Kleine Saxophon-Geschichte

Instrumente
Saxophon auf Notenblatt

Im Jahr 2017 ist das Saxophon über 170 Jahre alt geworden. Gerade in den ersten Jahren hatte es das Saxophon schwer, doch spätestens seit dem Aufkommen der Jazz-Musik hat sich das Saxophon als Musikinstrument etabliert. Aber das Saxophon kann mehr als nur Jazz, denn es bietet fast unbegrenzte Klangmöglichkeiten! In unserer kleinen Saxophon Geschichte möchten wir Ihnen das tolle Instrument näherbringen und informieren Sie unter anderem über die Entstehung und die Verwendung des Musikinstruments.

Das Saxophon

Das Saxophon ist ein Musikinstrument aus Messing. Doch obwohl das Außenmaterial aus einer Kupferlegierung hergestellt ist, gehört das Instrument zu der Gruppe der Holzblasinstrumente und nicht zu den Blechbläsern. Denn der Ton wird hier durch ein einzeln schwingendes Rohrblatt, wie beispielsweise bei der Klarinette, erzeugt. Bei der Bauweise unterscheidet sich das Saxophon aber von der Klarinette: Die Klarinette ist zylindrisch aufgebaut, das Saxophon hingegen besitzt ein konisches Rohr, welches sich zum Ende hin weitet.

Entstehung des Saxophons

Portrait Adolphe SaxDas Saxophon wird im Jahr 1840 von dem belgischen Musiker und Instrumentenbauer Adolphe Antoine Joseph Sax (1814–1894) erfunden. Sax ist als Instrumentenbauer in der Werkstatt seines Vaters tätig und kümmert sich hier vorrangig um die Vervollkommnung von Klarinette und Bassklarinette. Da ihm ein Instrument fehlt, welches klanglich zwischen den Holz- und Blechblasinstrumenten liegt, kreiert er ein neues Musikinstrument: Das Saxophon ist geboren. Die ersten von Sax gebauten Saxophone sind Bass-Saxophone, doch schon bald folgen weitere: Sopranino, Sopran, Alt, Tenor, Bariton, Bass, Kontrabass und Subkontrabass. Die C/F-Stimmung hat er vor allem für den Einsatz im Sinfonie-Orchester vorgesehen, die B/Es-Stimmung sieht er mehr in der Militärmusik. 1844 erklingt das Saxophon erstmals in einem Konzert, nachdem er Héctor Berlioz (1803–1869) vom Klang des Instrumentes begeistern konnte. Das dafür umgearbeitete Chostück „Chant Sacré“ für Bläsersextett („Hymne sacré“) ist leider verschollen, kann aber in einer freien Nachschöpfung von Nicolas Prost gespielt werden.

Und auch der Plan, das Instrument in der Militärmusik einzusetzen, geht für Sax auf: Fünf Jahre, nachdem er das Saxophon erschaffen hat, führt er es vor der königlichen Familie in Paris vor. Er empfiehlt ihnen, das Saxophon als festes Instrument im Militärorchester aufzunehmen. Daraufhin entfacht ein öffentlicher Wettstreit, der aber zu Sax‘ Gunsten ausgeht. Das Saxophon ist ab diesem Zeitpunkt an fester Bestandteil der Militärmusik. Am 21. März 1846 lässt sich der Instrumentenbauer das Saxophon unter der Nummer 3226 für zunächst 15 Jahre in Frankreich patentieren.

Doch richtig erfolgreich wird das Saxophon erst viele Jahre später. Viele Musiker und andere Instrumentenfirmen sind neidisch und zweifeln die wahre Erfindung von Sax an. Daher ignorieren sie das Musikinstrument einfach, sodass es äußerst schwierig ist, das Instrument populär zu machen. 1929 verkauft Adolphe Sax letztendlich seine Pariser Werkstatt samt seiner Patente an den Instrumentenbauer Henri Selmer. Der Henri Selmer Konzern zählt bis heute zu den bedeutendsten Instrumentenherstellern weltweit.

Die goldenen 20er: Das Saxophon und die Verwendung im Jazz

Mit dem Aufkommen der Jazz-Musik in den 20er und 30er Jahren wird das Saxophon allmählich bekannter. Genau genommen beginnt hier sogar der Siegeszug des Instruments. Vor allem in der Swing-Musik, welche zur populärsten Stilrichtung des Jazz zählt, wird das Saxophon dank seines äußerst variablen Klangs und dynamischen Umfangs eingesetzt. In den früheren Swing Orchestern Ende der 1920er Jahre werden überwiegend zwei Altsaxophone und ein Tenorsaxophon eingesetzt.

