Streichquartett Nr. 2 op. 35
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Felix Draeseke
Streichquartett Nr. 2 op. 35

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Beschreibung:

  • Opus: 35
  • Genre: Klassik
Felix Draesekes Steichquartett in e-Moll, op. 35, entstand 1886 in der Nachbarschaft von zwei bedeutenden Werken seines Gesamtschaffens, nämlich dem Klavierkonzert EsDur (op. 36) und der Sinfonia tragica (op. 40). Die hier in einem Neudruck vorgelegte Kammermusik widmete der Komponist seinem Freund und Kollegen Eduard Rappoldi, dessen Frau, Laura Rappoldi-Karer, sich stark für Draesekes Klaviermusik einsetzte und auf deren Anregung hin das obengenannte Klavierkonzert entstanden ist. Gegenüber den beiden Titanenwerken besetzt das e-Moll-Quartett eine entgegengesetzte Position. Draeseke selbst hat es wegen seiner innigen und abgeklärten Grundstimmung den anderen zwei Streichquartetten (Nr. 1, c-Moll, op. 27 von 1879, und Nr. 3, cis-Moll, op. 66 von 1895) stets vorgezogen. So darf diese Kammermusik wegen des lyrischen Grundzuges zu den 'schönsten und innigsten Hausmusiken der Romantik' (E. Roeder, Biographie Bd. 2, S. 166) gezählt werden, dies ist jedoch nicht der einzige Grund, das Werk hiermit einer breiteren Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Schon an anderer Stelle ist betont worden, dass Felix Draeseke in den einzelnen Gattungen der Musik jeweils auch Werke ganz überdurchschnittlicher Bedeutung hinterlassen hat. Einen solchen Platz nimmt beispielsweise die Klaviersonate op. 6 für die Klaviermusik ein. Höhepunkt im symphonischen Werk Draesekes ist ohne Zweifel seine 'Sinfonia tragica', während in der Formengeschichte des Oratoriums sein berühmtes Mysterium 'Christus' eine Sonderstellung einnimmt. Draesekes Kammermusik findet in dem späten Streichquintett F-Dur/f-Moll op. 77 ihren Höhepunkt. Über der oft zitierten Bermerkung von Hermann Kretzschmar, der Draeseke als den 'gefürchtetsten Kontrapunktiker seiner Zeit' bezeichnete, wird allzu oft vergessen, dass Draeseke neben der absoluten Beherrschung der musikalischen Satztechniken auch ein Melodiker war, dessen Erfindungen zum Schönsten gehören. Das hiermit der Öffentlichkeit an die Hand gegebene Streichquartett e-Moll ist denn auch geeignet, den ganz anderen, den 'lyrischen' Draeseke bekannt zu machen. Es sei noch darauf hingewiesen, dass die Kammermusik überhaupt in Draesekes Gesamtschaffen einen sehr breiten Raum einnimmt, wobei der Komponist auch zum Teil für seltene Besetzungen geschrieben hat. Genannt seien in diesem Zusammenhang das Quintett op. 48 für Klavier, Violine, Viola, Violoncello und Horn sowie die zwei Sonaten für Viola alta und Klavier (Nr. 1 c-Moll, 1892, erschienen beim Verlag Wollenweber). Draesekes Quartettstil zeichnet sich durch die vorherrschende Gleichbehandlung aller Instrumente aus. Der Komponist schreibt für das Streichquartett als einheitlichen Klangkörper, ein Charakteristikum für den Kompositionsstil Draesekes überhaupt, denn auch in der Klaviermusik ebenso wie in der Sinfonik und der a-cappella-Chormusik trifft man eine sichere Beherrschung der jeweiligen Eigenarten der Instrumente bzw. der Stimmen an. Felix Draeseke vollendete sein Streichquartett e-Moll im Mai 1886. Der 1. Satz (4/4 -Takt, Allegro moderato), im Tempo sehr variabel, fesselt durch lyrische Innigkeit. Das Hauptthema ergiesst sich in einer breiten Cantilene des Violoncello, die wehmütigen Charakter hat. Wiederholung und Fortführung des Themas erfolgen in lichter Höhe. Nach einer kurzen Überleitung tritt das zweite Thema in der Paralleltonart E-Dur ein. Das folgende dritte Thema ist aus dem zweiten entwickelt worden. Die Rückleitung zur Vordersatzwiederholung nähert sich dem ersten Thema wieder an, das auch den Anfang der kurzen Durchführung beherrscht. In flächenhaftem Wechsel werden auch die Nebenthemen behandelt. Ein Triolenmotiv schwingt noch mit, wenn mit dem Hauptthema bald die Reprise einsetzt. Das zweite Thema erscheint dann zweimal - zunächst in G-, dann in E-Dur. Dieses beherrscht auch die Coda. Bevor der Schluss des Kopfsatzes in einem stürmischen vierfachen Oktavkanon herbeigeführt wird, imitieren die Aussenstimmen das Kopfmotiv in überaus zarter Ausform