Louis Spohr
Sextett op. 140
für 2 Violinen, 2 Violen, 2 Violoncelli
Louis Spohr
Sextett op. 140
für 2 Violinen, 2 Violen, 2 Violoncelli
- Besetzung 2 Violinen, 2 Violen und 2 Celli
- Ausgabe Noten
- Komponist Louis Spohr
- Verlag Verlag Walter Wollenweber
- Bestell-Nr. KU-WW107
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Beschreibung:
Ludwig (Louis) Spohr (1784 in Braunschweig geboren, 1859 in Kassel verstorben) war zu seiner Zeit einer der gefeiertsten Violinvirtuosen und der geschätztesten Komponisten, wiewohl in letzter Eigenschaft fast Autodidakt - er erwarb seine diesbezüglichen Kenntnisse im wesentlichen durch das Selbststudium der klassischen Meisterwerke, vorzugsweise der Mozarts. Sein kompositorisches Schaffen war sehr umfangreich; neben 154 Werken mit Opus-Zahlen stehen viele weitere ohne solche, und sie reichen vom Duo für zwei Violinen bis zu abendfüllenden Opern und Oratorien. Während er sich in der Form stark an klassischen Prinzipien orientierte, äussert sich in seinen chromatischen Progressionen und enharmonischen Modulationen der Geist der Romantik. Sein vor allem lyrisches Talent ist gekennzeichnet von erstaunlicher Individualität, die jedoch in der Fülle seiner sich ähnelnden Werke leicht manieristische Züge annimmt. Dies war wohl der Grund, weswegen sie schon im Fortschreiten des 19. Jahrhunderts zunehmend der Vergessenheit anheim fielen - mit Ausnahme des sich unveränderter Beliebtheit erfreuenden 8. Violinkonzerts. Auf die Dauer wird man jedoch an einer so bedeutenden Figur der Musikgeschichte des frühen 19. Jahrhunderts nicht achtlos vorbeigehen können, wenngleich bei der Wiederbelebung seiner Werke eine gebotene kritische Auswahl zu treffen sein wird. Dies gilt nicht nur für seine Violin-Werke und Sinfonien (oft programmatischen Inhalts), sondern auch für den reichen Schatz seiner Kammermusik, insbesondere da, wo eine nicht ganz alltägliche Besetzung zusätzliches Interesse bewirkt. So haben sein mit Bläsern und Streichern gemischt besetztes Oktett und Nonett ebenso in die Musizierpraxis zurückgefunden wie seine höchst originellen Doppelquartette. Zu diesen wiederbelebenswerten Kompositionen zählt auch sein Streichsextett op. 140. Obwohl die ersten derartigen Werke bereits um 1775 von Luigi Boccherini und Gaetano Brunetti geschrieben wurden, fand diese Besetzung in den darauf folgenden 75 Jahren kaum Interesse. Erst in der Spätromantik nahm man sich dieser Gattung in grösserem Umfang an, aber auch davon konnten sich nur die Meisterwerke Brahms' und Dvorßks im Programm halten. Spohr war einer der ersten, die sich nach der erwähnten Pause dem Streichsextett zuwandten, und er tat dies in einer besonders glücklichen Stunde. Spohr, obgleich gewiss kein Revolutionär, war an einer Erlangung verfassungsmässiger Rechte auch für den Bürger sehr interessiert. Bereits 1830, als die Pariser Ereignisse auch auf Deutschland ausstrahlten, hatte er entsprechende Hoffnungen gehegt, die jedoch enttäuscht wurden. Im Frühling des Jahres 1848 keimten sie erneut und verstärkt; im Sommer dieses Jahres reiste er sogar selbst nach Frankfurt, um als Zuhörer den Sitzungen der Nationalversammlung in der Paulskirche beizuwohnen. In dieser gehobenen und hoffnungsfrohen Stimmung entstand im März und April 1848 sein Streichsextett in C-Dur, das durchweg diesen Geist atmet. Edle Lyrik und Wohllaut prägen den ersten Satz, ein tief empfundener, erhabener Gesang und ein freudiger Mittelteil den langsamen. Von spezieller Eigenart ist die Verschränkung des tänzerischen Scherzos mit dem klassisch heiteren Final-Presto. Die Neuausgabe dieses klangschönen Werks sei gleichermassen ein Beitrag zur Wiederentdeckung von Spohrs Kammermusik wie auch zur Erweiterung des nicht sonderlich umfangreichen Repertoires für Streichsextett. Prof. Dr. W. Sawodny
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