J. Ockeghem
Requiem
für 6-stimmigen gemischten Chor (Darvas)
J. Ockeghem
Requiem
für 6-stimmigen gemischten Chor (Darvas)
- Besetzung Gemischter Chor (SATB)
- Komponist J. Ockeghem
- Bearbeiter Gabor Darvas
- Ausgabe Noten
- Verlag Edition Kunzelmann
- Bestell-Nr. KU-OCT10135
Beschreibung:
Da das musikalische Material der Trauermesse (Missa pro defunctis) von Dufay nicht überliefert wurde, kann das zwischen 1480 und 1490 entstandene Werk von Ockeghem als zeitlich erstes erhaltenes Beispiel für das mehrstimmige Requiem betrachtet werden. Das Werk ist eine der wichtigsten Schöpfungen der Gattung nicht nur wegen seiner historischen Bedeutung, sondern auch wegen seinem künstlerischen Wert, seiner musikalischen Abwechslungsreichtum sowie seiner unmittelbaren und ergreifenden Wirkung. Die allgemein bekannte Anordnung des Requiems, die u.a. auch in den Meisterwerken von Mozart, Berlioz und Verdi zur Geltung kommt, entfaltete sich seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Früher haben die Komponisten den als Grundlage der Sätze dienenden, traditionellen Text, bzw. Melodie nach Belieben verarbeitet und nur zum Teil mehrstimmig gestaltet: als Einleitung und Zwischenspiel sollten jeweils einstimmige, gregorianische Gesänge erklingen. In der ersten Zeit wurde dem 'Dies Irae' noch kein Platz im Requiem eingeräumt, Ockeghem nahm auch von der Verarbeitung des Sanctus, Agnus und der Communio Abstand und schloss die Komposition mit dem Offertorium ab. Die musikalische Lösung und Stimmung der einzelnen Sätze des Werkes von Ockeghem ist - dem Text entsprechend - sehr verschieden, ihre innere Struktur ist überaus abwechslungsreich, was auch in der veränderten Gruppierung der Stimmen zum Ausdruck kommt. Die Grundlage der vorliegenden Ausgabe bildete das in der Biblioteca Vaticana aufbewahrte Manuskript (Chigi Cod. C.VIII.234) bzw. dessen kritische Ausgabe (J. Ockeghem: Collected Works IL, American Musicological Society, 1947). Aus praktischen Gründen haben wir - den Ansprüchen der modernen, gemischten Chöre entsprechend - das Zeichensystem der heutigen Notierung angewendet: nur Violin- und Bass-Schlüssel, Taktstriche zur Erleichterung der Orientierung. Die Notenwerte haben wir im Verhältnis 2:1 verkürzt. Die Ergänzung der Versetzungszeichen haben wir auf das Minimum beschränkt und oberhalb der betreffenden Noten, vorschlagsweise angegeben. Anstatt Worten und Satzteilen zu wiederholen haben wir bei der Textunterlegung möglichst breite Melismen angestrebt. Gábor Darvas