Berühmte Cello-Stücke – von Bach bis Hollywood

Repertoire
Berühmte Cello-Stücke

Berühmte Cello-Stücke von Bach, Haydn oder Schostakowitsch füllen die Konzerthallen auf der ganzen Welt. Sie gehören zum Standard-Repertoire aller Star-Cellisten, aber auch Laien und Cello-Schüler spielen sie. Und natürlich finden sich die berühmten Cello-Werke in den Platten-Sammlungen und Play-Lists aller Klassikfans. Wir laden Sie ein auf einen kleinen Streifzug zu den Tops der Cello-Literatur. Die passenden Noten finden Sie in unserem Online-Shop.

Zu den berühmten Cello-Stücken gehören die Suiten von Johann Sebastian Bach, mit dem Präludium der ersten Suite als dem wohl berühmtesten Werk, „Der Schwan“ aus der Suite „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns, die Cellokonzerte von Joseph Haydn, Johannes Brahms und Robert Schumann sowie die Konzerte von Gabriel Fauré, Edward Elgar oder Sergei Prokofjew. Aber auch moderne Stücke aus beliebten Hollywood-Produktionen haben es auf die Liste der berühmtesten Werke für Cello geschafft.

Cellisten mit Weltruhm wie Mstislaw Rostropowitsch, Jaqueline du Pré, Mischa Maisky, Sol Gabetta, Yo-Yo Ma, Steven Isserlis oder das Duo „2Cellos“ verhalfen den Stücken, die überwiegend aus den Federn europäischer Komponisten stammen, zu internationaler Bekanntheit. Nachwuchscellisten sorgen mit Leidenschaft dafür, dass der Geist der großartigen Musik weiterlebt.

Berühmte Cello-Stücke vom Barock bis zur Klassik

Wir beginnen die Reise durch die Welt berühmter Cello-Werke im Barock. Denn in dieser Zeit machte sich das Violoncello (abgekürzt Cello) als Instrument auf den Weg, um die Weltbühnen und Herzen der Menschen zu erobern – getragen von den Werken der bedeutendsten Barock-Komponisten wie Bach oder Bocherini. Nach dem Barock widmeten sich vor allem Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven dem Cello und spannten den Kanon der Cello-Werke weiter auf – bereichert um neue musikalische Elemente und Formen.

Cello-Suite Nr. 1 in G-Dur – Johann Sebastian Bach

Das mit Abstand berühmteste Cello-Stück ist das Präludium (Prélude) aus der Suite Nr. 1 von Johann Sebastian Bach. Bach schrieb das Stück zwischen 1717 und 1723 für Solo-Cello ohne Orchesterbegleitung.

Die berühmte Suite Nr. 1 gilt als Einstieg in die sechs Bach-Suiten, aber auch als Einstieg in die Cello-Literatur an sich. Die Beliebtheit der Suite rührt von ihrer harmonischen sowie klaren Einfachheit und der schwungvollen melodischen Linie her. Dadurch prägt sich das Stück nicht nur leicht ein, sondern hinterlässt jeden Zuhörer mit einem angenehmen Gefühl von Leichtigkeit und Beseeltheit.

Technisch gilt die Suite als anspruchsvoll, aber machbar. Wichtig ist, dass Arm und Handgelenk flexibel bleiben, der Bogen nah am Steg geführt wird und auch auf die Einteilung des Bogens geachtet wird. Idealerweise üben Sie das Stück mit dem Metronom.

Zu den wohl berühmtesten Interpreten des Präludiums gehört der Cellist Mischa Maisky.

 

 

Cellokonzert Nr. 1 in C-Dur, Hob. VIIb/1 – Joseph Haydn

Das Cellokonzert Nr. 1 von Joseph Haydn ist nicht nur eines der berühmtesten Cello-Stücke, es zählt auch zu den berühmtesten Werken des Komponisten selbst. Er schrieb es zwischen 1761 und 1765 als Hofkapellmeister des ungarischen Fürsten Esterházy. Das Cellokonzert besteht aus drei Sätzen: einem Allegro, einem Adagio und einem Rondo. Es berührt durch elegante Melodien und einen schwungvoll-fröhlichen Ausdruck.

Wer Haydn spielt, muss leicht, aber jeden Ton sauber spielen. Auch wegen vieler Lagenwechsel, einem sehr kontrollierten Einsatz des Vibratos und da weite Teile der Partitur in den hohen Lagen gespielt werden müssen, gilt das Stück als technisch anspruchsvoll, wie der englische Cellist Steven Isserlis virtuos unter Beweis stellt.

