Die 5 bedeutendsten deutschen Filmkomponisten

Filmmusik
© Thomas Schmidt (netAction)/Wikimedia Commons, © alle-noten.de, © JNH et HZ.jpg, Bearbeitet von Ianmacm/Wikimedia Commons

1. Martin Böttcher

Am 17. Juni 1927 in Berlin geboren, lernte Martin Böttcher schon als Junge Klavier zu spielen. Während der Kriegsgefangenschaft brachte er sich autodidaktisch das Gitarrespielen bei und arbeitete nach seiner Freilassung als Jazz-Gitarrist.

Von Winnetou in den 1960er Jahren zum Bundesverdienstkreuz im Jahr 2004 – Martin Böttchers Karriere in der Filmmusik umspannt mehrere Jahrzehnte.

Von Winnetou in den 1960er Jahren zum Bundesverdienstkreuz im Jahr 2004 – Martin Böttchers Karriere in der Filmmusik umspannt mehrere Jahrzehnte.

Mitte der 50er Jahre begann Böttcher für Film und Fernsehen zu komponieren. Ein früher Karriere-Höhepunkt war die Filmmusik zu „Die Halbstarken“ (1956), einem der bekanntesten deutschen Filme der Nachkriegszeit. Bis in die 6oer Jahre komponierte Böttcher nicht nur Musikuntermalungen für das Fernsehen, sondern auch Chansons für Romy Schneider oder Peggy March.

Kariere-Höhepunkt: Karl May

Mitte der 1960er Jahre folgte dann der Durchbruch als Filmkomponist: Martin Böttcher komponierte die Musik zu den damals immens populären Karl-May-Filmen. Die „Old-Shatterhand-Melodie“ – das Titelthema der Verfilmungen – verkaufte sich Anfang der 1960er Jahre mehr als 100.000 mal.

Auf den Karl-May-Erfolg folgten Kompositionen für das Fernsehen, vor allem für Krimiserien. Martin Böttchers Werke zeichnet rückblickend vor allem ihre Heiterkeit und Freundlichkeit aus, was laut Böttcher bezeichnend für die Nachkriegsgeneration war:

„Wir kamen aus dem Krieg, hatten nichts mehr und freuten uns auf die Zukunft, weil es nur noch aufwärtsgehen konnte. Wir waren noch in der Lage, die Freiheit zu genießen. Ich glaube, das ist es, was Sie heute in meiner Musik von damals hören können.“ (Quelle)

Martin Böttchers bekannteste Kompositionen

Martin Böttcher komponierte die Musik zu 56 Spielfilmen und 400 Fernsehsendungen. Zu den Highlights zählen:

  • „Die Halbstarken“, 1956, Spielfilm
  • „Der Schatz im Silbersee“, 1962, Spielfilm und 9 weitere Karl-May-Verfilmungen, 1962 bis 1968
  • 7 Edgar-Wallace-Verfilmungen, Spielfilme, 1961 bis 1967
  • „Forsthaus Falkenau“, Fernsehproduktion (Titelthema), 1989
  • „Pfarrer Braun“, Fernsehproduktion (Titelthema und musikalische Untermalung), 2003-2013

Hör-Beispiel: Old-Shatterhand-Melodie

Auszeichnungen

Für seine Arbeit als Filmkomponist erhielt Martin Böttcher eine Vielzahl an Auszeichnungen, unter anderem:

  • Ehrenpreis für Filmmusik, 1995
  • Bundesverdienstkreuz am Bande für sein Lebenswerk, 2004
  • Ehrenpreis des Deutschen Filmmusikpreises, 2014

Martin Böttcher bei alle-noten.de

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Für Freunde von Karl May empfehlen wir das umfangreiche Klavier-Notenbuch der Karl May Filmmelodien von Martin Böttcher. Da Martin Böttcher jedoch mehr als nur Karl May ist, gibt es auch Noten für seine Schlager-Kompositionen und bekannten Film-Musiken, wie das Pater Brown Thema aus dem Film „Das schwarze Schaf“.

