The Life of the Machines
The Life of the Machines
- Besetzung Tonträger
- Ausgabe CD
- Verlag eda records
- Bestell-Nr. EDA28
Beschreibung:
Mehr als durch Kriege, religiöse und politische Umbrüche wurde das Lebensgefühl der Neuzeit durch die Industrialisierung grundlegend umgewälzt. Der Einbruch der Maschine in die Lebenswelt des Menschen, die zunehmende Dominanz der Maschinen in den Arbeitsprozessen, reflektierten Malerei und Literatur bereits im 19. Jahrhundert. In der Musik - der vermeintlich romantischsten aller Künste - fand eine Auseinandersetzung mit den sozialen wie materiellen und geistigen Implikationen dieses Wandels allerdings erst mit großer Verspätung, im Anschluss an den ersten Weltkrieg statt. In den zwanziger Jahren, jener 'herrlich männlichen Epoche', als der sie der Maschinen-Fetischist Fernand Léger apostrophierte, hielt das Maschinenzeitalter dann mit Vehemenz Einzug in Konzert- und Opernhäuser. Eine Oper wie 'Maschinist Hopkins' des Schreker-Schülers Max Brand eroberte sich Ende der zwanziger Jahre die Spielpläne und erreichte Aufführungszahlen wie nur Kreneks 'Johnny spielt auf'. Honeggers Eisenbahn-Stück 'Pacific 213 (1923) oder Alexander Mossolovs 'Die Eisengießerei' (1926-28) sorgten international für Furore. Als Höhepunkt der musikalischen Auseinandersetzung mit der Welt der Maschinen gilt George Antheils 'Ballet mécanique' (1924). Die Auslotung der Möglichkeiten quasi-maschineller Organisation musikalischer Parameter (ostinates Repetieren und blockartiges Aneinanderreihen rhythmisch dominierter Bausteine), die Antheil in den vorausgegangenen Klavierwerken der frühen 20er Jahre erprobte, wurde darin im großen Format umgesetzt. Mit dem Einsatz von Propellergeräuschen und Alarmsirenen tat Antheil ein Übriges, um seinem Ruf als bilderstürmerischer 'Bad Boy of Music' gerecht zu werden: 10 Jahre nach Stravinskys 'Sacre' brauchte die Musikwelt einen neuen Skandal.
Der Topos der Maschinenmusik übte - auch weniger vordergründig - einen wesentlichen Einfluss aus auf die Generation der Nachromantiker, zu deren geistigem Inventar sie gehörte wie der Jazz, die archaische Rhythmik der folkloristischen Werke Strawinskys, Atonalität und Dodekaphonie. Aus späterer Sicht scheint die Faszination dieser Generation von Komponisten durch das kalte Leben der Maschinen allerdings oft zu einseitig und zu positiv aus dem Blickwinkel des russischen Futurismus und Suprematismus interpretiert. Die hier projektierte Zusammenstellung einiger Werke des Klavierrepertoires vornehmlich aus der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts möchte deshalb das Ohrenmerk lenken auf die äußerst vielseitige, oft ambivalente Haltung der Künstler auf den Pulsgeber des neuen Lebensrhythmus, als der die Maschine verstanden wurde.
Der Topos der Maschinenmusik übte - auch weniger vordergründig - einen wesentlichen Einfluss aus auf die Generation der Nachromantiker, zu deren geistigem Inventar sie gehörte wie der Jazz, die archaische Rhythmik der folkloristischen Werke Strawinskys, Atonalität und Dodekaphonie. Aus späterer Sicht scheint die Faszination dieser Generation von Komponisten durch das kalte Leben der Maschinen allerdings oft zu einseitig und zu positiv aus dem Blickwinkel des russischen Futurismus und Suprematismus interpretiert. Die hier projektierte Zusammenstellung einiger Werke des Klavierrepertoires vornehmlich aus der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts möchte deshalb das Ohrenmerk lenken auf die äußerst vielseitige, oft ambivalente Haltung der Künstler auf den Pulsgeber des neuen Lebensrhythmus, als der die Maschine verstanden wurde.