Das ganze Werk überzeugt durch seine Vielfalt an aussergewöhnlichen Einfällen, zu denen spannungsreiche, rhythmische Umformungen genauso wie aparte Echo-Wirkungen gehören. Auch Wilhelm Altmann wertet es als das weitaus beste Werk, empfiehlt es zur öffentlichen Aufführung, aber auch den Liebhabern zur Beachtung, da es weitaus weniger virtuos als die ersten drei gehalten ist, und fährt dann fort: Vor allem, scheint mir darin das richtige Verhältnis zwischen den beiden Quartetten aufs schönste durchgeführt zu sein.