Maurice Ravel, Viktor Ullmann, Hugo Weisgall, Simon Laks
Elegy for the Jewish Villages
Maurice Ravel, Viktor Ullmann, Hugo Weisgall, Simon Laks
Elegy for the Jewish Villages
- Besetzung Tonträger
- Komponist Maurice Ravel Viktor Ullmann Hugo Weisgall Simon Laks
- Ausgabe CD
- Verlag eda records
- Bestell-Nr. EDA30
Beschreibung:
Nostalgie, Humor, Trauer, die Poesie des Alltäglichen - in jiddischer, zumeist anonymer Poesie, spiegelt sich die Welt jüdischen Lebens im Schtetl, den jüdischen Ansiedlungen im Osten Europas, die immer wieder von Pogromen heimgesucht und schließlich durch den Holocaust gänzlich ausgelöscht wurden. Immer wieder haben sich Komponisten durch den geistigen und emotionalen Kosmos dieser oft einfachen und doch so eindringlichen Lyrik inspirieren lassen. Transportiert von der universellen Sprache der Musik wurde so ein Teil der Kultur, aus der sie entstanden ist, zumindest für die Erinnerung gerettet.
In den Biographien der Komponisten, die auf dieser CD vorgestellt werden, spiegelt sich in ergreifender Weise das jüdische Schicksal im 20. Jahrhundert. Die Werke, die den Rahmen bilden, umreißen gleichsam Anfang und Endpunkt der Katastrophe. Als Ravel 1910 und 1914 seine Lieder auf jiddische Poesie komponierte, war ihm diese Dichtung Anreiz zur Erkundung einer fremden, 'exotischen', aber lebendigen Kultur, die Bestandteil der europäischen war. Nicht anders als die griechische, italienische und spanische Volkspoesie, die er zusammen mit der jiddischen im Zyklus seiner 'Chants populaires' zusammenfasste. Laks, der vielleicht bedeutendste polnische Liedkomponist seiner Generation, überlebte das Konzentrationslager Auschwitz als Mitglied und später Leiter des dortigen Männerorchesters. Als bedeutender Repräsentant der in den zwanziger Jahren in Paris gegründeten Gruppe der 'Jeunes musiciens polonais' wird er heute wieder entdeckt. Viktor Ullmann, Schüler Arnold Schönbergs und mit Pavel Haas, Hans Krása und Gideon Klein herausragender Vertreter der tschechischen Avantgarde in der Generation nach Janá?ek, komponierte seine 'Drei jiddischen Lieder' im Lager Theresienstadt 1944, kurz vor seiner Deportation ins Vernichtungslager Auschwitz. Sie sind das klingende Bekenntnis eines Antrophosophen zur jüdischen Kultur im Angesicht ihrer Vernichtung, Musik als Behauptung der geistigen Würde gegen Erniedrigung und Entmenschlichung. Hugo Weisgall, amerikanischer Komponist tschechisch-jüdischer Abstammung, komponierte seine 'Seven popular songs from the Yiddish' aus der wiederum gänzlich anderen Perspektive des erfolgreichen, in zweiter Generation in Amerika lebenden und sich als amerikanischer Künstler verstehenden jüdischen Komponisten. Weisgall gelang es in diesem Zyklus, die melodische und sprachliche Schlichtheit der jiddischen Melodien mit einer komplexen, avantgardistischen Tonsprache zu amalgamieren. Die Lieder von Szymon Laks und Hugo Weisgall erscheinen auf dieser CD in Ersteinspielungen.
In den Biographien der Komponisten, die auf dieser CD vorgestellt werden, spiegelt sich in ergreifender Weise das jüdische Schicksal im 20. Jahrhundert. Die Werke, die den Rahmen bilden, umreißen gleichsam Anfang und Endpunkt der Katastrophe. Als Ravel 1910 und 1914 seine Lieder auf jiddische Poesie komponierte, war ihm diese Dichtung Anreiz zur Erkundung einer fremden, 'exotischen', aber lebendigen Kultur, die Bestandteil der europäischen war. Nicht anders als die griechische, italienische und spanische Volkspoesie, die er zusammen mit der jiddischen im Zyklus seiner 'Chants populaires' zusammenfasste. Laks, der vielleicht bedeutendste polnische Liedkomponist seiner Generation, überlebte das Konzentrationslager Auschwitz als Mitglied und später Leiter des dortigen Männerorchesters. Als bedeutender Repräsentant der in den zwanziger Jahren in Paris gegründeten Gruppe der 'Jeunes musiciens polonais' wird er heute wieder entdeckt. Viktor Ullmann, Schüler Arnold Schönbergs und mit Pavel Haas, Hans Krása und Gideon Klein herausragender Vertreter der tschechischen Avantgarde in der Generation nach Janá?ek, komponierte seine 'Drei jiddischen Lieder' im Lager Theresienstadt 1944, kurz vor seiner Deportation ins Vernichtungslager Auschwitz. Sie sind das klingende Bekenntnis eines Antrophosophen zur jüdischen Kultur im Angesicht ihrer Vernichtung, Musik als Behauptung der geistigen Würde gegen Erniedrigung und Entmenschlichung. Hugo Weisgall, amerikanischer Komponist tschechisch-jüdischer Abstammung, komponierte seine 'Seven popular songs from the Yiddish' aus der wiederum gänzlich anderen Perspektive des erfolgreichen, in zweiter Generation in Amerika lebenden und sich als amerikanischer Künstler verstehenden jüdischen Komponisten. Weisgall gelang es in diesem Zyklus, die melodische und sprachliche Schlichtheit der jiddischen Melodien mit einer komplexen, avantgardistischen Tonsprache zu amalgamieren. Die Lieder von Szymon Laks und Hugo Weisgall erscheinen auf dieser CD in Ersteinspielungen.