Felix Draeseke
Streichquartett Nr. 3 op. 66
Felix Draeseke
Streichquartett Nr. 3 op. 66
- Besetzung Streichquartett
- Komponist Felix Draeseke
- Ausgabe Noten
- Verlag Verlag Walter Wollenweber
- Bestell-Nr. KU-WW301
Beschreibung:
Das 3. Streichquartett entstand im September 1895, in dem Jahr also, in dem Draeseke mit der Niederschrift seines CHRISTUS-Mysteriums begonnen hatte. Im Jahr zuvor hatte sich Draeseke verheiratet und führte seither eine überaus glückliche Ehe. Dies und mehrere erfolgreiche Aufführungen seines symphonischen Gipfelwerkes, der Sinfonia tragica im Jahre 1895 beflügelten ihn zur Komposition des einzigartigen CHRISTUS-Mysteriums, das am Beginn seiner dritten Schaffensperiode steht. Das Streichquartett cis-moll ist das letzte seiner drei Werke dieser Gattung, zugleich deren eigenartigstes und modernstes; es ist somit hervorragend geeignet, mit der Ausdrucksweise des 'späten Draeseke' bekannt zu machen. Von der hergebrachten Form weicht es durch seine Fünfsätzigkeit ab. Die einzelnen Sätze, in klassischer Form angelegt, sind knapp und scharf ausgeprägt. In Klang und Rhythmus, Linearität und Harmonik zeigt sich Draeseke als moderner Komponist auf der Höhe seiner Zeit, der es allerdings verstanden hat, die neuen Errungenschaften mit den klassischen Formen zu vereinen. Er widmete das Werk 1895 dem Herzog Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha. In der Gestaltung dem Hauptthema des zweiten Quartetts op. 35 ähnlich, beginnt der Hauptsatz im dritten Quartett (Andantino elegiaco) mit einer klagenden Cantilene der Violinen durch drei Oktaven abwärts. Der Bau des Themas entspricht normaler 8-taktiger Gliederung. Die Wiederholung bringt das Thema verteilt auf Violoncello und die Mittelstimmen. Auch das in ebenso regelmässiger Art gebaute Seitenthema in schlichten Vierteln behält den elegischen Grundzug des Satzes bei. In der Wiederholung durch das Cello strebt der Satz auf seinen ersten dynamischen Höhepunkt, der zur Wiederholung der Exposition zurückführt und beim zweiten Mal in die Durchführung überleitet, in der die Kopfmotive der beiden Themen zunächst in Abspaltungstechnik und dann vielfach kontrapunktisch miteinander verarbeitet werden. Mit Eintritt der Reprise erscheint zunächst der Themenkopf von fliessenden 16-teln begleitet, erst dann beginnt im Pianissimo das eigentliche Hauptthema, das sich vorübergehend nach A-Dur wendet. Das Seitenthema erfährt jetzt rasch eine dynamische Steigerung, die kurz vor dem Satzende in einer kurzen Coda zum Hauptthema zurückführt. Der Satz endet mit einem kraftvollen Schlussakkord. In überschäumender Spielfreude präsentiert sich das Scherzo im dahinhuschenden 6/8-Takt. Überraschende Modulationen bringen das knappe Thema auch in terzverwandten Tonarten, ein krasser Wechsel innerhalb der Dynamik unterstreicht den launigen Charakter des Satzes. Im Trio führt eine liedartige Melodie als Gegensatz zum ersten Teil bis in die hohen Lagen der ersten Violine, von den melodisch gestalteten Mittelstimmen kontrapunktierend begleitet. Nach einer kurzen Überleitung wird der erste Teil wiederholt. Im langsamen dritten Satz, einem Adagio im terzverwandten B-dur, bestimmen expressiv gestaltete, tragende Cantilenen, die kontrapunktierend von den Mittelstimmen begleitet werden, durch vielfältige Modulation den spannungsreichen Ablauf. Nach einer sich nur ganz allmählich entwickelnden Steigerung fällt die Dynamik ins Pianissimo zurück, ein Anklang an das Hauptthema des ersten Satzes schliesst sich an. Vor dem Finale hat Draeseke als Intermezzo einen beschwingten Tanz eingeschoben, der in seiner Rhythmik gewisse Ähnlichkeiten zur Orchesterserenade nicht verleugnet. Das markante, auftaktische Motiv, das wie ein Ländler gestaltet ist, wird im Trio zum beherrschenden Gedanken des melodischen Geschehens. Das Finale beginnt mit einem herrisch auffahrenden Unisono-Motiv, das die Hälfte des 8-taktig geformten Themas ausmacht. Die zweite Hälfte des Themas stellt die umgekehrte Intervallfolge der ersten vier Takte dar. Allerdings ist ein weiterer Takt angefügt, der den Schluss des Themas verlängert. Die sich daran anschliessende nächste, 8-taktige Phrase wirkt durch ihre rhythmische und dynamische Kraft. Das zweite liedartige Thema, da