Streichtrio
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Paul Dessau
Streichtrio
für Violine, Viola und Violoncello
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Paul Dessau
Streichtrio

für Violine, Viola und Violoncello

  • Besetzung Streichtrio (Violine, Viola und Cello)
  • Komponist Paul Dessau
  • Schwierigkeit
    (mittel)
  • Ausgabe Partitur und Stimmen Download
  • Verlag Schott Musik
  • Bestell-Nr. ED23933-DL
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Beschreibung:

  • Sprache: Deutsch Englisch
  • Seiten: 49
  • Erschienen: 19.08.2026
  • Dauer: 16:00
  • Genre: Klassik, Klassische Musik der Moderne
Das Streichtrio von 1927 entstand einige Jahre nach Paul Dessaus erstem bedeutenden Erfolg als Komponist, der durch die Prämierung des Concertinos 1924 markiert wurde. Nachdem Dessau einige Jahre als Korrepetitor und Kapellmeister an verschiedenen Theater- und Opern-Häusern tätig war, begann er 1927 als Kinokapellmeister zu arbeiten. Dieser Wechsel brachte ihm einige Freiräume für eigene Aufführungsformate und den Zugang zur Filmmusikkomposition. Bis dahin hatte Dessau eine Reveille für Blasorchester komponiert, die für eine Einsendung bei den Donaueschinger Kammermusiktagen vorgesehen war, aber über das Particellstadium nicht hinausgekommen war und die 1. Sinfonie für großes Orchester, die 1927 in Prag uraufgeführt wurde. Retrospektiv betrachtet, stellt das Streichtrio das früheste Zeugnis von Dessaus Annäherung an die Methode der Zwölftonkomposition dar. Das einsätzige Werk besteht im Kern aus einer Passacaglia, die von einer Introduktion und einem Epilog umrahmt wird. Dessau nutzt tonale Zentren, um Dur-Moll- Tonalität und traditionelle Funktionsharmonik als strukturgebende Grundsätze zu vermeiden. Die Introduktion führt das musikalische Material ein: akkordische Doppelgriffe werden triolischen Fortschreitungen gegenübergestellt. Die Passacaglia beginnt mit dem auf den ersten Blick spröde erscheinenden Passacaglienthema, das zunächst im Violoncello allein erklingt. Dieses Thema beinhaltet den Keim für Dessaus Auseinandersetzung mit der Zwölftönigkeit. Es besteht aus einem Orgelpunkt, Intervallsprüngen und einem abschließenden Quintfall. Terzen und Quinten meidet Dessau gezielt, denn wo traditionelle Harmonik im Verlauf des Stückes auftaucht, geschieht dies bewusst und ist nicht automatisch im Material enthalten. Im Ablauf funktioniert die Passacaglia gemäß der traditionellen Form: Das Thema erklingt in verschiedenen Variationen, die in jeweils unterschiedlichen musikalischen und charakterlichen Kontexten präsentiert werden. Dadurch schafft Dessau einen dramatischen Gesamtzusammenhang. Die Introduktion und der Epilog lassen eine Bühnenassoziation entstehen, die eine imaginäre Dramatik suggeriert. Dessau komponiert zunächst einen dramatischen Tiefpunkt in der Mitte des Werks, von wo aus sich das musikalische Geschehen bis kurz vor dem Ende der Passacaglia zu einem energetischen Höhepunkt steigert. Im Epilog nimmt Dessau alle funktionale Harmonik zurück und lässt das musikalische Material in seiner ursprünglichen Schmucklosigkeit erklingen, womit das Stück den Bogen zu seinem Anfang zurückspannt. - Sandra Kebig