Giuseppe Tartini
Dodici sonate e una pastorale
Opera prima
Giuseppe Tartini
Dodici sonate e una pastorale
Opera prima
- Besetzung Violine und Basso Continuo
- Komponist Giuseppe Tartini
- Herausgeber Juan Mariano Porta
- Ausgabe Noten
- Verlag Bärenreiter Verlag
- Bestell-Nr. BA11674-01
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Beschreibung:
Die "Sonate a violino e violoncello o cimbalo, Opera prima" – 1734 in Amsterdam von Michel Charles Le Cène veröffentlicht – umfassen die erste autorisierte Ausgabe der Violinsonaten von Giu-seppe Tartini. Trotz ihrer Opusnummer spiegeln sie durchweg die künstlerische Reife des Komponis-ten wider. Im Laufe des vorausgehenden Jahrzehnts hatte Tartini seinen Ruf gefestigt, sich eine stabile berufliche Position erarbeitet und den Höhepunkt seiner technischen und expressiven Fähigkeiten er-reicht.
Die spätestens 1731 begonnene Sammlung reagierte auch auf die Notwendigkeit, der Verbreitung nicht autorisierter Drucke von Tartinis Sonaten entgegenzuwirken, indem stattdessen eine Sammlung angeboten wurde, die seinem reifen Stil vollständig entsprach. Die Widmung an Girolamo Ascanio Giustiniani, Sohn des venezianischen Prokurators Ascanio und Schüler Tartinis, verweist auf eine be-deutende Verbindung: 1721 hatte sich Giustiniani senior für Tartini eingesetzt, damit dieser zum "primo violino e capo di concerto" im Orchester der Basilika des Heiligen Antonius in Padua ernannt wurde.
Op. I ist die am weitesten verbreitete Sammlung Tartinis. In ganz Europa durch Nachdrucke und Ab-schriften bekannt, trug sie zum internationalen Ansehen Tartinis bei. Der Einfluss der Sammlung zeigt sich in französischen und deutschen gedruckten Violinschulen: Mehrere Sonaten – wie die "Sonata prima" (A14), die sogenannte "Didone abbandonata" (g10) und die "Pastorale" (A16) – etablierten sich ab dem 19. Jahrhundert fest im Unterrichtsrepertoire der Konservatorien. Die übrigen Stücke blieben dagegen weniger bekannt, obwohl sie von hervorragender kompositorischer Qualität und be-merkenswerter technischer Vielfalt sind.
Formal betrachtet gliedert sich die Sammlung in drei Abschnitte, die implizit verschiedenen Stilrich-tungen entsprechen: die Kirchensonaten (Nr. 1–6), die noch eng der spätbarocken Polyphonie ver-bunden sind und im jeweils zweiten Satz eine Fuge aufweisen; die Kammersonaten (Nr. 7–12), in de-nen der neue melodische Stil deutlich zum Tragen kommt, oft charakterisiert durch moderne Sätze mit lyrischen Bezeichnungen wie "affettuoso" oder "cantabile"; und schließlich die "Pastorale", die dem Zyklus wahrscheinlich als Hommage an den Widmungsträger hinzugefügt wurde und die Verwen-dung von "Scordatura" und Orgelpunkt fordert.
In der Balance zwischen kontrapunktischer Tradition und neuem kantablen Ausdruck, zwischen for-maler Strenge und expressiver Freiheit, bildet die "Opera prima" einen entscheidenden ersten Höhe-punkt in Tartinis Entwicklung. Die kritische Neuausgabe umfasst eine aktuelle historische Darstellung sowie einen zuverlässigen Notentext der Sonaten, die nicht nur richtungsweisend in der Entwicklung der Violinsonaten waren, sondern noch heute außergewöhnliche Interpretationsmöglichkeiten bieten.
Die spätestens 1731 begonnene Sammlung reagierte auch auf die Notwendigkeit, der Verbreitung nicht autorisierter Drucke von Tartinis Sonaten entgegenzuwirken, indem stattdessen eine Sammlung angeboten wurde, die seinem reifen Stil vollständig entsprach. Die Widmung an Girolamo Ascanio Giustiniani, Sohn des venezianischen Prokurators Ascanio und Schüler Tartinis, verweist auf eine be-deutende Verbindung: 1721 hatte sich Giustiniani senior für Tartini eingesetzt, damit dieser zum "primo violino e capo di concerto" im Orchester der Basilika des Heiligen Antonius in Padua ernannt wurde.
Op. I ist die am weitesten verbreitete Sammlung Tartinis. In ganz Europa durch Nachdrucke und Ab-schriften bekannt, trug sie zum internationalen Ansehen Tartinis bei. Der Einfluss der Sammlung zeigt sich in französischen und deutschen gedruckten Violinschulen: Mehrere Sonaten – wie die "Sonata prima" (A14), die sogenannte "Didone abbandonata" (g10) und die "Pastorale" (A16) – etablierten sich ab dem 19. Jahrhundert fest im Unterrichtsrepertoire der Konservatorien. Die übrigen Stücke blieben dagegen weniger bekannt, obwohl sie von hervorragender kompositorischer Qualität und be-merkenswerter technischer Vielfalt sind.
Formal betrachtet gliedert sich die Sammlung in drei Abschnitte, die implizit verschiedenen Stilrich-tungen entsprechen: die Kirchensonaten (Nr. 1–6), die noch eng der spätbarocken Polyphonie ver-bunden sind und im jeweils zweiten Satz eine Fuge aufweisen; die Kammersonaten (Nr. 7–12), in de-nen der neue melodische Stil deutlich zum Tragen kommt, oft charakterisiert durch moderne Sätze mit lyrischen Bezeichnungen wie "affettuoso" oder "cantabile"; und schließlich die "Pastorale", die dem Zyklus wahrscheinlich als Hommage an den Widmungsträger hinzugefügt wurde und die Verwen-dung von "Scordatura" und Orgelpunkt fordert.
In der Balance zwischen kontrapunktischer Tradition und neuem kantablen Ausdruck, zwischen for-maler Strenge und expressiver Freiheit, bildet die "Opera prima" einen entscheidenden ersten Höhe-punkt in Tartinis Entwicklung. Die kritische Neuausgabe umfasst eine aktuelle historische Darstellung sowie einen zuverlässigen Notentext der Sonaten, die nicht nur richtungsweisend in der Entwicklung der Violinsonaten waren, sondern noch heute außergewöhnliche Interpretationsmöglichkeiten bieten.