J. Ockeghem
Missa Caput
für gemischten Chor a cappella
J. Ockeghem
Missa Caput
für gemischten Chor a cappella
- Besetzung Gemischter Chor
- Komponist J. Ockeghem
- Bearbeiter Gabor Darvas
- Ausgabe Noten
- Verlag Edition Kunzelmann
- Bestell-Nr. KU-OCT10053
Beschreibung:
I Kyrie II Gloria III Credo IV Sanctus V Agnus Dei Der genaue Zeitpunkt der Entstehung der Hauptwerke von Johannes Ockeghem (cca. 1420-1495) ist unbekannt; dies bezieht sich auch auf seine vollständig erhalten gebliebenen l l Messen, unter ihnen auf die Missa Caput. Der Cantus firmus stammt aus einer englischen Quelle: aus dem Sarum-Repertorium (Antiphonale Sarisburiense) mit dem Textanfang 'Venit ad Petrum'. Die Melodie ertönt in sämtlichen Messesätzen, jeweils in der unteren Stimme. Die Sätze sind im allgemeinen zweiteilig: über dem zweimal exponierten Cantus firmus entfaltet sich das kontrapunktische Gewebe der oberen Stimmen zuerst in ungeradem, dann in geradem Takt. Nur die Einteilung des Kyrie ist abweichend davon: die zwei Teile sind durch einen dritten, in ungeradem Takt rhythmisierten Abschnitt ergänzt; der Cantus firmus erklingt dagegen nur einmal. Unsere Ausgabe basiert einerseits auf dem im Trienter Codices erhalten gebliebenen, handgeschriebenen Chorbuch in weissen Mensuralnotierung, das im 38. Band der Denkmäler der Tonkunst in Österreich (1 912. XIX. Jg. 1. Teil) erschienen ist, anderseits auf der in der Ockeghem-Gesamtausgab~ (Johannes Ockeghem: Collected Works, 2nd Volume, American Musicological Society 1947) veröffentlichten Kritischen Variante, die sich auf das im Chigi-Kodex des Vaticans gefundene ursprüngliche Chorbuch stützt. Die ursprüngliche Notation ist im Incipit - am Anfang des ersten Satzes - angeführt. Im Kyrie, nach der Oberstimme steht die folgende Bemerkung: 'Canon alterum caput descendendo tenorem in diapason', was bedeutet, dass die unterste (Tenor-) Stimme um eine Oktave tiefer zu singen ist, als die Notierung anzeigt. Dies ist umso wahrscheinlicher, als sonst unmögliche Intervalle und Akkorde entstünden. Wir haben eine praktische, zum Vortrag geeignete Ausgabe vor Augen gehabt; diesem Zweck dienen die Änderung der ursprünglichen Notenwerte im Verhälls 4:1, die metrische Einteilung, mit der Eintragung der Taktlinien. Die ursprünglichen Ligaturen haben wir beibehalten, sie jedoch mit einfachen Bindebögen notiert. Die über den einzelnen Noten angebrachten Vorsetzzeichen sind lediglich Vorschläge. Die Ergänzungen sind in Kursivschrift gedruckt. Die Aufführung von Werken der Frührenaissance ist oft durch die ursprüngliche Lage der Stimmen verhindert, die den modernen Chor vor unlösbare Aufgaben stellt. In der Messe Ockeghems verursachen besonders die zwei oberen Stimmen infolge ihrer tiefen Lage Schwierigkeiten: diese Stimmen wurden damals nicht von Frauen, sondern von Knaben, bzw. 'Falsettisten' gesungen die einen ganz anderen Ambitus besessen haben. Da wir uns eine für den modernen gemischten Chor geeignete Ausgabe bestrebten, transponierten wir die Komposition um ein reines Quartintervall nach oben. Damit gelang es, die durch die Lage verursachten Sorgen auf einige, relativ hohe Stellen der Tenorstimme zu reduzieren (in den Takten 44 und 141 des Gloria und im Takt 34 des Sanctus). Gábor Darvas