Karl Kamberger
1te Große Fantasie
für Gitarre
Karl Kamberger
1te Große Fantasie
für Gitarre
- Besetzung Klassische Gitarre
- Komponist Karl Kamberger
- Bearbeiter Daniel Marx
-
Schwierigkeit
- Ausgabe Noten
- Verlag Les Productions d'Oz
- Bestell-Nr. DOZ4447
Beschreibung:
Dieses Werk ist eines von drei, die die Bayerische Staatsbibliothek als Teil der Sammlung der Gitarristischen Vereinigung München besitzt. Die anderen Werke sind eine Bearbeitung des berühmten Walzers "Träume auf dem Ozean" von Joseph Gungl (1809-1889) und ein Stück in Form von Thema und Variationen. Die Große Fantasie von Kamberger ist eine Komposition, die auf vielen Opernthemen basiert, viele Zitate stammen aus "Alessandro Stradella" von Friedrich von Flotow, das 1844 im Stadttheater Hamburg uraufgeführt wurde. Laut einem historischen Tagebuch, das in der wissenschaftlichen Abteilung der Mainzer Stadtbibliothek gefunden wurde, wurde es dort am 13.9.1845 erstmals gespielt. Weitere Aufführungen folgten am 20.9.1845, 3.12.1845, 25.1.1846 und 16.4.1846. Die Zitate aus Flotows Oper sowie andere Inspirationen sind in der Partitur vermerkt. Manchmal nimmt Kamberger Passagen aus dem Orchester, in solchen Fällen habe ich nur den Namen der Oper geschrieben. Einige der Zitate wurden mit Feder ins Autograph geschrieben, wahrscheinlich von einem Mitglied der Gitarristischen Vereinigung, ich habe sie in der Partitur belassen. Im Gegensatz zu vielen anderen Werken, die sich auf einen Komponisten konzentrieren, z.B. die Rossinianas von Giuliani, ist die Fantasie von Kamberger ziemlich offen und flexibel in Bezug auf Stil und Form des zitierten Materials. Man könnte sogar so weit gehen zu sagen, dass sie für die Zeit, in der der Komponist lebte, unkonventionell ist. Kamberger arbeitet die Themen nicht ab, sondern präsentiert immer wieder neue Melodien. Ist ein Zitat beendet, versucht Kamberger, schnell an das nächste anzuschließen. Bemerkenswert ist aus meiner Sicht die Tatsache, dass er mit einem "Lied" schließt - stilistisch eine Antithese zur Oper. Zweitens gibt es zwei Tremolopassagen, die die Fantasie in drei Teile gliedern, wobei er im ersten Teil einen Teil der Melodie der englischen Nationalhymne "God save the King" verwendet, was in der damaligen Zeit, in der sich die Geburt eines vereinten Deutschlands abzeichnete, sehr mutig war. Das Tremolo ist nicht gerade das, woran wir heute denken, sondern eine der typischen Techniken der damaligen Zeit, wie sie in der Gitarrenschule von Heinrich Albert (1870-1950) beschrieben wurde. Gitarristen begegnen dieser Art des Tremolos über vier Saiten nur selten. Ich habe die Anwendung dieser Technik in den Werken von Albert, Eduard Bayer (1822-1908) und Kamberger gesehen. Drittens ist es bemerkenswert, dass Kamberger den Mut hatte, mit einem eigenen Thema zu enden, das den Höhepunkt und das Finale des Stücks bildet. Die Große Fantasie deutet darauf hin, dass der Komponist keine Angst hatte, Grenzen zu überschreiten, und gerne mit für die damalige Zeit unkonventionellem Material und Techniken experimentierte. Humor und Überraschung sind ebenfalls wichtige Elemente der Komposition. Ich würde dieses Werk jedem empfehlen, der auf der Suche nach etwas Unerwartetem ist, mit dem er sein Programm aufwerten kann. Diese Komposition wird jeden ansprechen, der die Oper liebt. Das Instrument zum Singen zu bringen, ist bei diesem Stück ein absolutes Muss!