 

 

Sonate für Cello und Klavier Nr. 3 in A-Dur, Op. 69 – Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven war ein Gamechanger für das Violoncello. Er widmete dem Instrument, das bis dahin im Orchester ein Schattendasein führte und nur eine Begleitfunktion hatte, eine gleichberechtigte und melodieführende Stimme. Beethovens Cello-Sonaten gelten als Meilenstein in der Musikgeschichte und zählen heute zu den berühmtesten Kompositionen für das Cello.
Die Sonate für Cello und Klavier Nr. 3 in A-Dur ist Beethovens wichtigste Sonate. Sie entstand 1808. In dem Stück darf das Cello selbstbewusst starten, was in der Musik bis dahin undenkbar war. Die Sonate berührt durch ihren tiefen, lyrischen sowie tänzerischen Ausdruck und das harmonische Zusammenspiel mit dem Klavier.  Hohe Anforderungen an eine makellose Intonation, die Kontrolle des Klangs und die langen Bögen machen die Sonate technisch anspruchsvoll und fordern dem Cellisten einiges Können ab, wie der französische Cellist Paul Tortelier zeigt.

 

 

Berühmte Cello-Stücke von der Romantik zur Moderne

Auch wenn Barock und Klassik noch von vielen anderen großartigen Cello-Stücken geprägt wurden, kürzen wir den Weg ab und kommen zur Romantik. Hier haben sich neben anderen Komponisten besonders Franz Schubert, Johannes Brahms, Camille Saint- Saëns, Edward Elgar, Frederic Chopin und Antonin Dvořák um das Violoncello verdient gemacht und es musikalisch weiterentwickelt. In der Moderne treten Dmitri Schostakowitsch, Sergei Prokofjew, Claude Debussy oder Béla Bartók auf den Plan.

Arpeggione-Sonate in a-Moll 821 – Franz Schubert

Die Arpeggione-Sonate schrieb Franz Schubert im Jahr 1824. Er komponierte das Stück ursprünglich für das Arpeggione, ein 6-saitiges, gitarrenähnliches Instrument, auch Streichgitarre genannt. Heute hat das Arpeggione Seltenheitswert, aber das Stück schaffte es in den Rang der berühmtesten Werke für Cello. Seine zarte, hoffnungsvolle Melancholie und die langen melodischen Bögen erinnern durch den Vortrag des Cellos an menschlichen Gesang. Wegen vieler Lagenwechsel und den Anforderungen an den musikalischen Ausdruck erfordert die Sonate viel technisches Geschick. Dem ungarischen Cellisten Miklós Perényi gelang eine besonders meisterhafte Interpretation.

 

 

Der Schwan, Karneval der Tiere – Camille Saint-Saëns

„Der Schwan“, aus der Suite „Karneval der Tiere“, ist eines der beliebtesten Stücke für Cello. Fast jeder kennt es, weshalb es als Cello-Symbolstück gilt. Camille Saint-Saëns komponierte den „Karneval der Tiere“ im Jahr 1886 für Kammerorchester. Erzählt wird die Geschichte verschiedener Tiere. Allerdings sticht der Schwan, der vom Cello gespielt wird, besonders hervor. Mit seiner eleganten, ruhigen und würdevollen Melodie, die dem Zuhörer tatsächlich einen schwimmenden Schwan vor das innere Auge zaubert, bewegt er die Menschen tief. In vielen Konzerten ist „Der Schwan“, obwohl meist nur als Zugabe gespielt, für viele das Highlight.

Das Stück kann bereits von fleißigen Anfängern mit guter Intonation gespielt werden, da es langsam ist und die meisten Töne in der ersten oder vierten Lage gegriffen werden können. Wichtig für den Ausdruck sind der gleichmäßige Bogendruck und ein weicher, tragender Ton. Genießen Sie das Spiel von Yo-Yo Ma.

 

 

Cellokonzert in e-Moll – Edward Elgar

Der englische Komponist Edward Elgar schrieb das Cellokonzert im Jahr 1918/19. Das berühmte Stück ist sein einziges Konzert für Cello und gleichzeitig sein letztes Werk. Am Ende der Partitur steht „Finis. R.I.P.“ Tief betroffen von der Grausamkeit des Ersten Weltkrieges und persönlichen Schicksalsschlägen, hauchte er dem Cellokonzert eine expressive Melancholie ein. Es erzählt von der Trauer über die Vergänglichkeit und dennoch auch von der Akzeptanz darüber. Das kontinuierliche Zusammenspiel des Cellos mit dem Orchester ist ein gemeinschaftliches Klagen, und doch bleibt die Botschaft, auch in den dunklen Stunden nicht allein zu sein. Große Intervallsprünge, schnelle Läufe und das Spiel in sehr hohen Lagen machen das Stück technisch überaus anspruchsvoll – wie Sie bei dem französischen Cellisten Gautier Capuçon gut sehen können.