Um die 1940er Jahre, als auch Big Bands immer populärer werden, nimmt die Beliebtheit des Saxophons noch einmal deutlich zu. Übliche Saxophon-Formationen in Big-Bands bestehen aus zwei Altsaxophonen, zwei Tenorsaxophonen und einem Baritonsaxophon. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, wie beispielsweise in der von Glenn Miller 1937 gegründeten Bigband: In dieser Formation werden vier Saxophone und eine führende Klarinette eingesetzt. Bekannte Hits der Bigband um Glenn Miller sind beispielsweise „In the Mood“ oder „American Patrol“.

Grundsätzlich kann man sagen, dass durch die Jazz-Musik sehr viele gute Saxophonisten bekannt wurden: Beispielsweise Sidney Bechet (Sopran), Charlie Parker (Alt), Lester Young und weitere. All diese Musiker haben letztendlich dazu beigetragen, dass das Saxophon seinen heutigen Stellenwert in der Musikerwelt erlangen konnte.

 

Saxophon Play Alongs zum Mitspielen
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Das Saxophon in der klassischen Musik

Auch in der klassischen Musik wird das Saxophon seit Beginn des 20. Jahrhunderts eingesetzt. Hier wird es vor allem als Soloinstrument, in Saxophonformationen und in der Kammermusik verwendet. In Saxophonformationen wird das Holzblasinstrument besonders im Saxophonquartett und in größeren Saxophonensembles eingesetzt. Beispielsweise setzt der deutsche Komponist Richard Strauss in seiner „Symphonia Domestica“ (1903) ein Saxophonquartett ein. Im Quartett ist die übliche Besetzung Sopran, Alt, Tenor und Bariton.

 

Noten für Saxophon-Quartett und Saxophon-Duett
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Die Kammermusik verwendet das Saxophon meistens in Kombination mit anderen Soloinstrumenten. Beispielsweise zusammen mit Gesang, Geige oder auch Schlagzeug. Sehr gerne wird das Saxophon hier auch als Hauptinstrument mit dem Klavier als Begleitinstrument eingesetzt. Dennoch erlangt das Saxophon in der klassischen Musik keinen so hohen Stellenwert wie im Jazz. Dies liegt vermutlich daran, dass die Spiel-Literatur des Saxophons erst in der neueren Zeit bedacht wurde. Die Werke klassischer Komponisten, wie beispielsweise von Wolfgang Amadeus Mozart oder Ludwig van Beethoven, sind jedoch ein Jahrhundert früher entstanden. Zum Glück gibt es dennoch auch einige Kompositionen mit dem Saxophon aus dem 19. und 20. Jahrhundert, wie zum Beispiel von Komponisten wie Richard Strauss, Georges Bizet, Hector Berlioz, Maurice Ravel oder George Gershwin:

Das Saxophon kann auch anders: Verwendung in der Rock & Pop Musik

Für manche Musik-Fans ist es sicherlich kaum vorstellbar, aber: Das Saxophon kann auch sehr gut in der heutigen Musik und im Rock & Pop eingesetzt werden. Häufig erhält das Saxophon hier einen Solo-Part. Der Ausnahme-Saxophonist David Sanborn (*30 Juli 1945) hat es vorgemacht: Er setzt das Saxophon im Jazz und auch im Rock und Pop Bereich ein. So tourt er zum Beispiel zusammen mit den Rock-Legenden Rolling Stones und David Bowie. In dem in 1971 herausgebrachten Song „Can’t You Hear Me Knocking“ von den Rolling Stones darf das Saxophon bei Live-Auftritten sogar gänzlich in den Mittelpunkt treten. Auch Bruce Springsteen setzt unter anderem 1975 in seinem Song „Jungleland“ ein Saxophon ein: Gespielt wird das Instrument von dem Saxophonisten Clarence Clemons (1942–2011). Das wohl größte Saxophonsolo der Rockmusik erscheint übrigens im Jahr 1978 in dem Rocksong „Baker Street“ von Gerry Rafferty:

 

Das Saxophon-Spielen erlernen
Das Saxophon kann tatsächlich sehr vielseitig eingesetzt werden. Wenn Sie nun Lust bekommen haben, selber Saxophon zu spielen, können wir Ihnen unsere zahlreichen Saxophon-Schulen empfehlen. Und für danach haben wir über 13.000 Ausgaben zum Spielen für Sie!

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Bildnachweis:
Titelbild: © Fotolia/Sibylle; Bild 1: Public Domain via Wikimedia Commons

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