2. Klaus Doldinger

Sonntagabend, Tatortzeit – nicht nur Krimifans kommen jetzt auf ihre Kosten, sondern auch Freunde gut gemachter Filmkompositionen. Denn die allseits bekannte „Tatort“-Melodie stammt von dem bekannten Musiker Klaus Doldinger, der nicht nur mit dem Tatort, sondern auch durch die Filmmusik zu „Das Boot“ und „Die unendliche Geschichte“ zu einem internationalen Namen in der Filmszene wurde.

Klaus Doldinger komponiert nicht nur Filmmusik, sondern steht auch immer wieder selber auf der Bühne – wie hier beim Jazz-Festival Dernau im Jahr 2009.Bilder von links nach rechts im Uhrzeigesinn: ©Stephan Wirwalski/Wikimedia Commons, © By Times, /Wikimedia Commons, ©Stephan Wirwalski/Wikimedia Commons.

Klaus Doldinger komponiert nicht nur Filmmusik, sondern steht auch immer wieder selber auf der Bühne – wie hier beim Jazz-Festival Dernau im Jahr 2009.

Klaus Doldinger kam am 12. Mai 1936 in Berlin zur Welt und studierte in den 1950er Jahren Musikwissenschaften und Tontechnik. Es folgten die Gründungen einiger Bands, von denen das „Doldinger Quartett“ mit Doldinger am Tenorsaxophon und die Band „Passport“, in der Udo Lindenberg am Schlagzeug spielte, am Bekanntesten sind. Als Jazz-Musiker machte sich Doldinger auch im Ausland einen Namen und tourte in den 1960er Jahren erstmals durch die USA.

Ein Boot voller Musik – Klaus Doldingers bekannteste Kompositionen

Ab den 1960er Jahren widmete sich Doldinger verstärkt der Filmmusik und komponierte 1970 die noch heute eingesetzte Titelmelodie für den „Tatort“. Auch für die deutsche Serie „Ein Fall für zwei“ komponierte er die Titelmusik. International ist Doldinger vor allem für die Kompositionen von „Die unendliche Geschichte“ und „Das Boot“ bekannt, mit denen er heute noch live auftritt, natürlich am Saxophon.

Zu Klaus Doldingers bekanntesten Film- und Fernsehkompositionen zählen:

  • „Tatort“-Titelmelodie, 1970
  • „Die unendliche Geschichte“, Spielfilm, 1984
  • „Das Boot“, Film, 1981
  • „Peterchens Mondfahrt“, Trickfilm, 1990

 

Hör-Beispiel: „Tatort“-Titelmelodie und „Das Boot“

Auszeichnungen

Für seine Filmkompositionen erhielt Klaus Doldinger im Laufe seiner Karriere einige Auszeichnungen:

  • Deutscher Schallplattenpreis für „Das Boot“, 1982
  • Echo für sein Lebenswerk, 1996
  • Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 2002

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3. Harold Faltermeyer

Filmmusik, zu der man tanzen kann – das ist Harold Faltermeyers Spezialgebiet. In den 1980er Jahren erlangte der 1952 geborene Münchner mit einem Musikstück weltweite Bekanntheit: „Axel F“. Auf die mitreißende Titelmelodie von „Beverly Hills Cops“ folgten der Soundtrack zu „Top Gun“ und „Fletch“.

Bild links: „Axel F“, der Titelsong zum Film „Beverly Hills Cops“, Bild rechts: Der Soundtrack zum Film „Top Gun“ stammt von Harold Faltermeyer (© PH2 Michael D.P. Flynn, U.S. Navy/Wikimedia Commons)

Bild links: „Axel F“, der Titelsong zum Film „Beverly Hills Cops“, Bild rechts: Der Soundtrack zum Film „Top Gun“ stammt von Harold Faltermeyer.

Zu Faltermeyers Entdeckern und Förderern zählen Jerry Bruckheimer und Giorgio Moroder, dessen Synthesizer-Einfluss in vielen Werken Faltermeyers dominierend ist.

Harold Faltermeyers bekannteste Kompositionen

Besonders in den 80er Jahren war Faltermeyer mit seinen Instrumentalstücken für Filme erfolgreich:

  • „Beverly Hills Cops“, 1985
  • „Fletch – Der Troublemaker“, 1984
  • „Top Gun“, 1986
  • „Asterix in Amerika“, 1994
  • „Der König von St. Pauli“, 1998

Für das Musikstück „Top Gun Anthem“ aus dem Film „Top Gun“ gewann Faltermeyer 1986 zusammen mit dem Gitarristen Steve Stevens einen Grammy.

