Robert Fuchs
Terzett op. 107 für 2 Violinen und Viola
Robert Fuchs
Terzett op. 107 für 2 Violinen und Viola
- Besetzung Streichtrio (2 Violinen und Viola)
- Komponist Robert Fuchs
- Ausgabe Noten
- Verlag Verlag Walter Wollenweber
- Bestell-Nr. KU-WW36
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Beschreibung:
Robert Fuchs entstammt der musikfreudigen Steiermark. In Frauenthal kam er als dreizehntes Kind einer Lehrerfamilie am 15. Februar 1847 zur Welt. Wie Franz Schubert und Anton Bruckner wurde er zum Volksschullehrer bestimmt. Aber im Gefühl seiner inneren Berufung wanderte er als Achtzehnjähriger zu Fuss in die Musikmetropole Wien um sich ganz der Musik zu widmen. Nach schweren Jahren dürftigen Lebens erreichte er sein Ausbildungsziel als Schüler von Otto Dessoff am Wiener Konservatorium. Mit dem entscheidenden Welterfolg seiner ersten Streicherserenade öffneten sich für Robert Fuchs viele Pforten. Der Leipziger Verleger Friedrich Kistner nahm sich seiner Werke an, die Wiener Gesellschaft der Musikfreunde ernannte ihn zu ihrem Dirigenten, das Konservatorium berief seinen ehemaligen Schüler als Professor der gesamten Musiktheorie. Von 1875 bis 1912 bildete er eine ganze Generation von Musikern heran. Jan Sibelius, Hugo Wolf, Gustav Mahler, Franz Schmidt, Franz Schreker, Leo Fall, Edmund Eysler und Richard Heuberger zählten zu seinem Schülerkreise. Berühmte Dirigenten seiner Zeit wie Artur Nikisch, Franz Schalk, Hans Richter und Felix Weingartner trugen seine Serenaden und Symphonien in die Welt hinaus. Einen mächtigen Freund und Förderer hatte Robert Fuchs in Johannes Brahms, der ihm die Türen des Verlagshauses Simrock öffnete und sein Schaffen mit Rat und Kritik wohlwollend anregte. Das Werk seiner späten Jahre wurde von dem Wiener Verleger Adolf Robitscheck betreut. Hochgeehrt starb Robert Fuchs am 19. Februar 1927 in Wien. Das reiche Schaffen dieses vielseitigen Komponisten bildet eine eigen geartete, kostbare Nachblüte der musikalischen Romantik. Trotz der augenblicklichen Erfolge, die Robert Fuchs mit seiner Oper 'Die Königsbraut' und mit seinen symphonischen Werken erringen konnte, blieb seiner rein lyrischen Begabung die gültige Aussage in den großen Formen versagt. Indessen erfüllte er die von Robert Schumann übernommene Kleinform mit dem innigen Schmelz seiner gefühlsechten Melodik und mit dem Wohlklang seiner reich modulierten Harmonik. Die kurzen Sätze seiner beliebten Serenaden, die Chorwerke und vor allem die Lieder atmen die versonnene Innerlichkeit seines von leiser Schwermut überschatteten österreichischen Naturells. Unter seinen Miniaturen finden sich Perlen der Hausmusik. Eine Fundgrube delikater Köstlichkeiten bietet die Kammermusik, die eine längst verlorene Bindung an das häusliche Musizieren wieder anzuknüpfen sucht. Dem immer stärker werdenden Bedürfnis nach solcher Kammermusik kommt seit Jahren der Musikverlag Walter Wollenweber mit seiner Editionsreihe 'Unbekannte Werke der Klassik und Romantik' entgegen, die dem Schaffen von Robert Fuchs einen besonderen Platz einräumt. Seine Kammermusik hat nichts von ihrem Zauber verloren. Sie enthält Kunstschöpfungen von bleibendem Wert, ohne jedes falsche Pathos, frisch und ungekünstelt wie die urwüchsigen Erzählungen seines Landsmannes Peter Rosegger, erfüllt von der zarten Gemüthaftigkeit eines Adalbert Stifter. Dazu gehört auch das hier vorgelegte Terzett Op. 107 aus dem Jahre 1923. In der gleichen Besetzung für zwei Violinen und Viola hatte Robert Fuchs im Jahre 1898 schon die beiden Terzette in E-dur und D-dur unter der gemeinsamen Opuszahl 61 bei dem Berliner Verleger Lienau herausgegeben. Am 6. November 1891 hatte Johannes Brahms geschrieben: 'Fuchs ist ein famoser Musiker. So fein und gewandt, so reizvoll erfunden ist alles, man hat immer seine Freude daran!'. Dieses Urteil trifft auch auf das Terzett Op. 107 zu, das kein Trio im klassischen Sinne ist, sondern eher ein locker gefügtes Divertimento, eine unterhaltsame Suite von fein ziselierten Miniaturen. Darauf deutet nicht nur die Fünfsätzigkeit hin, sondern auch die Form der einzelnen Teile, die sich zu einer leicht geschwungenen bogenförmigen Architektur zusammenfügen. Die tragende Mitte bildet der langsame Satz des Andante cantabile in dreiteiliger Liedform. Darum herum gruppieren sich zwei mit je ein