Max Bruch
Streichquintett a-Moll
(Erstdruck)
Max Bruch
Streichquintett a-Moll
(Erstdruck)
- Besetzung Streichquintett
- Komponist Max Bruch
- Ausgabe Noten
- Verlag Edition Kunzelmann
- Bestell-Nr. KU-GM1352
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Beschreibung:
Max Bruch ist am 2. Oktober 1920 im Alter von 82 Jahren gestorben. Man wusste, dass er in seinen zwei letzten Jahren zwei Streichquintette, in Es-Dur und a-Moll, komponiert hatte. Diese wurden jedoch nie veröffentlicht, und man nahm an, dass die Autographe entweder verloren gegangen oder im Laufe des 2. Weltkriegs der Vernichtung anheim gefallen waren. Im Januar/Februar 1988, anlässlich des 150. Geburtstages von Max Bruch am 6. Januar 1838, sandte BBC Radio 3 eine Reihe von neun Programmen seiner Musik aus, deren Produzent ich war. Im Laufe meiner Forschungen entdeckte ich in der BBC Musikbibliothek eine handschriftliche Partitur auf einen Stimmensatz in der Handschrift von Bruchs Schwiegertochter Gertrude, der Frau seines Sohnes Max Felix. Die letzte Seite der Partitur ist von ihr signiert: äAbschrift Gertrude Bruch, Berlin-Friedenau (wo der Komponist und seine Familie seit 1890 gelebt hat) 17. Nov. 1918 M.B.' Das a-Moll Quintett war von der BBC bereits 1937 ausgesandt worden, und zwar in einer Aufführung vom Schwiller Streichquartett mit einer zweiten Bratsche. Sie benutzten das Material von Gertrude Bruch, denn auf der ersten Seite der 1. Geigenstimme stehen in Bleistift die Aufführungszeiten der einzelnen Sätze und das Datum ä6. Oktober 1937' - das Datum der eigentlichen Sendung. Viele erinnern sich noch an Isidore Schwiller als einen angesehenen Geiger in der damaligen Londoner Musikwelt. Von etwa 1910 bis in die späten 1930er leitete er verschiedene Quartette. Da in der BBC Musikbibliothek im Jahre 1937 noch kein Katalog über Neuanschaffungen geführt wurde, lässt es sich nicht mehr feststellen, wie die Handschrift von Gertrude Bruch dorthin gelangte. Ich möchte hiermit der BBC und Helen Faulkner, die die Musikbibliothek leitet, danken, dass sie mir für diese Veröffentlichung Gertrude Bruchs Abschriften zur Verfügung gestellt haben. Vermutlich hat Gertrude Bruch sich auf das Autograph des Komponisten gestützt. Ihre Abschriften enthalten zahlreiche Fehler, doch die meisten konnten durch Vergleich zwischen ihrer Partitur und ihrer Stimmenabschrift korrigiert werden, da sie unter schiedlich auftauchen. In den wenigen Fällen, wo dies nicht möglich war, musste der Herausgeber eine Entscheidung treffen. In der gedruckten Partitur sind alle Änderungen oder Verbesserungen in Klammern gesetzt, während diese Feinheiten nicht in die Stimmen aufgenommen wurden. Auch herrscht einige Verschiedenheit in der Bogensetzung in Gertrude Bruchs Partitur und Stimmen. Da wir nicht wissen können, was der Komponist selbst niedergeschrieben hat, habe ich mich entschlossen, im wesentlichen Gertrude Bruchs Stimmen zu folgen. Nur eine Passage stellt eine Ausnahme dar: In den Takten 69/ 70 und 74/75 des ersten Satzes ist die Bogenführung in Analogie mit der Reprise, Takte 238/239 und 243/ 244, angewandt worden. Das Adagio ma non troppo ist ein Arrangement des 4. Satzes seiner Serenade für Streicher (über schwedische Melodien) op. posth. (1916), der selbst eine Umarbeitung der Suite Nr. 2 für Orchester von 1906 ist. Als wir bei der BBC im Rahmen der Bruch Serie 1988 das Quintett aufnahmen, machte eine Passage im 2. Satz Schwierigkeiten. In Gertrude Bruchs Partitur und Stimmen steht bei Takt 93 a tempo, doch es erschien logischer und wirkungsvoller, das meno mosso (das man zu Folge des un poco ritard durch Takte 89-92 natürlich erreicht) durch Takte 93-96 beizubehalten, und das Allegro molto (Tempo I) erst in Takt 97 wieder aufzunehmen. John Beckett