Hör-Beispiel: „Axel F“

Harold Faltermeyer bei alle-noten.de

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4. Hans Zimmer

Oscar, Golden Globe oder Grammy – Hans Zimmer ist der erfolgreichste deutsche Filmkomponist der Gegenwart. Geboren wurde Zimmer 1957 in Frankfurt am Main und machte sich in den 1970er Jahren erstmals einen Namen in der Musikszene – mit dem Komponieren von Werbejingles. Über den Filmmusik-Komponisten Stanley Meyers wechselte Zimmer das Genre und schaffte 1980 mit der Musik für den Film „Rain Man“ seinen Durchbruch in Hollywood.

Bild links: Hans Zimmer bei der Premiere des Films „The Dark Knight“, Bild rechts: Hans Zimmers Stern auf dem „Boulevard der Stars“ in Berlin (Bild links: © JNH et HZ.jpg, Bearbeitet von Ianmacm/Wikimedia Commons, Bild rechts: © Thomas Schmidt (netAction)/Wikimedia Commons).

Bild links: Hans Zimmer bei der Premiere des Films „The Dark Knight“, Bild rechts: Hans Zimmers Stern auf dem „Boulevard der Stars“ in Berlin.

Hans Zimmer – Der Urvater des „Wall-to-Wall Score“

Hans Zimmers Erfolg in Hollywood kommt nicht von ungefähr, denn Zimmer revolutionierte in den 1980er Jahren das Genre und etablierte den „Wall-to-Wall Score“. Statt Musikstücke nur spärlich einzusetzen, vertonte Zimmer den ganzen Filmhintergrund mit einem Soundtrack. Besonders bei Actionfilmen kam diese Art zu Komponieren in Mode.

Aber Zimmer erneuerte nicht nur das Action-Genre mit Werken wie Ron Howards „Backdraft“, er arbeite auch häufig mit Musikinstrumenten und –arten, die in Ländern außerhalb Nordamerikas populär waren. So kam für die Filmmusik zu „Gladiator“ das armenische Musikinstrument Duduk zum Einsatz. Für „Black Hawk Down“ und natürlich „König der Löwen“ wurden afrikanische Instrumente genutzt.

Hans Zimmers bekannteste Kompositionen

Seit den späten 80er Jahren hat Zimmer ohne Unterbrechung komponiert. So entstanden jedes Jahr mehrere Filmkompositionen. Zu Hans Zimmers bekanntesten Werken gehören:

  • „Rain Man“, 1989
  • „Black Rain“, 1989
  • „Thelma & Louise“, 1992
  • „Der König der Löwen“, 1995
  • „Gladiator“, 2001
  • „Pearl Harbor“, 2002
  • „Sherlock Holmes“, 2010
  • „Inception“, 2011
  • „The Dark Knight Rises“, 2013
  • „12 Years a Slave“, 2014
  • „Interstellar“, 2015

Auszeichnungen

Zimmers Filmkompositionen werden nicht nur vom Publikum geliebt, sondern auch von der Filmindustrie. Eine Vielzahl an Awards treten den Beweis an:

  • Oscar, Grammy und Golden Globe für „König der Löwen“, 1995
  • Golden Globe für „Gladiator“, 2001
  • Grammy für “The Dark Knight”, 2010

Hans Zimmer können Sie übrigens besuchen, jedenfalls seinen Stern. Davon gibt es gleich zwei – einen in Hollywood, am „Walk of Fame“, der Zimmer 2010 verliehen wurde und einen in Berlin, auf dem „Boulevard der Stars“, der seit 2011 existiert.

Hinter den Kulissen: Hans Zimmer Revealed – The Documentary

Einen kleinen Einblick in Hans Zimmers Leben als Filmkomponist auf Tour gefällig? Dann schauen Sie hier die Dokumentation „Hans Zimmer Revealed“ an:

Hans Zimmer bei alle-noten.de

„König der Löwen“ oder doch lieber „Gladiator“? Eine große Auswahl an Noten von Hans Zimmer finden Sie bei uns im Shop.