 

 

Cellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107 – Dmitri Schostakowitsch

Das Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch zählt nicht nur zu den berühmtesten Cello-Werken, sondern auch zu den meistgespielten Cellokonzerten und zu den wichtigsten Kompositionen der Moderne. Schostakowitsch schrieb das Stück 1959 für den russischen Cellisten Mstislaw Rostropowitsch. Er verarbeitet darin seine persönlichen Erfahrungen zum Ende der stalinistischen Diktatur mit der noch immer anhaltenden Repression. Die Musik ist geprägt von intensiven, dunklen und sarkastischen Klängen.

Für Cellisten ist das Stück sehr anspruchsvoll, da es hohe mentale Konzentration und technische Virtuosität erfordert. An Musikhochschulen und Konservatorien wird es häufig zur Prüfung abgenommen. Das Stück ist eine Art Kraftakt – auch weil es expressiv und laut gespielt wird. Weite Teile der Partitur liegen in der Daumenlage, es gibt kaum erholsame Passagen, die Intonation muss makellos sein, und auch rhythmische Präzision ist gefragt.
Wer könnte es besser spielen als Rostropowitsch selbst.

 

 

Cello-Sonate in D-Dur op. 119 – Sergei Prokofjew

Die Sonate für Violoncello und Klavier stammt aus dem Jahr 1949. Auch Sergei Prokofjew widmete das Stück dem Cellisten Mstislaw Rostropowitsch. Mit seiner großen musikalischen Intelligenz inspirierte Rostropowitsch viele Komponisten. Darüber hinaus beherrschte er das Cello wie kaum ein anderer und entlockte ihm einen besonders kräftigen, singenden Klang. Prokofjews Cello Sonate besticht durch die klare musikalische Struktur, den lyrischen Charakter sowie einen anmutigen und gleichzeitig intensiven Ausdruck.

Das Stück erfordert Ausdauer, exzellente Intonation und Präzision des Bogenspiels, weshalb es als technisch anspruchsvoll gilt. Die argentinische Cellistin Sol Gabetta spielt die Sonate weniger kräftig, dafür mit einer einnehmenden Eleganz.

 

 

Berühmte Cello-Stücke aus Hollywood Filmen

Nicht nur klassische Komponisten lieben das Cello. Auch für die Filmmusik ist das Instrument bedeutend – sowohl als Soloinstrument als auch für Orchester. Sein gesanglicher und oft dramatischer Ausdruck gibt vor allem traurigen oder ernsten Szenen eine besondere Tiefe. Das Cello taucht in älteren Produktionen ebenso auf wie in modernen Blockbustern. Berühmt sind beispielsweise die Cello-Parts aus „Schindlers Liste“ oder „Fluch der Karibik“.

Schindlers Liste Theme in d-Moll für Cello und Klavier – John Williams

Das Theme aus Schindlers Liste stammt von dem Oscar-prämierten Komponisten John Williams. Im Film wird das emotionale Hauptthema von Itzhak Perlman auf der Geige gespielt. Da aber das Violoncello wie kein anderes Instrument die menschliche Stimme zu imitieren vermag, ist die Cello-Version als eine Art Klagelied heute besonders beliebt. Der tieftraurige und zugleich würdevolle Charakter der Musik unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Filmthemas und vermittelt durch die musikalische Interpretation des Talmud-Zitats „Wer Leben rettet, rettet die ganz Welt“ doch Hoffnung.

Für Cellisten ist das Stück leicht bis mittelschwer, da es technisch eher schlicht und das Tempo langsam ist. Die Herausforderung besteht darin, die Töne exakt zu spielen sowie Klang, Ausdruck und das Vibrato permanent zu kontrollieren.

 

 

 

Berühmte Cello-Stücke – nicht nur für Profis

Nicht selten beginnt die Karriere großer Cellisten, indem sie im Kindesalter ein berühmtes Cello-Stück hören und sich dabei leidenschaftlich in den warmen, singenden Klang des Instruments verlieben.

Der Weg jedes Schülers beginnt mit Tonleitern und Anfänger-Stücken. Doch wer fleißig ist, kann schon bald die ersten Stücke großer Komponisten spielen, die technisch weniger komplex sind. Dazu zählen beispielsweise der erste Satz aus der Sonate in e-Moll von Benedetto Marcello, die Sonate in C-Dur von Jean-Baptiste Bréval  oder die Sonate RV 40 in e-Moll von Antonio Vivaldi.