Aufführungsrechte für Musik: Alles über die GEMA

Rechtliches

Wie funktioniert eigentlich die GEMA?

Die GEMA ist die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Hinter dem komplizierten Namen steckt eine einfache Idee: Wer Musik öffentlich nutzt, soll die Urheber dafür bezahlen. Musikurheber sind Komponisten und Textdichter. Über 60.000 von ihnen haben sich gemeinsam mit den Musikverlegern zum Verein GEMA zusammengeschlossen.

International vernetzt

Den Applaus für die Musik ernten aber oft andere, denn häufig interpretieren Sänger Stücke aus fremder Feder. Ob bei einem Livekonzert, in einem Club, im Rundfunk oder als Musik im Einzelhandel, der öffentliche Einsatz von Musik bedeutet immer einen Vorteil für die Nutzer, wie Veranstalter oder Sender. Ziel der GEMA ist es, die Musikschaffenden an diesem Mehrwert zu beteiligen und ihnen einen Lohn für ihre Arbeit zu zahlen.

Für den einzelnen Urheber wäre es ziemlich aufwendig mit jedem einzelnen Musiknutzer in Deutschland, in Europa oder sogar auf der ganzen Welt die nötigen Tarife und Lizenzverträge selbst abzuschließen. Meist wird Musik auch öffentlich gespielt, ohne das der Komponist überhaupt davon weiß.

Gerechter Lohn für Musikschaffende

Schon 1903 haben sich Musikurheber deshalb zur ersten Deutschen Verwertungsgesellschaft zusammengeschlossen. Genau wie sie damals schließt heute die GEMA Verträge mit den Nutzern von Musik. Die Nutzer melden ihren Musikeinsatz bei der GEMA an und leisten die entsprechende Lizenzzahlung. Dieses Geld verteilt die GEMA dann als Lohn – sogenannte Tantiemen – an ihre Mitglieder.

Die GEMA ist dabei über Schwestergesellschaften international vernetzt. So vermittelt sie heimischen Urhebern Tantiemen für die Musikaufführung im Ausland. Gleichzeitig zieht sie von deutschen Nutzern die Vergütung für ausländische Urheber ein. Als Verein macht die GEMA dabei selber keinen Gewinn. Nach Abzug der Verwaltungskosten werden alle Einnahmen ausgeschüttet – an die Komponisten, Textdichter und Verleger im In- und Ausland.

Die GEMA sorgt dafür, dass die Urheber einen gerechten Lohn für ihre Arbeit bekommen.

Wann müssen Musiknutzer Gebühren zahlen?

Im privaten Raum ist die Nutzung von Musik natürlich umsonst. Allerdings kann eine private Feier schneller öffentlich – und damit GEMA-gebührenpflichtig – werden als dem Gastgeber lieb ist. Das sollten Sie beachten:

Was heißt öffentlich?

Laut Gesetz ist jede Musiknutzung öffentlich, bei der wenigstens zwei Leute Musik hören, die nicht miteinander verwandt oder eng befreundet sind. Dies ist beispielweise bei Vereinsfesten, Tanzveranstaltungen, Konzerten oder sonstiges Events mit Musik der Fall.

Auch eine Firmenfeier mit nur einer Hand voll Mitarbeiter ist dem Gesetz nach eine öffentliche Veranstaltung. Geburtstagspartys und Hochzeiten werden dagegen als private Veranstaltungen eingestuft. Das gilt auch dann, wenn ein Gast einen Ihnen noch unbekannte Person mitbringt.

Achtung: Sie müssen die Gebühren vor Beginn Ihrer öffentlichen Veranstaltung bezahlen. Eine frühzeitige Anmeldung Ihres Events ist daher Pflicht. Wie Sie eine öffentliche Veranstaltung anmelden, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

GEMA-freie Musik

Aber nicht nur öffentliche Partys und Feten sind gebührenpflichtig. So sind auch Unternehmen dazu verpflichtet, für Musik in der Telefonwarteschleife, auf dem Anrufbeantworter oder auf der Internetseite zu zahlen. Sie können dies umgehen, indem Sie Klassische Musik oder alte Volkslieder spielen. Das liegt daran, dass Musik nicht gebührenpflichtig ist, wenn der Urheber seit mehr als 70 Jahren verstorben ist.

Tipp: In unserem Shop finden Sie eine große Auswahl an Notenbüchern. Dort können Sie ganz einfach mit dem Genrefilter nach Ihrer Lieblingsmusik suchen – sei es Volksmusik, Klassik oder Pop.

Außerdem gibt es im Internet Datenbanken, auf denen GEMA-freie Musik zum Download angeboten wird. Die Qualität der Stücke ist allerdings oft gering, da sie meistens von Hobbymusikern produziert werden. Fazit: Gute Musik hat eben ihren Preis.

Garantiert GEMA-gebührenfrei: die Volkslied-Songbücher von alle-noten.de: „Das Buch der Volkslieder“, „Die beliebtesten deutschen Volkslieder“ und „Brahms: Vierzehn deutsche Volkslieder“.

So melden Sie eine öffentliche Veranstaltung mit Musik an

Die entsprechenden Formulare zur Anmeldung Ihres Events finden Sie auf der offiziellen Website der GEMA. Dort müssen Sie alle relevanten Informationen wie die Größe der Veranstaltungsfläche, die Höhe des Eintrittsgeldes sowie die Anzahl der Besucher angeben. Außerdem müssen Sie Auskunft darüber leisten, ob es sich bei der Musiknutzung um Livemusik oder eine Tonträgerwiedergabe handelt.

Liste mit Musikfolge einreichen

Bei Livemusik sind Sie verpflichtet nach Ihrer Veranstaltung noch die sogenannte Musikfolge einzureichen. Dabei handelt es sich um eine Liste aller gespielten Stücke. Je nach Art der Veranstaltung vergibt die GEMA unterschiedliche Tarife. Bei einem Straßenfest fallen beispielweise andere Gebühren an als bei einem Schülerkonzert. Eine Liste mit den verschiedenen Tarifen der GEMA finden Sie hier.

GEMA-Anmeldung vergessen? Achtung Straftat

Das öffentliche Spielen von Musik ohne vorherige GEMA-Anmeldung ist übrigens eine Straftat. Im juristischen Sinne handelt es sich nämlich um Diebstahl. Wer erwischt wird, muss eine Schadensrechnung begleichen und die doppelte Summe der ursprünglichen Gebühr zahlen. Wenn Sie die Schadensrechnung nicht zahlen, können Sie sogar vor Gericht gestellt werden.

Erfahren Sie mehr über die Aufführungsrechte von Musik und welche Gebühren für Chöre und Schulen anfallen in unserem Artikel „Urheberrecht & Musik: Was Sie über Sampling, das Covern von Liedern & Co. wissen müssen“. Außerdem bietet Ihnen das Ratgeberbuch „GEMA, GVL & KSK – Die Praxishilfe für Musiker und Musikverwerter“ weitere interessante Einblicke ins Musikgeschäft.

Wir hoffen, dass wir Ihnen einen Überblick über die Funktion und Arbeitsweise der GEMA geben konnten und wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg auf Ihrem nächsten Konzert. Die Noten dafür können Sie sich übrigens bei uns ganz bequem online bestellen.


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Titelbild: © istock/ipopba, Bild 1: © istock/pxel66, Bild 2 & 3: © alle-noten.de