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Für alle Klavierspieler unter Ihnen empfehlen wir:

 5. Klaus Badelt

Auf Hans Zimmer folgt Klaus Badelt. Der aktuell zweitgrößte deutsche Komponist, der sich in Hollywood einen Namen gemacht hat, hat seinen Erfolg nicht zuletzt Zimmer zu verdanken. 1967 in Frankfurt am Main geboren, verzeichnete Klaus Badelt Anfang der 1990er Jahre erste Erfolge mit dem Komponieren von Musik für Werbung und Videospiele. 1997 folgte ein Praktikum bei Mediaventures in Kalifornien, dem Studio von Hans Zimmer.

Bild links: Klaus Badelt in seinem Studio in Paris im Jahr 2009. Bild rechts: Klaus Badelt im Jahr 2007 (Bild links: © Mark A. Yaeger /Wikimedia Commons, Bild rechts: © Klaus Badelt (Paris Piste Rouge 1)/Wikimedia Commons

Bild links: Klaus Badelt in seinem Studio in Paris im Jahr 2009. Bild rechts: Klaus Badelt im Jahr 2007.

In den darauffolgenden Jahren arbeitete Badelt mit Zimmer an einer Vielzahl von Kompositionen, unter anderem für den Film „Fluch der Karibik“. Den eigenen Durchbruch schaffte Badelt mit der Filmmusik zu Spielbergs „The Time Machine“ im Jahr 2002. Ein Großteil von Badelts Filmmusik zeichnet sich durch einen gut abgestimmten Mix aus Orchester-Musik und elektronischen Elementen aus.

Klaus Badelts bekannteste Kompositionen

Klaus Badelts bisher eher mäßige Bekanntheit in Deutschland mag auch daran liegen, dass Badelt nicht bei jeder Komposition die erste Geige spielt. Eine Vielzahl seiner größten Erfolge sind Kollaborationen mit Hans Zimmer:

  • „Gladiator“, 2000
  • „Hannibal“, 2001
  • „Fluch der Karibik“, 2003
  • „Redline“, 2007

Zu Badelts bekanntesten Eigenkompositionen zählen:

  • „The Time Machine“, 2002
  • „Catwoman“, 2004
  • „16 Blocks“, 2006
  • „Poseidon“, 2006
  • „Teenage Mutant Ninja Turtles“, 2007
  • „22 Bullets“, 2010

Klaus Badelt bei alle-noten.de

Musizieren wie ein Pirat. Das können Sie mit den Noten zur Filmmusik von „Fluch der Karibik“, die Klaus Badelt zusammen mit Hans Zimmer komponierte.

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Unsere Highlights:

Wir hoffen, unser kleiner Ausflug in die Welt der Filmmusik hat Ihnen gefallen. Vielleicht haben Sie sogar einen neuen Lieblingskomponisten für sich entdeckt?

 


Bildnachweise:
Titel-Collage: © Thomas Schmidt (netAction)/Wikimedia Commons, © alle-noten.de, © JNH et HZ.jpg, Bearbeitet von Ianmacm/Wikimedia Commons, Bild 1 (Collage): Bilder links nach rechts im Uhrzeigesinn: © Wittkowsky/Wikimedia Commons, © Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld/Wikimedia Commons, © Ingelore Bernasconi/Wikimedia Commons, Bild 2: © alle-noten.de, Bild 3 (Collage): Bilder von links nach rechts im Uhrzeigesinn: © Stephan Wirwalski/Wikimedia Commons, © By Times/Wikimedia Commons, © Stephan Wirwalski/Wikimedia Commons., Bild 4: © alle-noten.de, Bild 5 (Collage): Bild links: © alle-noten.de, Bild rechts: © PH2 Michael D.P. Flynn, U.S. Navy/Wikimedia Commons., Bild 6 (Collage): Bild links: © JNH et HZ.jpg, Bearbeitet von Ianmacm/Wikimedia Commons, Bild rechts: © Thomas Schmidt (netAction)/Wikimedia Commons., Bild 7.© alle-noten.de, Bild 8: Bild links: © Mark A. Yaeger/Wikimedia Commons, Bild rechts: © Klaus Badelt (Paris Piste Rouge 1)/Wikimedia Commons, Bild 9: © alle-noten.de

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