Werke für Kammerorchester
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Bohuslav Martinu, Franz Schreker, Pavel Haas, Hans Krasa
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Beschreibung:

In der Beschäftigung mit dem Repertoire der Komponisten, die Opfer der totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts wurden, ging es eda records von Anfang an um die Vermeidung von Etikettierung, um das Umgehen einer neuen Ghettoisierung durch Schlagworte wie 'verfemt' oder 'entartet'. Bei der Wiederentdeckung von Autoren wie Viktor Ullmann, Hans Krása, Pavel Haas und Gideon Klein war das Wort von den 'Theresienstädter Komponisten' schnell im Umlauf, das eine Zusammengehörigkeit wie bei einer Schule oder Künstlergruppe suggeriert, wodurch eine durch die Nazis erzwungene räumliche Zusammenlegung in einem Konzentrationslager zum Identifikationsmerkmal wurde, das eine adäquate Auseinandersetzung mit den biographischen Besonderheiten und höchst unterschiedlichen stilistischen Ansätzen der Komponisten eher erschwert als erleichtert.

Wie bei den anderen CDs im Katalog von eda records, die einigen in Theresienstadt internierten und in Auschwitz ums Leben gekommenen Komponisten gewidmet sind, geht es auch hier um das Aufzeigen des Kontextes, in dem diese Komponisten sich entwickelt haben, um den Platz, den sie in ihrer jeweiligen Besonderheit in der europäischen Musikgeschichte einnehmen (sollten). Die Ersteinspielung von Pawel Haas' 2. Streichquartett durch das Petersen Quartett (eda 11, Preis der deutschen Schallplattenkritik) wurde mit dem 2. Streichquartett seines Lehrers Janá?ek kombiniert; eda 15 Viktor Ullmanns Schönberg-Variationen und sein Cornet wurden durch Werke seines Lehrers Arnold Schönberg flankiert; eda 38 lässt das Klavier-Sonatenwerk Ullmanns mit dem eines anderen herausragenden Schönberg Schülers - Norbert von Hannenheim - in Dialog treten. Auf vorliegender CD wird der Bezugsraum durch Ersteinspielungen von Werken von Franz Schrekers und Bohuslav Martin?s geweitet. Die böhmisch-mährischen Wurzeln der hier in Ersteinspielungen porträtierten Komponisten sind auf höchst unterschiedliche Weise ausgeprägt und amalgamieren mit späteren Einflüssen zu aufregenden Personalstilen, wobei sowohl für Krása als auch Martin? das Eintauchen in das Flair des von Surrealismus wie von Neoklassizismus gleichermaßen geprägten Paris von entscheidender Bedeutung waren. Die Ersteinspielung von Franz Schrekers zwischen Impressionismus und Fin-de-Siècle-Sehnsucht oszillierendem Tanzspiel Der Wind, entstanden 1910 für die Schwestern Wiesenthal in Wien, weist auf weitere Schwerpunkte im Katalog von eda records voraus, wie die Beschäftigung mit den Ursprüngen des Ausdruckstanzes (eda 13, Schreker/Toch) oder das Wirken Schrekers als Lehrer in Wien und Berlin (eda 17, 19, 24).